Oktober 2011 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de Fri, 30 Sep 2011 09:05:48 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://ansch.4lima.de/wp-content/uploads/2024/10/cropped-favicon-32x32.png Oktober 2011 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de 32 32 medienmix https://ansch.4lima.de/medienmix-2/ https://ansch.4lima.de/medienmix-2/#respond Fri, 30 Sep 2011 09:05:48 +0000 https://anschlaege.at/?p=1746 zeitung_anschlaege_feminismus_oesterreichFrauenwörter * Mutterschaft * Mediencheck]]> zeitung_anschlaege_feminismus_oesterreich

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Frauenwörter

Das britische Literaturmagazin Mslexia erscheint viermal im Jahr und richtet sich an Frauen, die schreiben. Das literarische Pendant zur Legasthenie sei bei Autorinnen die häufig auftretende Störung, nicht gedruckt zu werden, wogegen das Magazin nun mit bereits 50 Ausgaben aktiv vorgehen will. Eigene Wettbewerbe, Interviews, Gegenwartsliteratur, Buchmarkt und Neuerscheinungen richten sich an erfolgreiche Autorinnen genauso wie an Anfängerinnen. Bestellung oder Online-Abo unter http://mslexia.co.uk.

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Mutterschaft 

(Queer-)Feminismus hört am Kinderbett nicht auf! Seit einem halben Jahr beleuchten die Fuckermothers Mutterschaft feministisch. Die Autorinnen (mit und ohne Kinder) dekonstruieren das Mutterideal, indem sie aus ihrem Alltag berichten, auf interessante Veröffentlichungen hinweisen oder sich satirisch mit

dem auferlegten Mutter-Perfektionismus auseinandersetzen. Der Blog bestärkt undogmatisch und humorvoll unterschiedlichste Lebensmodelle von Müttern. http://fuckermothers.wordpress.com.

 

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Mediencheck

Ein Zwiegespräch mit Popkultur führt die US-amerikanische Medienkritikerin und bekennende Serienjunkie Anita Sarkeesian mit ihren Clips. Auf Feministfrequency.com präsentiert sie unakademisch und kritisch Gedanken zu Gender und Popkultur. Über Youtube wurde so etwa der Bechdel-Test zu Frauen in Kinofilmen einem jungen Publikum bekannt, in der Reihe „Tropes vs. Women“ für das Bitch Magazine erläutert sie z.B. anschaulich das Hollywood-Prinzip „Schlumpfine“ in TV und Film.

Fiona Sara Schmidt

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Verniedlichter Aufstand https://ansch.4lima.de/massenproteste-chile-camilla-vallejos/ https://ansch.4lima.de/massenproteste-chile-camilla-vallejos/#respond Fri, 30 Sep 2011 08:56:12 +0000 https://anschlaege.at/?p=1741 Wortführerin der chilenischen Massenproteste gegen die neoliberale Bildungspolitik ist eine Frau. Doch der Erfolg der Mobilisierung wird immer häufiger mit ihrem guten Aussehen statt mit der Überzeugungskraft der Forderungen begründet. Von PAULA RIVEROS AHUMADA 

 

Gegenwärtig entwickelt sich in Chile eine der größten sozialen Bewegungen seit der Rückkehr zur Demokratie. Die chilenische Studierendenbewegung formierte sich im Mai dieses Jahres gegen die strukturellen Missstände im gegenwärtigen Bildungssystem, das noch ein Erbe von Augusto Pinochet ist. Dieser hatte die Basis für breite Privatisierungen im Bildungssektor geschaffen, womit ansehnliche Gewinne erzielt, gleichzeitig jedoch zwei wesentliche Bedingungen für eine gute Bildungsentwicklung im Land vernachlässigt wurden: die Qualität und die Bildungsgerechtigkeit.

Strukturell ungelöst. Seit 1990 hatte es immer wieder Demonstrationen aufgrund dieser Bildungspolitik gegeben, allerdings mit weit weniger Vehemenz. Es waren damals nur die Studierenden der Universitäten, die eine staatliche Finanzierung der höheren Bildungseinrichtungen forderten und es nicht nur für unzureichend, sondern auch für ungerecht hielten, dass nur denjenigen der Zugang zu höherer Bildung offensteht, die sich eine universitäre Laufbahn auch leisten können. Erst 2006 mit der sogenannten „Revolution der Pinguine“ (in Anspielung auf die schwarz-weißen Schuluniformen), einer von SchülerInnen initiierten Bewegung während der Regierungszeit von Michelle Bachelet, organisierte sich eine Arbeitskommission, die sämtliche betroffene AkteurInnen miteinbezog. Als Ergebnis wurde das noch aus der Diktatur stammende Bildungsgesetz (Ley Orgánica Constitutional de Enseñanza, LOCE) durch ein neues ersetzt (Ley General de Educación, LGE). Substanzielle Reformen des Bildungssystems wurden damit aber leider nicht umgesetzt.

