Oktober 2012 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de Tue, 02 Oct 2012 16:08:40 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://ansch.4lima.de/wp-content/uploads/2024/10/cropped-favicon-32x32.png Oktober 2012 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de 32 32 an.künden: Medienkompetenz https://ansch.4lima.de/an-kunden-medienkompetenz/ https://ansch.4lima.de/an-kunden-medienkompetenz/#respond Tue, 02 Oct 2012 16:08:40 +0000 https://anschlaege.at/?p=3534 Linke Medienakademie erstmals in Wien]]>

Die Linke Medienakademie (LiMA) macht erstmals Station in Wien und bietet Medienkompetenz-Training für kritische Köpfe. Spannende Vorträge und Diskussionen zu Themen wie Urheberrecht, Medienaktivismus oder Datenjournalismus regen zum Nachdenken, zahlreiche Workshops zum Mitmachen an: Neben Interviewführung, Rhetorik und Social Media werden dort die an.schläge gemeinsam mit migrazine.at das ABC feministischer Medienarbeit erklären.

6.–7.10.: Linke Medienakademie, Neues Institutsgebäude, Universitätsstr. 7, 1010 Wien, www.linke-journalisten.de/LiMAwien12/events.de.html

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an.künden: Queere Tage https://ansch.4lima.de/an-kunden-queere-tage/ https://ansch.4lima.de/an-kunden-queere-tage/#respond Tue, 02 Oct 2012 15:55:00 +0000 https://anschlaege.at/?p=3527 Queerfeministisches Festival und Queerfilm Festival in Bremen]]>

Gleich zwei queere Festivals finden Anfang Oktober in Bremen statt: Diskussionen, Workshops, Partys und Konzerte warten auf die Besucher_innen des queerfeministischen Festivals „Q*Flash“. Für Filmfreund_innen präsentiert das „Queerfilm Festival“ eine unterhaltsame Mischung aus Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen zum Thema schwule, lesbische und transgender Lebensweisen. Insgesamt also zehn Tage lang queeres Programm in Bremen!

4.–7.10.: Q*Flash: Queerfeministisches Festival Bremen, 28195 Bremen, div. Veranstaltungsorte, Programm und Info unter http://Qflash.blogsport.de
9.–14.10.: Queerfilm Festival Bremen, 28195 Bremen, div. Veranstaltungsorte, Einzelticket € 7/ 5, Programm und Info unter T. 0421/449 635 85, www.queerfilm.de

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„Sehr, sehr wütend“ https://ansch.4lima.de/sehr-sehr-wuetend/ https://ansch.4lima.de/sehr-sehr-wuetend/#comments Tue, 02 Oct 2012 13:21:40 +0000 https://anschlaege.at/?p=3509 Warum wir alle gemeinsam mit den Frauen, die von Armut betroffen sind, an den Strukturen unserer Gesellschaft rütteln sollten. Ein Plädoyer für eine Neuverteilung von Arbeit und Vermögen. Von MARTINA MADNER

 

Einmal von Armut betroffen zu sein, das hätte sich weder Maria Stern noch Susanne Stockinger früher vorstellen können. Die Armut kam trotzdem: bei Maria Stern nach ihrer Scheidung, bei Susanne Stockinger als sie ihren Job verlor und nach einer langen Phase der Arbeitslosigkeit in Pension ging.

Andere leben von Beginn an in Armut, weil schon ihre Eltern zu wenig zum Bestreiten ihres Lebensunterhalts hatten und die Armut an die nächs­te Generation weitervererbt wurde. Einige geraten in Armut, weil ihnen der Einstieg in die bezahlte Erwerbsarbeit nicht gelingt, entweder wegen mangeln­der Bildung oder weil der Arbeitsmarkt trotz guter Ausbildung nur prekär bezahlte Jobs bietet – um nur einige Beispiele zu nennen. Armut trifft aber auch jene, die sich selbst der Mittel­schicht der Gesellschaft zurechnen und lange Zeit durchaus ein gutes Auskom­men fanden: mit Familie, solider Ausbil­dung und gut bezahlten Jobs, Urlaub, Auto und Wohnung. Jene, die, materiell scheinbar gut abgesichert, einen ganz traditionellen Lebensverlauf gewählt haben. Aber auch dieser Lebensentwurf kann zu Armut führen, insbesondere bei Frauen. Und das nicht obwohl, sondern weil sie allen Konventionen, die ein konservativ nach klassischem Muster gelebtes Frauenleben so vorsieht, ent­sprochen haben.

Zehn bis zwanzig Euro im Monat für Essen. Maria Stern lebte nach ihrer Scheidung als Alleinerziehende mit ihren drei Kindern, alle noch im Kin­dergarten und in der Volksschule. Sie arbeitete halb­tags als Lehrerin. Mit dem Unterhalt für die Kinder ging es sich finan­ziell aus, Miete, Schulkos­ten, Klei­dung, Essen waren leistbar. Dann stellte ihr Ex-Mann die Unterhaltszahlungen ein, er hatte den Job verloren. Das Jugendamt, das Unterhaltszahlungen vorstrecken sollte, sträubte sich, einen Vorschuss zu leisten. Im Raum stand, dass der Ex dauerhaft erwerbsunfähig sein könnte und das Jugendamt das Geld vom dreifachen Kindsvater deshalb möglicherweise nicht eintreiben würde können. Eine Gesetzeslücke, nach der Kinder von erwerbsunfähigen Vätern im Vergleich zu jenen, bei denen zumin­dest die Chance auf eine neuerliche Erwerbsarbeit besteht, benachteiligt werden – und die die Bundesregierung nach wie vor nicht geschlossen hat.1

Damit hatte Maria Stern plötzlich neunhundert Euro weniger pro Monat zum Leben. Rückblickend bezeichnet sie sich und ihre Familie als von abso­luter Armut Betroffene. „Ich musste überlegen, ob ich neue Gummistiefel für die Kinder besorge, weil sie schon eine Nummer zu klein sind oder es doch noch hinausschiebe, weil ich das Geld für Essen brauche“, sagt Maria Stern. In Zahlen bedeutet das, dass ihr und ihren drei Kindern nach Abzug aller Fixkosten, Energie, Miete, Telefon, nur noch zehn bis zwanzig Euro im Monat für Essen übrig blieben. Eventuelle Reserven sind in solchen Situationen rasch weg und das Minus auf dem Konto wächst bedrohlich. Der Kampf mit den Behörden um eventuelle soziale Unterstützung und den Unterhaltsvor­schuss zog sich währenddessen weiter hin. „Das bedeutet Stress, immer mehr Isolation, Verzweiflung, Depressionen, mein Nervenkostüm war sehr dünn“, erklärt Stern. Von den Behörden erhielt sie immer wieder andere Auskünfte, was zu tun sei. Das Warten machte sie ohnmächtig. Dann wurde sie wütend. „Sehr, sehr wütend“, sagt sie, „ich habe lange gebraucht, bis ich die Schuld nicht mehr bei mir gesucht, sondern erkannt habe, dass die Strukturen dafür sorgen, dass ich selbst als Akademikerin mit einer guten Ausbildung an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurde.“ Damit ging es ihr besser, sie setzte sich zur Wehr und versuchte, einen neu­en Arbeitsvertrag mit mehr Stunden zu bekommen, was ihr gelang. Stern versteckte sich nicht mehr und sprach offen über ihre finanzielle Situation – auch bei öffentlichen Veranstaltungen, mit Medien und mit PolitikerInnen. Sie rüttelte an den Strukturen und macht das heute noch als Künstlerin mit ihren Liedern, obwohl sie selbst mittlerweile nicht mehr von Armut betroffen ist.2

