Kommentare zu: Tatort Kreißsaal https://ansch.4lima.de/tatort-kreisssaal/ Sun, 08 Aug 2021 16:17:56 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Sara https://ansch.4lima.de/tatort-kreisssaal/#comment-77689 Sun, 08 Aug 2021 16:17:56 +0000 https://anschlaege.at/?p=13634#comment-77689 Der Patientenanwaltschaft liegen solche Fälle nicht auf?

Das liegt wohl am Verhalten der Patientenanwaltschaft. Ich habe mich an die Patientenanwaltschaft gewandt. Aber man sagte mir gleich, dass es „nutzlos“ wäre und dass nur nach den Unterlagen des Krankenhauses beurteilt werden würde, was passiert ist und nicht nach dem, was ich erlebt habe oder was mein Mann bezeugen kann. Wenn die also hineinschreiben, dass sie etwas so oder so gemacht haben, dann ist das Fakt. Ende. Auch wenn es anders war. Als ich dann fragte, wozu die Patientenanwaltschaft da wäre, wurde man beleidigend. Deswegen liegen dort keine Fälle auf.
Bei der Ombudsstelle des Krankenhauses meinte man, ich solle zur Patientenanwaltschaft gehen. Deswegen liegen DORT auch keine Fälle auf.
Und es wurde mir allgemein von einer Beschwerde abgeraten, weil ich sonst Schwierigkeiten hätte, eine Hebamme oder Frauenärztin zu finden, sollte ich wieder schwanger werden, aber offiziell dürfe mir kein Nachteil erwachsen aus einer Beschwerde. Inoffiziell aber schon. Denn die Ärzte erfahren ja, wenn die Unterlagen angefordert werden, die Krankenhäuser erfahren das und die Schweigepflicht interessiert da niemanden, das musste ich schon am eigenen Leib erleben.
Es wird sogar gelegentlich eine postnatale Depression attestiert, wo keine ist oder mit Jugendamt gedroht, weil man ja offensichtlich psychische Probleme habe, wenn man sich einfach direkt an die Täter und Täterinnen wendet und ihnen mitteilt, wie man das erlebt hat oder fragt, wieso man sich nicht an Abmachungen hielt und was man selbst denkt, wie es besser gemacht werden könnte.
Da gehen Dinge vor, die man nie vermuten würde und dann auch niemandem erzählen kann, ohne als paranoid abgestempelt zu werden.

DESWEGEN liegen nirgends Fälle auf.

Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, kann man höchsten ganz lieb und nett im Krankenhaus einen höflichen Hinweis deponieren, dass es nicht okay ist, Menschen ohne wirkende Narkose auszuschneiden, auch nicht, wenn sie den Fehler gemacht haben eine Frau und noch dazu eine Mutter zu sein (das scheint ja die Ausrede zu sein, wieso nichts so ist, wie bei anderen Patienten, die ja auch schon gelegentlich mies behandelt werden, aber für gewöhnlich nicht einfach bei Bewusstsein operiert oder ohne Anästhesie in ihren Penis geschnitten oder ohne medizinische Notwendigkeit behandelt, weil sie nicht beweisen können, dass sie eine Krankheit oder Komplikation NICHT haben, es aber auch keine Beweise dafür gibt).
Oder mal vorsichtig den Mann anbringen lassen (die lassen sie erstaunlicher Weise zumindest ausreden), dass er es für nicht in Ordnung hält, dass seiner Frau trotz vorheriger Nichteinwilligung einfach mal ins Genital geschnitten wurde und behauptet wurde, sie wäre aufgeklärt worden, aber sie wäre ja nicht bei sich gewesen und er… hätte wohl nichts gehört wegen ihres Geschreis? und dass man dann auch nicht so tun solle als hätte sie nicht gespürt, dass ihr ins Genital geschnitten würde, weil ja KEINE Frau das spürt unter den Wehen. Dabei muss man aber darauf achten, sich sehr freundlich und gutmütig zu geben, ganz handzahm zu sein und dann bekommt man maximal ein „Danke für ihr Feedback, wir werden in Zukunft sensibler damit umgehen.“ Und danach haben alle dieses nervige Telefonat in zwei Sekunden vergessen, aber man hat ja seine Pflicht getan im Widerstand gegen die Gewalt. Alles gut also. Und weiterhin werden täglich Frauen dort hineingehen und feststellen, dass wohl einfach nicht genug freundliche Menschen angerufen haben, um zu bekunden, was nicht okay ist.
Ganz „sensibel“ (wie versprochen) und bei schöner Musik wird man also Frauen weiter ins Genital schneiden, sie ohne Narkose aufschneiden und was man dort eben so an einem normalen Tag tut. Aber man nimmt das Feedback ganz Ernst. Man ist eben nicht perfekt. Kann ja mal passieren. Man muss das einfach ein bisschen therapieren, dass Frauen mittlerweile alles so schlecht verarbeiten und nicht klar kommen, wenn man ihre Körper aus Gewohnheit zerschneidet. Ist doch schon immer so gewesen. Anderen Leuten geht’s auch schlecht. Hauptsache, das Kind ist gesund. Und so.
Wenn die Leute wirklich was tun würden, dann würde sich auch was tun. Aber das Lamentieren nutzt nichts. Hebammen und Ärzte tun so, als wäre es nicht ihre Aufgabe. Aber wer an seinem Arbeitsplatz Gewalt duldet und mitmacht, ungefragt und ungewünscht in die Vagina von Frauen greift und einfach mal wegen einer Richtlinie ein Genital verstümmelt, der ist Täter, die ist Täterin, er ist Vergewaltiger, sie ist Vergewaltigerin. Alles dort machen weiter ihre Arbeit. Frauenärzte schicken weiter dort hin. Doulas gehen weiter dort hin und der Staat streicht in Österreich Frauen auch Teile des Karenzgeldes, wenn sie nicht bei allem mitmachen wollen. Politiker machen weiter da mit. Alle machen mit. Ehemänner machen mit und sehen zu. Und die Frauen relativieren teilweise, rechtfertigen, zahlen Geld an Wahlhebammen in der Hoffnung, dass ihnen weniger Gewalt passiert.
Was bleibt den Frauen aber nun übrig? Sie bekommen nun mal Kinder?