Dass diese strukturellen Probleme im Bildungssystem weiter unverändert bestehen blieben und sich trotz eines gesetzlichen Verbots offensichtlich weiterhin viel Gewinn mit der Bildung machen ließ sowie auch die enorme Verschuldung, in die viele Familien deshalb gerieten, waren der Anlass für die Gründung der Konföderation der Studierenden Chiles (Conferderación de Estudiantes de Chile, Confech). Dieser schlossen sich auch die SchülerInnen, die privaten Universitäten und andere wichtige Teile der Zivilgesellschaft an.

Irrelevante Aspekte. Eine der auffälligsten Figuren dieser Bewegung ist Camila Vallejos. Sie ist Vorsitzende der chilenischen Studierendenföderation (FECh), Geografiestudentin und Aktivistin der Kommunistischen Jugend. Sie ist erst die zweite Frau, die den Posten der Vorsitzenden innehat. Ihr Erscheinen macht nun unleugbar deutlich, dass eine Frau mittlerweile solch einen durch Macht und Entscheidungsgewalt ausgezeichneten Ort besetzen kann. Dennoch hat die Figur Camila Vallejos in Chile, einer durch die Dominanz von Männern in Machtpositionen gekennzeichneten Kultur, nicht nur wegen ihrer Führungsstärke, ihrer Verdienste und ihrer Intelligenz die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen. Stattdessen präsentierte die Presse diese Frau vor allem als außergewöhnliche Schönheit und führte allein darauf auch den Erfolg der Bewegung zurück. Mit anderen Worten: Sie erklärten die große Unterstützung, die die Bewegung gewinnen konnte, einzig und allein mit Camila Vallejos Charisma und gutem Aussehen. Den vollkommen irrelevanten Aspekt, dass Vallejos sehr hübsch ist, derart zu lancieren, garantierte den Medien besondere Aufmerksamkeit, und nachdem sich gleich mehrere Boulevardblätter nur noch auf Berichte über ihre äußere Erscheinung verlegt hatten, wurde der eigentliche Gegenstand der Debatte vollständig aus dem Fokus der Öffentlichkeit verdrängt. Eine ähnliche Dynamik konnte bereits 2006 beobachtet werden, als Michelle Bachelet Präsidentin wurde und in den Medien nur ihr Aussehen, ihr Kleidungsstil und ihre Frisur diskutiert wurden. Undenkbar, dass einem männlichen Präsidenten so etwas passieren würde.

Nun bleibt es selbstverständlich jedem/r selbst überlassen, sich ein Urteil über die Attraktivität von Camila Vallejos zu bilden. Aber diese Form der Berichterstattung, die Vallejos führende Rolle in der Bewegung – wie auch die Bewegung selbst – derart bagatellisiert, entspricht genau der Art von Bildung, die wir in Chile erhalten: einer Bildung ohne Ernsthaftigkeit, bei der Themen nur noch oberflächlich behandelt werden und bei der eine gründliche Reflektion und Analyse nicht mehr vorgesehen ist. Dies muss unweigerlich zu einer Trivialisierung der Kultur, der Politik, der Ideen und des Sozialen führen. Die eigentlichen Ursachen des Konflikts und der darin verhandelten Themen werden verschleiert. So wird die Chance auf tatsächliche Veränderungen in Chile nicht nur bei der gegenwärtigen Bildungspolitik vertan, sondern auch was Reformen im Wirtschaftssystem, die Rolle des Staates oder der Verfassung anlangt. Und wir werden damit außerdem um die Gelegenheit gebracht, irgendwann in einer Gesellschaft größtmöglicher sozialer Gleichheit zu leben.