Jede Menge unbezahlter Arbeit. Dass Armut von gesamtgesellschaftlichen Strukturen verursacht wird, steht außer Frage. Diese Strukturen gaukeln Frauen (und Männern) vor, dass sie mit Leistungsbereitschaft ihre Existenz absichern können. Zugleich wird aber die Leistung in der Erziehungs-, Pfle­ge- und Hausarbeit weiterhin gering geschätzt. Diese unbezahlte Arbeit wird immer noch zu zwei Dritteln von Frauen erledigt und Berufe in diesen Berei­chen deutlich unter dem Durchschnitt entlohnt. Frauen bleibt dabei häufig nur das Modell des bloßen Dazuverdienstes, denn eine Vollzeiterwerbsarbeit wird vor allem durch fehlende Kinderbetreu­ungsangebote erheblich erschwert. Es sind Strukturen, die Vermögenswerte als rechtens erwirtschaftet und als nicht antastbar definieren, aber bei Erwerbs­arbeit mit hohen Steuersätzen und Sozialabgaben zugreifen. Strukturen, in denen Arbeits­lose ab 45 bzw. Frauen schon ab vierzig Jahren für den Arbeits­markt zu „alt“, aber für den Pensionsantritt zwanzig Jahre zu jung sind, und die vielen Frauen wegen einer deutlich zu geringen Pension auch im Alter kein ei­genständiges Leben erlauben. Die Folge davon ist, dass in Österreich mindestens 281.000 Frauen von Armut betroffen sind und eine weitere halbe Million Frauen als von Armut gefährdet gilt.

Armut im Alter. Susanne Stockinger ist eine dieser Pensionistinnen, die von sich sagt, dass sie armutsgefährdet ist. Sie kann sich z.B. ihre Wohnung nur deshalb leisten, weil einer ihrer erwachsenen Söhne bei ihr wohnt und zu den Mietkosten beiträgt. Nach einer sieben Jahre andauernden Arbeitssuche ist die heute 62-Jährige seit 2000 in Invaliditätspension. „Ich habe bei einer Bank gearbeitet und ganz gut verdient. Als ich bei einer Umstrukturierung mit 43 ‚ausgeschieden‘ wurde, dachte ich, dass es kein Problem sein wird, einen neuen Job zu finden“, sagt Stockinger rückblickend. „Da habe ich mich sehr getäuscht.“ Eine neue Arbeitsstelle als Großhandelskauffrau zu finden, erwies sich bald als utopisch. „Ich habe dann vom Empfang über Portierstellen bis hin zu befristeten Vertretungsjobs alles angenommen, was irgendwie nach Büro klingt. Ich dachte, wenn ich einen Fuß in einer Firma drin habe, kann ich mich beweisen, und dann wird es was mit einer fixen Stelle.“ Aber als es in einer Firma tatsächlich offene Stellen gab, wurde Jüngeren der Vorzug gegeben: „Es hat mir zwar niemand direkt gesagt, aber ich habe gespürt, dass ich mit Mitte vierzig offenbar als zu alt galt.“ Stockinger versuchte es trotzdem immer wieder von Neuem, gründete den Verein „AhA – Arbeitslose helfen Ar­beitslosen“, um andere in der gleichen Situation ehrenamtlich zu unterstützen und ihnen genau wie sich selbst Mut zu machen.3

Auf Anraten des AMS-Beraters stellte sie schließlich einen Pensionsantrag. Mit einem siebzigprozentigen Behin­derungsgrad wegen einer Sehschwä­che – den sie bei der Arbeitssuche immer verschwiegen hatte, um ihre Jobchancen nicht zu mindern – wurde ihr die Invaliditätspension gewährt: „Das Problem dabei ist nur, dass diese Pension eben sehr klein ist und ohne die Witwenpension und die Unterstützung der Kinder Neuanschaffungen wie eine Waschmaschine nicht drin wären.“ Pro­blematisch ist aber auch, dass sie selbst mit Arbeit bis zum regulären Pensi­onsalter nicht viel mehr Geld erhalten hätte. Stockinger hatte wegen ihrer vier Kinder lange Arbeitsunterbrechungen und in jungen Jahren immer nur Teilzeit gearbeitet. Heute ist es ihr deshalb wichtig, jüngere Frauen auf diese Teil­zeitfalle aufmerksam zu machen.

Vollzeit alleine ist keine Lösung. Das typische Frauenerwerbsleben rächt sich: Die Arbeiterkammer zeigt auf, dass ein Jahr Arbeitsunterbrechung die Pension um zwei Prozent vermindert, ein Jahr Teilzeit reduziert die Pension um ein Prozent. Eine Unterbrechung von fünf Jahren und 15 Jahre Teilzeit reduziert eine Pension am Ende des Erwerbsle­bens von 1.250 Euro auf 1.000 Euro, im Vergleich zu einer Frau mit demsel­ben Einkommen, die nur drei Jahre mit ihren Kindern in Karenz war und sonst Vollzeit gearbeitet hat.

Schon dieses Beispiel zeigt, dass es im Kampf gegen Frauenarmut um eine Neuverteilung von Einkommen und Arbeit gehen muss. Neben der Umver­teilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit könnte eine Verkürzung der regulären jährlichen und wöchentlichen Erwerbsarbeitszeit neue Stellen schaf­fen. Bei gleich bleibenden Löhnen er­hielten ArbeitnehmerInnen damit auch einen höheren Anteil am erwirtschafte­ten Erfolg der Unternehmen. Theore­tisch, denn in der politischen Praxis bestimmen das Wirtschaftswachstum und damit die Rücksichtnahme auf die Unternehmen den Diskurs. Und die momentane Diskus­sion um Zuschuss-Renten in Deutsch­land zeigt, dass die Neuverteilung von Erwerbsarbeit nur ein Teil der Lösung ist. Ausgangspunkt war schließlich Arbeitsministerin Ursula von der Leyens Erkenntnis, dass Alters­armut auch jene treffen kann, die 35 Jahre lang Vollzeit gearbeitet hätten, aber weniger als 2.500 Euro brutto monatlich verdienen. Das zeigt, dass Er­werbsarbeit zur Alterssicherung alleine oft nicht reicht.