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Von: Mara https://ansch.4lima.de/tatort-kreisssaal/#comment-18655 Mon, 28 Sep 2020 20:08:57 +0000 https://anschlaege.at/?p=13634#comment-18655 Zum Thema Klage: eigentlich sollte man jeder Schwangeren empfehlen eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen. Das klingt erst mal absurd und extrem, aber im Falle des Falles ist die Patientenanwaltschaft meist nutzlos. Diese ziehen nur die Unterlagen des Krankenhauses ein und „suchen nach fachlichen Fehlern“, die gerade bei Gewalt in der Geburtshilfe wohl kaum zu finden sein werden, egal ob die Berichte geschönt wurden oder nicht. Kein Arzt und keine Hebamme schreibt „Patientin wurde beleidigt, genötigt, ohne Aufklärung geschnitten“ oder „Patientin äußert trotz Spinaler starke Schmerzen, wird aber nicht in Vollnarkose gelegt, obwohl dies vereinbart wurde“ oder „Mann wird aus dem Zimmer geschickt um ohne Zeugen dies oder jenes zu tun“. Die Patientenanwaltschaft ersetzt folglich keine Gerichtsverhandlung oder Klage im eigentlichen Sinn und das bedeutet, dass man sich in dem Sektor als Patientin ziemlich schwer wehren kann.
Andererseits darf auch nicht aus den Augen verloren werden, dass vieles, was dort falsch läuft auch darauf basiert, dass die Täter und Täterinnen sich selbst vor rechtlichen Konsequenzen schützen und dabei das Wohl der Mutter und teilweise auch des Kindes aus den Augen verlieren. Denn „state of the art“ bedeutet in der Geburtshilfe selten, dass evidenzbasiert gehandelt wird. Die Praxis ist voll mit Aberglauben und sinnlosen, veralteten Eingriffen, die keine besseren Ergebnisse herbeiführen, deren Unterlassung aber dennoch viel leichter einklagbar ist, als die Durchführung ohne Aufklärung und Einwilligung (wie kann man auch gut aufgeklärt einer Maßnahme zustimmen, die genau genommen nutzlos ist?).
Nichts desto trotz: Sich nicht zu wehren, nicht zu klagen, ist auch keine Lösung. Nicht bei dem, was dort teilweise abgeht. Denn es kann auch nicht sein, dass sich jede Frau eine Hebamme und eine Doula leisten können muss und immer zu Hause gebären soll, selbst wenn sie Schmerzmedikation oder anderes wünscht, nur um vor Übergriffen sicher zu sein. Und außerdem: Auch bei Hausgeburten gibt es die Praxis der ständigen Muttermundkontrollen (wozu?), der teilweise ungefragten Muttermundmassagen und viele andere Dinge. Sucht man eine Hebamme, die auf diese Dinge zumindest dann verzichtet, wenn keine medizinische Notwendigkeit besteht, sucht man oft sehr lange oder vergebens. Sobald eine Person anwesend ist, kann einer gebärenden Frau auch potentiell Gewalt widerfahren. Der letzte Satz erschüttert mich gerade selbst, aber so ist nun mal. So sieht die Welt aus, in der wir leben.

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Von: A https://ansch.4lima.de/tatort-kreisssaal/#comment-3137 Sat, 30 Nov 2019 23:50:17 +0000 https://anschlaege.at/?p=13634#comment-3137 Zum Thema Klage: ich weiß leider nicht mehr, wo ich das vor einiger Zeit gelesen habe, aber der Tipp war, den Geburtsbericht NICHT privat anzufordern, sondern gleich Klage zu erheben: dann wird die Akte nämlich vom Gericht ohne Vorwarnung beschlagnahmt und kann nicht mehr geschönt werden (was Insidern zufolge bei privaten Anforderungen oft passiert)!

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