 

Paula Riveros Ahumada ist Psychologin und lehrt an der Universität von Santiago de Chile.
Übersetzung aus dem Spanischen: Jens Kastner

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Undenkbares passiert https://ansch.4lima.de/israel-tentifada/ https://ansch.4lima.de/israel-tentifada/#respond Fri, 30 Sep 2011 08:51:52 +0000 https://anschlaege.at/?p=1739 Die israelische „Tentifada“ hat die Gesellschaft schon jetzt verändert, nicht zuletzt aufgrund der zentralen Rolle, die Frauen in der Protestbewegung einnehmen. Von SYLVIA KÖCHL

 

„Darauf habe ich mein Leben lang gewartet.“ Hannah Safran, 61-jährige Veteranin der israelischen Frauenbewegung und feministische Wissenschaftlerin aus Haifa, erzählte bei ihrem Wienbesuch am 8. September mit glänzenden Augen von der gegenwärtigen Protestbewegung, die ihresgleichen in der israelischen Geschichte sucht. Am 12. Juli hatte sich die 25-jährige Videocutterin Daphne Leef entschieden, im Zentrum von Tel Aviv ein Zelt aufzustellen, weil sie sich ihre Wohnungsmiete nicht mehr leisten konnte. Mit ein paar FreundInnen startete sie via Facebook einen Protest- Aufruf, dem immer mehr Menschen mit eigenen Zelten folgten – am 3. September waren dann sogar 450.000 auf den Straßen, die ihre vielen verschiedenen Forderungen formulierten und ihrem Ärger über die Sozial- und Bildungspolitik freien Lauf ließen.

Neue Beziehungen. Das Themenspektrum der Bewegung, die sich zunächst auf die unmittelbarsten Probleme wie Lebenshaltungskosten, Arbeitslosigkeit und das erodierte Sozialsystem bezog, wird praktisch täglich erweitert. Und die Form, wie marginalisierte Gruppen, vor allem Frauen und arabische Israelis, inzwischen eingebunden sind, verändere die Gesellschaft schon jetzt: „Es war davor schlicht undenkbar“, so Hannah Safran, „dass ein Araber oder eine Palästinenserin auf einer israelischen Demo spricht oder sich Israelis positiv auf ein arabisches Land beziehen, wie etwa mit den Plakaten, auf denen ,Das ist unser Tahrir-Platz‘1 steht. Genauso begeistert bin ich von den jungen Frauen, die als Sprecherinnen auftreten und dabei feministisch argumentieren, obwohl sie sich selbst nicht als Feministinnen bezeichnen.“ Auch anderen, wie dem Schriftsteller Assaf Gavron, fällt das auf: „Bemerkenswert ist die zentrale Rolle der Frauen – und das in unserer machogeprägten, militaristischen Gesellschaft. Bislang sprechen auf den Demonstrationen vor allem Frauen“, schreibt er in einem Kommentar für die „Süddeutsche Zeitung“.

Die Protestkultur ist insgesamt sehr ungewöhnlich. „Die Leute gehen einfach auf die Straße, stehen in Gruppen zusammen und diskutieren“, schildert Safran. „Dabei lassen sie sich gegenseitig ausreden – eine durch und durch un-israelische Angewohnheit.“ Für größere Versammlungen wurde eine Zeichensprache von anderen Bewegungen, z.B. in Spanien, übernommen, dadurch lassen sich Zustimmung, Ablehnung und Kritik am Gesagten auf eine Weise äußern, die kaum Streit und keine Wortgefechte zulässt.

Neue Sichtbarkeiten. Die Frauenbewegung in Israel sei eher schwach, sehr zersplittert und habe nur wenige gemeinsame Themen, so Hannah Safran, und auch die bekannte Friedensbewegung „Peace Now“ habe sich immer sehr resistent gegen feministische Einflüsse gezeigt. Der alles beherrschende und vorwiegend von Männern geführte Sicherheitsdiskurs führe zur Unsichtbarkeit von Frauen in der Öffentlichkeit. Daphne Leef selbst, erzählt Safran, musste sich dafür rechtfertigen, warum sie ihren Militärdienst nicht abgeleistet hatte, und war sehr wütend, dass sie öffentlich erklären musste, sie leide an Epilepsie und habe stattdessen einen Sozialdienst absolviert.

Im Jahr 2000, als die zweite Intifada ausbrach, verschwand jegliche Hoffnung auf Veränderung. Die Menschen seien völlig desillusioniert gewesen, erschüttert davon, dass ein solcher Rückschritt im Friedensprozess überhaupt möglich war, beschreibt Hannah Safran die Ausgangslage. In den letzten Jahren habe die Regierung Netanyahu zudem „den Staat komplett ausverkauft“.