Diskutiert werden muss also auch über neue Standbeine für die soziale Absi­cherung: über den Anteil, den private Vermögenswerte dazu beitragen könn­ten; den Ausbau von öffentlicher Infra­struktur wie Kinderbetreuung, Pflege, aber auch leistbarem Wohnraum und öffentlichem Verkehr, der insbesondere Frauen finanziell und zeitlich entlastet und außerdem Arbeitsplätze schafft – und das sind nur ein paar Beispiele. Es geht jedenfalls darum, individuelle Probleme von einzelnen wie Maria Stern und Susanne Stockinger als jene der gesamten Gesellschaft zu begrei­fen – und sie gegen die verursachenden Strukturen nicht alleine ankämpfen zu lassen.

Martina Madner ist freie Journalistin und Autorin in Wien.

Fußnoten:

1 Sechzig Prozent der Kinder und Jugendlichen in Österreich bekommen zu wenig, 17 Prozent gar keine Alimente. Kinder und Jugendliche von Alleiner­ziehenden sind doppelt so oft von Armut betroffen wie andere Kinder. Maria Stern sammelt deshalb mit anderen Engagierten Un­terschriften, um damit von der Regierung einzufordern, für jedes Kind ein Recht auf Unterhaltsvorschuss zu gewährleisten. Petition „Kindesunterhalt? Ja, Bitte!“ www.npobase.com/kindesun­terhalt-ja-bitte

2 Maria Stern ist Allein­erzieherin, Lehrerin und Songwriterin. Bekannt wur­de sie mit dem „Swarovski Song“, ihrer Antwort auf Fiona Swarovskis Ratschlag, die Armen sollten doch Gemüse auf der Terrasse pflanzen. Mehr über ihre Musik auf www.myspace.com/mariastern.

3 Der Verein „AhA – Arbeitslose helfen Arbeitslo­sen“ in Linz bietet kostenlo­se Beratung für Arbeitsu­chende, speziell für jene ab vierzig Jahren. Es geht um die Vermittlung zwischen AMS und Arbeitsuchenden bei persönlichen Problemen, aber auch darum, sich unter Betroffenen auszutauschen und mit der eigenen Ar­beitslosigkeit besser fertig werden. www.vereinaha.at

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zeitausgleich: Teambuilding https://ansch.4lima.de/zeitausgleich-teambuilding/ https://ansch.4lima.de/zeitausgleich-teambuilding/#respond Tue, 02 Oct 2012 12:28:18 +0000 https://anschlaege.at/?p=3505 Illustration: Nadine KappacherG. muss mit seiner Firma zwei Tage auf Teambuilding-Seminar. Von IRMI WUTSCHER ]]> Illustration: Nadine Kappacher

arbeitsfragen in allen lebenslagen

G. muss mit seiner Firma zwei Tage auf Teambuilding-Seminar. Er ist nicht begeistert. Die dort gerne praktizierten Wir-reden-uns-alles-von-der-Seele-und-können-uns-dann-mit-allen-Schwächen-und-Stärken-annehmen-Sitzungen werden in Wahrheit ja gerne dazu verwendet, die Schwächen anderer auszuspionieren und sie später unbarmherzig gegen sie zu verwenden. Mein Lieblingssatz zu diesem Thema von einem Kollegen nach einer Mediation ist: „Was früher ein schwelender Konflikt war, ist jetzt erbitterter Krieg.“ Teambuilding-Seminare sollte man also nicht auf die leichte Schulter nehmen.
G. soll für den ersten Tag eine Power-Point-Präsentation über sich selbst vorbereiten, genauer: über seine Aufgaben und seine Schwachpunkte. Ganz klar: In so einem Fall können nur Schwächen aufgeschrieben werden, die eigentlich Stärken sind. Ich schlage ihm vor: „Ich bin zu engagiert und opfere mich immer zu sehr für die Firma und die KundInnen auf.“ Mir würde das gut gefallen, gemeinsam mit einer Clipart oder einem lustigen Comic, in dem ein Männchen fröhlich Aktenberge schupft o.Ä. Das Ganze in einer effektbeladenen Präsentation, in der alles mit einem „Wuuusch“-Geräusch auf den Folien erscheint. G. will aber nicht so dick auftragen. Schade. Aber dann schreibt er als Schwäche „KundInnenzufriedenheit vs. Effizienz“ auf. Soll signalisieren: Ich würde gerne ALLES für die KundInnen tun, gleichzeitig für die Firma möglichst viel in kurzer Zeit leisten und dieses Dilemma ist mein großer Schwachpunkt. Gar nicht schlecht. Zurück vom Teambuilding erzählt G., dass sich seine KollegInnen gar nicht so geziert hätten, was Schwächen betrifft. Angeführt wurde etwa „Ich kann mir gar nix merken“ genauso wie: „Ich stinke“. Wobei bei letzterem Geständnis ein Bravourstück der Schwäche-zu-Stärke-Umdeutung demonstriert wurde: „Ein Kunde hat mir gesagt, ich stinke“, berichtete der Seminarteilnehmer, der im Verkauf tätig ist. „Das beweist, dass ich schon so eine Nähe zu den KundInnen aufgebaut habe, dass sie mir so etwas Intimes sagen können!“

Irmi Wutscher hat für diese Kolumne mit G. ein Team gebildet, indem sie schamlos Geschichten aus seinem Arbeitsleben geklaut hat.

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lesbennest: Will It Smell Like Teen Spirit? https://ansch.4lima.de/lesbennest-will-it-smell-like-teen-spirit/ https://ansch.4lima.de/lesbennest-will-it-smell-like-teen-spirit/#respond Tue, 02 Oct 2012 12:13:51 +0000 https://anschlaege.at/?p=3499 LesbennestSo, I got the invitation for my 20th highschool reunion. Von DENICE ]]> Lesbennest

the fabulous life of a queer femme in action

So, I got the invitation for my 20th highschool reunion. And I can’t make up my mind whether to go or not. To help me with my decision I decided to do the old „pros and cons“-list. Because, you see, if there is one thing I hate, it is making the wrong call. And I’m always taking it to the extreme. I can be found rocking back and forth crazy-lady-style for having ordered the „wrong“ pizza (after having eaten it all, I should add). And, since the reunion is kind of a „once in a lifetime“-thing and not a disgusting Pizza Cipolla with too many onions, there is a huge risk of a complete meltdown in Bourbon Town if I don’t get it right this time.

Cons:

• It is in a town in the middle of nowhere in the middle of Sweden. In November. Cleaning my ears in the morning is more exciting than that godforsaken dump. This means that I would have to invest in flights and trains and precious time to even get there. And oh, did I say it’s in November? Do you know what the middle of Sweden is like in November? Drape yourself in a wet, stinking wool blanket, crawl into your fridge and close the door. There! Difference is, your fridge probably has more interesting and colourful inhabitants.

• I have actually not seen 99% of my former classmates in the last 20 years. Most likely for a reason.

Pros:

• I will glide into the bowling hall (Yes. The bowling hall. Don’t ask …) being the decadent diva I am, dazzling everybody with my oh-so-exciting life while they will show pictures of their snotty babies. Me vs All the rest – 10:0.

