Kommentare zu: „Yeah, Inter*pride!“ https://ansch.4lima.de/yeah-interpride/ Sat, 04 Jan 2020 13:30:40 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Lila Okimašiš https://ansch.4lima.de/yeah-interpride/#comment-700 Tue, 05 Jul 2016 11:29:32 +0000 https://anschlaege.at/feminismus/?p=7079#comment-700 Im Gegensatz zu Hida Viloria würde ich sicherlich nicht behaupten wollen, ich kenne alle Aktivisten…, ich glaube aber, ich kann mich so dunkel an sie erinnern, auch wenn ich nie wirklich persönlichen Kontakt zu ihr hatte… Es gab in der ISNA damals tatsächlich zwei, die als Kinder dem schlimmsten entkommen waren, die viele ISNA-Mitglieder dann zu Aushängeschildern machen wollten, auch einerseits beneideten, andererseits aber leider auch deren tatsächliche Probleme gar nicht verstanden. Es tut mir leid, das so sagen zu müssen, da ist auf der menschlichen Ebene vieles danebengelaufen 🙁

Ich denke nicht, daß es an der Nicht-Anerkennung der Möglichkeit nicht-binärer Identitäten lag. Ich habe eine ganze Menge solcher Diskurse mit sogar sehr vielen Leuten bereits ab 1993 geführt. Allerdings war meine Perspektive die einer permanenten kulturellen Diskrepanz zwischen nativen und weißen Diskursen. Man braucht erst gar nicht danach zu fragen, wo meine Anhänglichkeiten, Loyalitäten, Solidaritäten, etc. etc. liegen.

Ich kann diese Lücke aber nicht schließen. Ich weiß bis heute nicht, wie ich Weißen vermitteln sollte, wie das mit sozusagen quaternären „Identitäten“ (geschweige eigentlich wesentlich komplexeren Geschlechtersystemen) „denn mal so funktioniert“. Mag leider auch sein, es scheitert bereits daran, daß ich „meine Antworten“ keinen Menschen geben kann, die mir oft fremd sind und die mich ängstigen.

Die mögliche Parallele zu Gehörlosen brachte Cheryl Chase auch schon 1993 auf, und ich sprang spontan darauf an, nur daß hier leider schon wieder die Pathologisierung ihren Fuß in der Tür hat.

Nebenbei haben wir auch darüber diskutiert, daß nicht nur Operationen, sondern auch alle anderen „Behandlungen“, sowie der psychische Druck, der auf Kinder ausgeübt wird, zu berücksichtigen wäre.

Wir haben eine ganze Reihe von Statistiken miteinander verglichen… Wenn man welche nimmt, wie viele Menschen anfällig für Stigmatisierungen aufgrund ihrer geschlechtlichen Ausdifferenzierung sind, dann treibt es einem die Tränen in die Augen! Es verdirbt einem jegliche Laune auf politisches Kalkül, geschweige mit der Sexuologenszene an der Bar zu sitzen und Ellenbogen zu reiben! Peer support bedeutet, daß man sich um seine Leute zu kümmern zumindest versucht.

Und sie hat verdammt recht, daß es nicht nur um Rechte für Babys geht, sondern daß man sich auch um Erwachsene kümmern muß, die IGM in allen Facetten und mit den ganzen katastrophalen Begleitumständen durchlitten haben.

Leider hatten wir dafür damals gar kein Konzept. Man sollte sich daran hochziehen, etwas für andere, nämlich für Kinder, statt für sich selbst zu tun. Das konnte nur scheitern.

Andererseits nochmals nein, die ISNA war zumindest damals und insgesamt bestimmt nicht homophob, es gab sehr viele Lesben, einige Schwule, auch Bi-, Poly- und Pansexuelle. Es gab durchaus Reflexionen über Heteronormativität. In Organisation und Ideologie spielten zumindest anfangs Übernahmen aus LBG und trans* Szenen eine sehr große Rolle. Das sollte wenig Wunder nehmen, denn eine IS Bewegung konnte nicht einfach vom Himmel fallen, sondern entstammte einem bestimmten diskursiven Umfeld. In den ersten Jahren war es tatsächlich äußerst anregend.

Die wirkliche Katastrophe war ein ganzer Haufen persönlicher Querelen. Und ja, es gab einzelne, die waren transphob im Extrem. Manche auch xenophob… Ich weiß, daß das ungerecht und verbittert ist, aber solche Menschen haben auch mich da hingebracht, manchmal bedauert zu haben, mich mit dem Movement überhaupt eingelassen zu haben.

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Von: Geschlechterpolitik: an.schläge zum Frauentag: Queer_lesbische Politiken | ZtG – Blog https://ansch.4lima.de/yeah-interpride/#comment-699 Wed, 16 Mar 2016 15:12:56 +0000 https://anschlaege.at/feminismus/?p=7079#comment-699 […] „Yeah, Inter*pride!“ Interview: Hida Viloria über Interphobie und Community. Von BETTINA ENZENHOFER und PAUL HALLER […]

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Von: Daniela Truffer https://ansch.4lima.de/yeah-interpride/#comment-698 Tue, 08 Mar 2016 19:57:01 +0000 https://anschlaege.at/feminismus/?p=7079#comment-698 Um Intersex-Genitalverstümmelungen zu stoppen, braucht es ein gesetzliches Verbot und weitere gesetzgeberische Maßnahmen, um Überlebenden den Zugang zu Justiz und Entschädigung zu ermöglichen. Wie das u.a. der UN-Ausschuss gegen Folter für Österreich in einer kürzlichen Rüge verbindlich fordert, und ebenso die Kinder- und Jugendanwaltschaften Österreichs. Und in Bezug auf andere Staaten oder allgemein auch der UN-Kinderrechtsausschuss, WHO, UNICEF, OAS, etc.

Zu behaupten, ein Verbot und Rechtszugang sei überflüssig, eine „rechtliche Anerkennung“ und Gesetze gegen „Diskriminierung“ sei die „beste Strategie“, um Intersex-Genitalverstümmelungen zu beenden, empfinde ich als IGM-Überlebende als Geschlechter- und Personenstandspolitik auf Kosten genitalverstümmelter Intersex-Kinder.

Würde an.schläge auch ein Interview bringen, in dem behauptet wird, um FGM zu beenden, brauche es keine Verbote, sondern lediglich „gesetzliche Anerkennung“ und Kampf gegen „Diskriminierung“?

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