• I will finally find out who turned out queer. And I will have my gaydar set on full blast for this one.

• I will smooch up at least three sad unfulfilled housewives, giving them a moment of lesbian bliss. That is a plan that I am very sure will go my way since I will pack my Shane-moves and some lube. Question is, is it worth 500 bucks to explore this slightly arrogant plan of mine? Or will I end up in a corner, wearing ugly bowling shoes, sipping moonshine from a plastic cup while watching straight people who can’t dance do the „Lambada“?

Illustration: Nadine Kappacher

Denice was quite the Queen of her highschool. That is how she remembers it, so it must be true.

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lebenslauf: Ladyfriends https://ansch.4lima.de/lebenslauf-ladyfriends/ https://ansch.4lima.de/lebenslauf-ladyfriends/#respond Tue, 02 Oct 2012 12:02:37 +0000 https://anschlaege.at/?p=3492 lebenslauf_anschlaege_juni_2012Ich bin in dem Alter, in dem für vieles, was mir früher wichtig war, nicht mehr genug bzw. gar keine Zeit ist und in dem neue Prioritäten gesetzt werden müssen. Von CHRISTIANE ERHARTER]]> lebenslauf_anschlaege_juni_2012

auch feministinnen altern

Ich bin in dem Alter, in dem für vieles, was mir früher wichtig war, nicht mehr genug bzw. gar keine Zeit ist und in dem neue Prioritäten gesetzt werden müssen. Früher bin ich stundenlang durch Plattenläden gestreunt und habe mich durch unzählige Tonträger gehört, bevor ich dann ein, zwei neue erworben habe. Mehr konnte ich mir sowieso nicht leisten, und manchmal habe ich auch gar nichts gekauft. Stundenlang, auch tagelang habe ich Musik gehört. Jetzt fehlt mir dazu die Freizeit und die mit ihr einhergehende Muße. In der mir verbleibenden freien Zeit ist es mir wichtiger, mich mit Freundinnen und Freunden zu treffen. Doch seit mein bester Freund – ich kannte ihn zwanzig Jahre – vor einem Jahr verstorben ist, habe ich eigentlich fast nur noch Freundinnen. Alle sind in einem Alter, in dem sie zeitintensive Jobs haben: Einige sind vollbeschäftigt, einige in mehreren prekären Jobs gleichzeitig tätig und andere arbeiten, um sich das Kunstmachen zu finanzieren. Oder ihre Lebensmittelpunkte haben sich verlagert: Eine ist nach Rotterdam, eine in die Nähe von Athen und eine nach Berlin gezogen, eine ist in Oslo geblieben. Teilweise sind sie in lesbischen oder heterosexuellen Beziehungen und haben Familien gegründet und Kinder bekommen. Manche haben Job, Kind und Partnerschaft. Mit manchen muss ein gemeinsamer Termin – wenn wir uns zu dritt oder viert treffen wollen – zwei Monate im Voraus abgestimmt werden. An dem einen Wochenende ist eine auf Geschäftsreise oder nimmt an einer Konferenz im In- oder Ausland teil. An dem anderen Wochenende besucht eine ihre Eltern oder muss auf eine Familien- oder Geburtstagsfeier. Optimistisch stimmt mich die Tatsache, dass meine Mutter mittlerweile keine Zeit mehr hat, weil sie sich ständig mit ihren ehemaligen Schulfreundinnen trifft. In der Pension haben sie wieder zueinander gefunden. Und müssen sich erst mal erzählen, womit sie die letzten vierzig Jahre so ihre Zeit verbracht haben.

Christiane Erharter hat für die besten Freundinnen und Freunde weniger Zeit als ihr lieb ist.

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an.lesen: Mach mal! https://ansch.4lima.de/an-lesen-mach-mal/ https://ansch.4lima.de/an-lesen-mach-mal/#respond Tue, 02 Oct 2012 11:51:26 +0000 https://anschlaege.at/?p=3456 Ein neues Buch für eine neue DIY-Zielgruppe: Mädchen. Von BETTINA ENZENHOFER ]]>

Die Dinge selbst in die Hand nehmen? Für SONJA EISMANN und CHRIS KÖVER keine Frage. Ihre neue DIY-Zielgruppe: Mädchen. BETTINA ENZENHOFER hat die Anleitung zur Rezension gleich mal ausprobiert.

 

Da will man ja sofort selbst loslegen! Die Frage ist nur noch: Will ich beatboxen lernen? Die Fahrradkette ölen? Oder doch lieber eine Rezension schreiben? Egal wie die Entscheidung ausfällt: Von wem lernt man diese Dinge lieber als von Sonja Eismann und Chris Köver, den Herausgeberinnen des „Missy Magazine“? Denn Selbermachen heißt für die beiden: Es gibt ein gutes Gefühl und somit auch Selbstbewusstsein. Man kann selbst bestimmen, was genau passieren soll. Man kennt die Produktionsbedingungen. Und außerdem macht es unabhängig: „Denn um eure eigene Meinung zu veröffentlichen, eine Radiosendung, eine Platte oder einen Comic rauszubringen, seid ihr nicht darauf angewiesen, dass andere Leute (große Verlage, Radiosender, Plattenfirmen …) eure Sachen für wichtig halten. Ihr macht einfach, was ihr gut findet. Ha!“

So geht das! Dann also eine Rezension schreiben: Die besteht aus Einstieg, Hauptteil und Schluss – und aus einer eigenen Bewertung, ist hier zu lernen. Und obwohl es sinnvoll scheint, erst die Inhaltsangabe und danach die Bewertung abzugeben, müsse der Aufbau nicht zwingend diesem Schema folgen. Hauptsache die Leser_innen werden gut informiert, der Text ist nicht langweilig und die Argumentation nachvollziehbar. Das ganze kann man alleine machen, es kostet nichts und dauert „ein paar Stunden bis einige Monate“. Na dann? Klingt bewältigbar. „Mach’s selbst. Do it Yourself für Mädchen“ richtet sich an 14- bis 16-jährige Mädchen und besteht aus hundertfünfzig bunten Seiten. Denn auch die dritte „Missy“-Herausgeberin Daniela Burger ist mit dabei und diesmal für die Illustrationen und das Layout verantwortlich.

Illustration: Daniela Burger

 

Natürlich wird hier durchgehend die weibliche Anrede verwendet – obwohl sich die Burschen, wie die Herausgeberinnen klar machen, gerne mitgemeint fühlen dürfen, denn „do it yourself ist für alle“. Wem das alles jetzt noch nicht feministisch genug ist, der_die wird spätestens bei den einzelnen, insgesamt 47 DIY-Anleitungen fündig: Neben Klassikern aus dem Crafting-, Musik- oder Handwerksbereich (Wie bohre ich ein Loch? Wie funktioniert DJing? Wie kann ich mir aus einer alten Bluse eine Tasche nähen?) ist nämlich v.a. das Kapitel „Reagieren + Analysieren“ lehrreich. Hier finden sich z.B. Anregungen zum schlagfertig Kontern und dazu, was man gegen Mobbing tun kann. Die Antirassismustrainerin ManuEla Ritz zeigt einen ersten wesentlichen Schritt im Kampf gegen Rassismus – sich nämlich der eigenen Positionierung und den eigenen Erfahrungen bewusst zu werden. Und auch der vierte Punkt dieses Kapitels – „öffentlich sprechen“ – bringt Ideen, wie man bestimmte Situationen besser bewältigen kann. Expertinnen kommen auch an anderen Stellen zu Wort: Die Musikerin Bernadette La Hengst etwa, Bloggerin Annina Luzie Schmid oder Poetry-Slammerin Elisabeth R. Hager. Besonders toll: Comic-Autorin Jule Kruschke zeichnet einen Comic darüber, wie man einen Comicstrip zeichnet. Und das war noch längst nicht alles! Guerilla-Gardening, das eigene WLAN absichern (was war noch mal die „MAC- Adresse“?), die Privatsphäre im Netz schützen, eine Stereoanlage verkabeln undundund – da gibt’s genug zu lernen, nicht nur für Jugendliche. Gedämpft wird die Euphorie über dieses DIY-Buch einzig durch die Anleitung zum „sozialen Engagement“: „Denn für viele Dinge, die gesellschaftlich wichtig sind, ist zu wenig Geld da“. Deshalb sei es wichtig, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen, steht hier kritiklos. In einer Arbeitswelt, in der Frauen aber ohnehin überproportional oft unbezahlt arbeiten, ist das wahrlich kein notwendiger Hinweis, und der Zielgruppe des Buches wäre stattdessen wohl eher mit einer Anleitung für Lohnverhandlungen geholfen.

Fertig! Nach einigen Stunden des Schreibens sind nun Einstieg, Hauptteil und eigene Bewertung abgehakt, übrig bleibt der schwierige Schluss – er sollte „deine Leserinnen mit etwas Spannendem zum Weiterdenken entlassen“. Nicht nur weiterdenken, liebe Leser_innen. Weitermachen!

Sonja Eismann, Chris Köver: Mach’s selbst. Do it Yourself für Mädchen.
Beltz & Gelberg 2012, 17,50 Euro

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an.sage: Beyond Price https://ansch.4lima.de/an-sage-beyond-price/ https://ansch.4lima.de/an-sage-beyond-price/#respond Tue, 02 Oct 2012 11:47:59 +0000 https://anschlaege.at/?p=3459 Judith Butler hat den Adorno-Preis mehr als verdient. Von LEA SUSEMICHEL ]]>

Ein Kommentar von LEA SUSEMICHEL

 

2006 hat die Philosophin Judith Butler bei einer Diskussionsveranstaltung Hamas und Hisbollah als „progressiv“ und als „Teil der globalen Linken“ bezeichnet. Diese Aussage ist kritikwürdig, ohne Frage. Doch schon damals hat Butler präzisiert, keineswegs mit den beiden Bewegungen zu sympathisieren und sich stets für gewaltfreie Politik einzusetzen. „Ich habe weder Hamas noch Hisbollah jemals unterstützt“, stellt sie nun auch in Erwiderung auf die heftigen Anschuldigungen klar, die es als Reaktion auf ihre Auszeichnung mit dem Adorno-Preis gab. Denn der Jüdin wird Antisemitismus und Israel-Hass vorgeworfen, auch wegen ihres Engagements bei einer pro-palästinensischen Boykott-Kampagne. Butler erklärte hierzu, sie lehne zwar tatsächlich „Vorträge an israelischen Institutionen ab, die sich nicht eindeutig gegen die Besetzung aussprechen“, sei deswegen aber keineswegs mit sämtlichen Zielsetzungen der Kampagne einverstanden. Es ist natürlich legitim, stattdessen vor jedweder Form eines Boykotts jüdischer Einrichtungen zu warnen, und Butlers Position deshalb trotz ihrer Klarstellungen zu kritisieren. Definitiv nicht legitim ist es jedoch, dies in der vollkommen unverhältnismäßigen und diffamierenden Weise zu tun, in der dies im Vorfeld der Preisverleihung geschehen ist. „Israel-Hasserin“ wurde Butler etwa von Stephan Kramer, dem Generalsekretär des Zentralrats der Juden, genannt. Als „Vollidiotin“ wurde sie vom Soziologen Detlev Claussen bezeichnet. Weniger ausfällig, dafür besonders aberwitzig in der Argumentation war auch ein Artikel in der Wochenzeitung „Jungle World“. Da für Judith Butler und die ganze dekonstruktivistische Queer-Theorie „die Idee der Emanzipation ja überhaupt obsolet“ geworden sei, wäre „es nur konsequent, in Israel als der staatgewordenen Emanzi- pation der Juden den Hauptfeind zu entdecken“. Während dieser These bei aller Absurdität zumindest eine gewisse Originalität nicht abgesprochen werden kann, zeichnen sich die Ausführungen von Alex Gruber und Tjark Kunstreich ansonsten vor allem durch eine langatmige Wiederholung altbekannter Anwürfe aus: Butler lasse reale menschliche Leiderfahrungen zu bloßen Signifikanten werden und den Leib samt jeder Materialität zum fleischlosen Produkt diskursiver Praxis.

Dass in solchen Debattenbeiträgen die antideutsche Abwehr jeder Form von Israel-Kritik als Analyse von Antisemitismus verkauft wird, ist so bekannt wie ärgerlich. Mindestens genauso verärgert sollte man aber darüber sein, dass dabei nebenbei nun auch ungeniert auf Judith Butler als feministische Theoretikerin eingedroschen wird. Man muss im Gegenzug vielleicht nicht allen kritischen Stimmen sofort Antifeminismus unterstellen, sollte aber zumindest darauf aufmerksam machen, mit welcher Brachialgewalt dem Antisemitismus- Vorwurf gleich auch die Diskreditierung von Butlers Lebensleistung hinterher geschossen wird. Und so ist es nur folgerichtig, dass sich auf der Protestdemo vor der Frankfurter Paulskirche zur Preisverleihung unter die Israel-Fahnen auch Schilder gemischt haben, auf denen Slogans wie „Zwangsneurose: Akute Genderitis“ zu lesen waren. Einen Angriff auf ihre akademische Integrität stellt auch der zitierte Vorwurf dar, Butler habe sich mit ihrer Theorie von jedem Emanzipationsstreben verabschiedet. Wie fraglos auch in Claussens Pamphlet, in dem Butler neben Idiotie auch „selbstreferenzieller Akademismus“, den „kaum einer versteht, der nicht in ihren Spezialsprachen geschult ist“, attestiert wird. Eine solch gewaltige Verkennung der sowohl theoretischen Zielsetzungen wie auch des konkreten Einflusses von Butlers Werk kann nur als absichtsvolle Böswilligkeit interpretiert werden.

Butler war, das lässt sich ohne jede Übertreibung sagen, die zentrale Impulsgeberin der weltweit wichtigsten sozialen Bewegung der letzten Jahrzehnte: des Feminismus. Und immer geht es in ihrem Werk letztendlich um Emanzipation. Es gibt in diesem Zeitraum keinen „Akademismus“, der trotz „Spezialsprache“ emanzipatorisch so fruchtbar gemacht werden konnte wie die Ideen von Judith Butler: Queer-feministischer Aktivismus ist ohne „Gender Trouble“ nicht denkbar. Denn erfreulicherweise muss man als junge Feministin das Wort „Intelligibilität“ nicht gleich flüssig aussprechen können, um mit „Genderfuck“-Button am Kragen auf Ladyfeste zu gehen. Man muss nicht alle Austin- oder Lacan-Bezüge Butlers verstehen, um sich Vokabel wie „Heteronormativität“ und „Genderperformativität“ anzueignen und so gerüstet männerdominierte Uni-Diskussionen aufzumischen.

Butlers Bücher waren für mein eigenes Leben und meine Politisierung ungeheuer wichtig. So wie für unzählige andere Feministinnen meiner Generation auch. Wir alle gratulieren ihr zum Adorno-Preis. With love.

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an.klang: „Do You Love Your Life? We say L Yeah!“ https://ansch.4lima.de/an-klang-do-you-love-your-life-we-say-l-yeah/ https://ansch.4lima.de/an-klang-do-you-love-your-life-we-say-l-yeah/#comments Tue, 02 Oct 2012 11:38:23 +0000 https://anschlaege.at/?p=3451 Jede Menge neues, feinstes Free-Download-Rap-Material. Von SOOKEE]]>

Musikerinnen aus Großbritannien, den USA und Kartoffelland liefern feinstes Free-Download-Rap-Material. Von SOOKEE

 

Die Hamburgerin TemmyTon ist, was in der Szene als HipHop-Head bezeichnet wird: Eine, deren Herz für diese Subkultur schlägt, und die Leidenschaft ist so groß, dass es sich anfühlt, als würde sich daran nie wieder etwas ändern. Keine besonders moderne Haltung in der Rap-Szene, aber eine, die die Nummer eins im HipHop-Wertekatalog im Rücken hat: Realness. TemmyTon rappt mit souveränen Flows und einer Stimme, der sicherlich nicht so leicht nachgesagt wird, sie klinge wie eine der anderen drei bis acht Rapperinnen*, die man im deutschsprachigen Raum nennen kann. Sie berichtet davon, wie das so ist im Leben mit dem Erfahrungen-Sammeln, Scheitern, An-sich-glauben, und Weitermachen. Alle, die noch gerne davon berichten, dass Rap ein kreativer Kanal ist, auf dem mensch sich Ausdruck verleihen kann, werden mit geschlossenen Augen zustimmend nicken. Die Nachvollziehbarkeit ist groß, an manchen Stellen wird es der Hörerin allerdings zu einfach gemacht beim Mitdenken. Wenn TemmyTon in dieser albumförmigen Liebeserklärung an HipHop rappt „Du befriedigst mich wie Onanie“, dann lässt sich das als Ausdruck ihrer Unabhängigkeit begreifen. Es gibt bei ihr kein Jungs-Team, was sie dazu bewegt, an den gängigen Koolness-Standards anzuknüpfen und sich an möglichst zahlreiche Trends zu assimilieren, damit der Erfolg vermeintlich gesichert ist. Alles wirkt ein bisschen oldschool, und genau eben so gewollt. TemmyTons Free-Download-Album Momo klingt, als hätte sie ein Album gemacht, wie sie es sich zu hören wünscht.

Lady Leshurr enterte bei ihrem ersten Deutschland-Konzert mit folgendem Satz die Stage: „Some people say I am the female Busta Rhymes!“ Eine Art Ankündigung ihres naturgewaltartigen Flow-Talents. Mit diesem Statement zeigt sich aber auch, dass sie sich nicht von männlichen Maßstäben löst, obwohl ihr sagenhafter Output einem Paradigmenwechsel gleichkommt. Diese junge Britin hat dermaßen Feuer unter dem Arsch, dass mir beim Konzert immer mal wieder vor Begeisterung schwindelig wurde. Obwohl ich es eigentlich besser wissen sollte, kann ich mir die Präzision ihrer abgefahrenen Flowgeschwindigkeit nur darüber erklären, dass sie heimlich Kiemenatmung praktiziert. Ihr aktuelles Mixtape L Yeah, das wie vier weitere Veröffentlichungen kostenlos auf ihrer Homepage zum Download zur Verfügung steht, ist thematisch nicht spezifisch – muss es auch nicht, denn ihr Thema sind Reimvirtuosität, Flows, Intonierungen und stimmliche Experimente. Eine nennenswerte Ausnahme bilden die Tracks „I will“ und „Depression“. Zwei Songs, die von der Unabhängigkeit im Musikbusiness und der Schwierigkeit im Umgang mit Fame, Karriere und dem Wiederfinden der eigenen Person darin handelt. Beide Tracks zeigen, wie stark dieser Pfad für Frauen* im HipHop noch ausgetrampelt werden muss, damit die Anstrengung, darauf zu spazieren, nicht mehr so groß ist.

New York City gilt als die Geburtsstätte des HipHop. Ständig gebiert dieser Großstadtmythos neue Artists – aktuell dürfen wir uns über Angel Hazes Debüt Reservation freuen. Ein Album, das eigentlich alles kann, was von einer Veröffentlichung erwartet wird, wenn der dahinterstehenden Musikerin* großflächiger Erfolg zu wünschen ist. Es ist arschtrittig tanzbar („Werkin Girls“, „Drop It“), erfreulich klug („Smile n Hearts“) und angemessen großschnäuzig („Realest“). Die Tracks wirken selbsttherapeutisch ehrlich („Castle on a Cloud“, „Sufferings First“), sind angenehm Hipster-kompatibel („Jungle Fever“), liefern jede Menge anrührendes Identifikationspotenzial („It’s me“) und berühren romantische Seiten auf die schöne Art („Hot Like Fire“). Mit „Gypsie Letters“ findet sich dann auch der von mir diesen Sommer nicht grundlos am meisten gehörte Song auf genau jenem Album. Das Besondere an „Reservation“ ist in meinen Ohren das Recording und Mixing der Stimme. Es gibt immer wieder Parts, in denen das Atmen und Seufzen Teil der Aussage zu sein scheint. Definitiv gelungen.

Links

http://temmyton.de

http://ladyleshurr.com

http://whenitraeens.com

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Die Straßen sind leer https://ansch.4lima.de/die-strasen-sind-leer/ https://ansch.4lima.de/die-strasen-sind-leer/#comments Tue, 02 Oct 2012 11:31:56 +0000 https://anschlaege.at/?p=3462 Interview: JEANNA KRÖMER über postsowjetischen Feminismus. Von IRMI WUTSCHER ]]>

Wie feministisch sind die Vorzeige-Aktivistinnen Pussy Riot und Femen eigentlich wirklich? Und was tut sich in den postsowjetischen Ländern noch in Sachen Feminismus? IRMI WUTSCHER hat die Journalistin JEANNA KRÖMER nach postsowjetischen Frauenkämpfen gefragt.

 

Als eines der ersten Länder weltweit führte die Sowjetunion bereits 1917 das Frauenwahlrecht ein, wenig später folgte das Recht auf Abtreibung. 1936 hieß es, die Gleichstellung von Mann und Frau sei nun offiziell erreicht. Mit dem Niedergang des Sozialismus geriet jedoch auch der von oben verordnete Feminismus in Verruf. Zunehmend wurde die „natürliche“ Rolle der Frau wieder in einer Rückkehr ins Private und in die Familie gesehen. Einen Mann zu finden, der nicht trinkt und der nicht schlägt, wie es in einem Lied der Putin-Jugend heißt, scheint für viele Frauen in den postsowjetischen Ländern inzwischen zum bescheidenen Lebensziel geworden zu sein.

Von Feminismus hörte man aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zuletzt eher wenig – bis in den letzten Jahren Pussy Riot und Femen auch in der westlichen Medienöffentlichkeit aufgetaucht sind. Die einen kennt man wegen spektakulärer Oben-Ohne-Proteste gegen Prostitution, die anderen wurden gerade nach einem Aufsehen erregenden Prozess hinter Gitter gebracht.

 

an.schläge: Pussy Riot gehören derzeit wohl zu den bekanntesten Feministinnen überhaupt – aber wie feministisch ist ihr Protest? Das europäische Feuilleton zweifelt ja gerade an der Aufrichtigkeit dieses Feminismus.

Jeanna Krömer: Pussy Riot zählen sich selbst zu den Feministinnen der Dritten Welle. Sie werden von den meisten russischen Feministinnen, die ich zu dem Thema befragt habe, auch als feministisch wahrgenommen. Pussy Riot sprechen in ihren Punk-Liedern die Themen Macht, Gleichberechtigung, Klerikalismus und Homophobie an. Ihre aktuellen Texte sind für mich eindeutig feministisch. Allerdings haben zwei der für ihr „Punk-Gebet“ verurteilten Frauen von Pussy Riot vor einigen Jahren an einer Aktion der Künstler_innengruppe „Wojna“ teilgenommen, die sich schwer mit emanzipatorischen Werten verknüpfen lässt: Die Aktivistinnen haben Polizistinnen überfallen, um sie zu küssen, und ein Video darüber gedreht. Das ist vielleicht ein Symbol des Kampfes gegen Polizeigewalt, die Gewalt gegen Frauen, die der Aktion innewohnt, ist aber nicht zu übersehen. Die Vergangenheit der Pussy Riot-Mitglieder ist für mich persönlich also nicht eindeutig. Was aber in den letzten ein bis zwei Jahren von den Pussys zu hören und zu sehen war – nachdem sie zu einer selbstständigen Frauengruppe gereift sind –, kann ich als Sache zugunsten der Frauen und der Freiheit bewerten, auch wenn Punk nicht meinem privaten Musikgeschmack entspricht.

Pussy Riot, Foto: Igor Mukhin

 

Bekannt sind im Westen – wegen ihrer medienwirksamen Oben-Ohne-Aktionen – auch Femen aus der Ukraine. Wie feministisch ist diese Gruppe Ihrer Meinung nach?

Nicht jeder Frauenaktivismus ist Feminismus, es gibt auch patriarchale bzw. antifeministische Aktivistinnen – besonders wenn es um die Ex-Sowjetunion geht. In Russland gibt es z.B. eine „Frauenpartei“, die vor ein paar Monaten registriert wurde. Die Frontfrau der Partei sagt öffentlich, dass sie keine Feministin ist, und deutet an, dass Männer besser als Frauen und daher außer Konkurrenz sind.

Dorthin gehört für mich auch die Frauengruppe Femen. Femen hat sich nie als feministisch bezeichnet, bei direkter Nachfrage streiten sie den unterstellten Feminismus sogar ab, teilweise mit Begründungen wie „Wir sind keine Feministinnen, wir hassen doch die Männer nicht“. Nur auf der Website der Gruppe, die auf Englisch und somit für Ausländer_innen gedacht ist, gibt es feministische Andeutungen – was jedoch völlig dem widerspricht, was die Damen in russischsprachigen Interviews sagen. Diese Diskrepanz in der Message nach „Innen“ und nach „Außen“ ist meiner Meinung nach ein beunruhigendes Zeichen. Das Hauptziel von Femen ist die Bekämpfung der Prostitution. Was ihre Aktionen angeht: Sie kämpfen nicht einfach mit nackten Brüsten, sondern mit sexy performten Körpern. Weißblond gefärbte lange Haare, Pumps und rote Lackstiefel, kurze Röcke, auffälliges Make-Up auf den meist jungen Model-Körpern. Das einzige mollige Mitglied der Gruppe habe ich auf keinem Foto der Europa-Reisen der Gruppe gesehen. Ich möchte wirklich wissen, wie viele Sex-Touristen ihre „Proteste“ von der Ukraine ferngehalten und wie viele sie angelockt haben – so wie sie sich präsentieren. Denn die Kommentare der Männer in den Internetforen lauten meistens: „Was für sexy Bitches! Ich muss mal in die Ukraine fahren!“ Egal, was auf den Plakaten der Aktivistinnen steht, visuell wird etwas ganz anderes vermittelt.

Als Femen dann noch – angeblich zur Unterstützung für Pussy Riot – in Kiew ein Kreuz umgesägt haben, habe ich gedacht: So naiv kann man doch nicht sein! Denn so kurz vor dem Prozessen- de konnte das nur schaden. Ich habe zwar keine Beweise, vermute aber, dass Femen – bewusst oder auch nicht – als Provokateurinnen zu einem Mittel der Geheimdienste geworden sind.

Was tut sich abseits dieser bekannten zwei Gruppen? Welche anderen Frauenorganisationen gibt es?

Leider sind Frauen bzw. Feministinnen in unseren Ländern schlecht organisiert. Oft kämpft man als Frau ums Überleben und hat wenig Zeit und Möglichkeit, sich hinsichtlich eigener Rechte zu bilden und Solidarität zu entwickeln. Das Lebensniveau ist schlechter als in der EU, und es ist viel gefährlicher, sich öffentlich zu engagieren. In Belarus1 kann man schon für harmlose Flashmobs wie „gemeinsames Schweigen auf den Straßen als Protest“ oder „Eis essen“ im Gefängnis landen (beide Beispiele sind nicht erfunden). Unter solchen Umständen ist jede Aktion, jede Demo oder jedes Unterschriften-Sammeln gefährlich. Deswegen gibt es in unseren Ländern sehr wenig Aktivismus auf der Straße.

Es gibt aber Wissenschaftlerinnen, Journalistinnen, Aktivistinnen und Gruppen, die sich trotzdem trauen, etwas zu tun. Meistens ist ihr Engagement aber auf Aufklärung, Wissenschaft und Cyber-Aktivismus beschränkt. Deswegen fallen solche Gruppen wie Femen und Pussy Riot wohl auch so stark auf, denn die Straßen sind ansonsten leer. Ich persönlich leite zum Beispiel die junge feministische Gruppe „Belarussische Brennessel“.2 Uns gibt es seit zwei Jahren und wir geben eine Netz-Zeitschrift zu Fragen der Gleichberechtigung heraus3, verleihen „Antipreise“ an Sexisten und versuchen, unsere eigene Podcasting-News-Site FEM.FM zu machen.

Was sind aktuell die wichtigsten frauenpolitischen Themen?

Besonders „brennende“ Themen im postsowjetischen Raum sind meiner Meinung nach die reproduktiven Rechte der Frauen, häusliche Gewalt – in Belarus gibt es z.B. keine einzige Einrichtung, in der Gewaltopfer Unterkunft finden können –, Alkoholismus (der viele Gender-Probleme verschärft), Beteiligung der Männer am Familienleben sowie natürlich LGBT-Rechte, die vor allem in Russland gerade massiv bedroht werden. So kann mittlerweile jede bloße Erwähnung von Homosexualität als „Propaganda“ und als „jugendgefährdend“ betrachtet werden und zu einer Strafe führen.

Übrigens ist die LGBT-Community in den Ländern der Ex-Sowjetunion immer wieder selbst ziemlich patriarchal. So werden Lesben von der eigenen LGBT-Umgebung gedrängt, unbedingt zu gebären, um sich als Frau „zu verwirklichen“. Wenn man von „Schwulenrechten“ spricht, sind tatsächlich nur Männer gemeint, Lesben und Bisexuelle bleiben oft sogar in der eigenen Community unsichtbar.

Was für ein Standing haben denn feministische Themen in der Bevölkerung?

Es gibt nicht viele Feministinnen in den Ex-UdSSR-Ländern. Das F-Wort ist immer noch ein Schimpfwort. Die meisten Frauen und sogar Männer sind in privaten Gesprächen zwar der Meinung, dass eine Frau arbeiten darf und für gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen sollte. Aber umgekehrt hält man häusliche Gewalt immer noch für „eine besondere Art der Liebe und Leidenschaft“ und eine „rein private Sache“. Man diskutiert wenig darüber, dass sich Männer mehr an Haushalt und Kindererziehung beteiligen sollten, und bei einer Vergewaltigung ist die Hauptfrage: „Womit hat sie ihn provoziert?“ Geschirr waschen oder Windeln wechseln ist in unseren Ländern immer noch fast ausschließlich Frauensache. Frauen studieren genauso oft wie Männer, sie sind laut Gesetz gleichberechtigt. Aber in der Realität wird kein Mann bei einem Vorstellungsgespräch gefragt, ob er Kinder hat, und falls er noch keine Kindererziehung hat, wann er denn vor hat, zu heiraten und welche zu bekommen. Es ist wirklich eine Ausnahme, wenn ein Mann mit seiner Frau die Haushaltspflichten und die Kindererziehung gerecht teilt oder gar übernimmt. Dafür werden diese Ausnahmemänner dann häufig schikaniert und von Kollegen und Freunden ausgelacht. Ich kenne nur zwei Männer in Belarus, die sich öffentlich als Feministen bezeichnen. Nach den Angaben der ukrainischen Kolleginnen sind die Männer dort schon etwas fortschrittlicher, wenigstens was die Vaterrolle angeht.

Immer öfter und lauter hört man aber in den postsowjetischen Ländern die Forderung, dass Frauen zurück zur Familie und zum Herd sollen. Besonders stark ist diese antifeministische Debatte in Russland. Aber weißrussische und ukrainische Gesetzgeber kopieren die Initiativen ihrer russischen Kollegen meist, das ist also nur mehr eine Frage der Zeit.

Jeanna Krömer (Yamaykina), geb. 1980 in Belarus, wohnt derzeit in Berlin. Sie ist Journalistin, Koordinatorin der feministischen Gruppe „Belarussische Brennessel“ und Redakteurin des Online-Magazins „AMPHI“.

 

Fußnoten:

1 Belarus, früher auch bekannt unter dem Namen Weißrussland. Die Belaruss_innen erinnert dieser Name an die sowjetische Herrschaft, sie nennen ihr Land lieber Belarus.

2 http://krapiva.org

3 „AMPHI“: http://opensocium.com/archive

 

Wichtige feministische Initiativen in der Ukraine, Belarus und Russland:

Ukraine:

Feministische Offensive“: http://ofenzyva.wordpress.com

Sehr aktiv, mit vielen Aktionen, z.B. Proteste gegen das „antischwulen Gesetz“, das Abtreibungsgesetz

Gender-analytisches Zentrum Krona: www.krona.org.ua

Kharkovsker Gender-Zentrum: www.gender.univer.kharkov.ua

Maria Dmytriyeva ist Gründerin und Moderatorin der Online-Community http://feminism-ua.livejournal.com

Oksana Kis‘ leitet den Verband der Forscher der Frauengeschichte in der Ukraine

Wichtige ukrainische Feministinnen: Maria Maerchik, Olga Plachotnik, Tamara Slobina, Galina Jarmanova, Natalia Chermalych, Solomia Pavlichko, Oksana Sabuzhko, Vira Ageeva

 

Russland:

Moskauer Feministische Gruppe (http://ravnopravka.ru) mit Nadia Plungian, Vera Akulova, Anna Brjus, Bloggerin mit dem Nickname „Frau Derridahttp://frau-derrida.livejournal.com

Initiative „Für Feminismus“ (www.zafeminizm.ru) mit ihrer Koordinatorin Natalia Bitten

Komitee für Arbeitsinternationale: http://socialistworld.ru

Eine sehr bedeutende Rolle für die feministische Bewegung im russischsprachigen Bereich spielt die Online-Community http://feministki.livejournal.com. Elisaveta Morosova ist Gründerin dieser Community sowie auch von der Anti-Gewalt-Website http://dorogaksvobode.ru

Kluge Mascha“ ist eine Comiczeichnerin und Aktivistin zum Thema Gleichberechtigung. Ihr Blog: http://smartmary.livejournal.com

Rima Sharifullina, Koordinatorin der Gender-Politik von der Konföderation der Arbeit Russlands (Verbindung der Gewerkschaften Russlands www.ktr.su), Präsidentin der Menschenrechtsorganisation „Petersburger Ägide“ (http://spb-egida.ru)

 

Belarus:

Irina Solomatina – Wissenschaftlerin, Kulturologin

Politikerinnen Olga Karatsch, Julia Mickiewicz und Ljudmila Petina

Russja (Sängerin, Journalistin)

Natallia Vasilevich (christlich-feministische Aktivistin)

Lana Rudnik (regionale Projekte, z.B. Bildung für ältere Menschen)

Elena Gapova (Soziologin)

Svieta Kurs (Journalistin, Schriftstellerin) u.a.

 

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