Sie sei sich aber sicher, dass es der Protestbewegung um weit mehr als nur Wohnungsprobleme geht, eben durchaus auch um eine neue politische Kultur

im Land. Der große Protest-Slogan, der sich von „Das Volk verlangt soziale Gerechtigkeit“ in „Soziale Gerechtigkeit für alle“ gewandelt hat, zeige, so Safran, dass jene 20 Prozent arabischer Israelis, die von den sozialen Problemen besonders stark betroffen sind, ganz selbstverständlich dazugehören. Eine Einschätzung, die von zahlreichen anderen KommentatorInnen geteilt wird, etwa von der Journalistin Dahlia Scheindlin: „In der Vergangenheit waren es Kriege und Sicherheitsfragen, die die Gesellschaft zusammengebracht haben, aber hier entsteht ein neues, kraftvolles Band, das diese polarisierte Gesellschaft zusammenführen kann.“ Das Mindeste, das sich viele erwarten, ist ein ziviles Leben, das es überhaupt wert ist, militärisch verteidigt zu werden. Wie geht es weiter? In der Nacht auf den 7. September wurde ein Teil der Zeltstadt am Rothschild-Boulevard in Tel Aviv – „Da kannst du 20 Minuten lang an den Zelten entlanggehen“, so Hannah Safran – polizeilich geräumt. Doch egal, was passiert, hinter diese kollektive Erfahrung könne niemand mehr zurück.

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sprechblase https://ansch.4lima.de/sprechblase/ https://ansch.4lima.de/sprechblase/#respond Thu, 29 Sep 2011 19:47:18 +0000 https://anschlaege.at/?p=1719 sprechblase_okt_2011_feminismusHARALD MARTENSTEIN, „Zeit“-Kolumnist mit der Mission „Männer zu verteidigen“, fordert einen Slutwalk für den „Schlamper“. Von LEONIE KAPFER]]> sprechblase_okt_2011_feminismus

sprechblase_okt_2011_feminismus
Harald Martenstein, „Zeit“-Kolumnist mit der Mission „Männer zu verteidigen“, fordert einen Slutwalk für den „Schlamper“. Denn diese männliche Gattung würde „von ihren Partnerinnen oder ihren Müttern“ wahrlich terrorisiert, da sie „ihr Zeug überall herumliegen lassen, nie aufräumen“.
Lieber Herr Martenstein! Ja, es nervt, wenn Männer denken, Haushalt sei Frauensache.
Und es nervt noch viel mehr, wenn jemand eine Demonstration gegen sexuelle Gewalt derart ignorant kommentiert.

Leonie Kapfer

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neuland: Du oder du? https://ansch.4lima.de/neuland-du-oder-du/ https://ansch.4lima.de/neuland-du-oder-du/#respond Thu, 29 Sep 2011 19:43:48 +0000 https://anschlaege.at/?p=1717 Neuland„Ich finde, diese Schuhe sehen bei dir am besten aus,“ sagte die Stimme hinter mir. Von BEATE HAMMOND]]> Neuland

entdeckungen im alltag

„Ich finde, diese Schuhe sehen bei dir am besten aus,“ sagte die Stimme hinter mir. Sie hatte Recht. Die Verarbeitung war gut, und der Schuh verlieh mir das gewisse, hippe Etwas. Ebenfalls nicht ganz unwichtig war der Preis, diese Schuhe kosteten immerhin 30 Euro weniger als die anderen, die ich anprobiert hatte. Nur eine Sache störte mich, und sie hatte mit den Schuhen nichts zu tun: das „Du“ der Verkäuferin. Zwar hatte ich bemerkt, dass in diesem Geschäft alle KundInnen geduzt wurden, aber es gefiel mir trotzdem nicht. Ja, ich weiß, auch Werbungen schwedischer Möbelhäuser oder deutscher Elektrohandelsketten duzen auf Plakaten ihre KundInnen, aber eben nur auf Plakaten, nicht, wenn man die Geschäfte betritt und tatsächlich dort einkauft. Allerdings duze ich auch nicht gerade wenige. Nicht nur Familienmitglieder oder FreundInnen, sondern auch deren FreundInnen, selbst wenn ich ihnen zum ersten Mal begegnete. Ich duze die meisten meiner KollegInnen und Chefs bei der Arbeit und grundsätzlich alle Leute beim Sport. Ich duze alle auf der Universität, obwohl ich vom Alter her den Lehrenden näherstehe als den Studierenden. Was hatte es mich deprimiert, als mich eine Studentin einmal gesiezt hatte! Und wie hatte ich mich geehrt gefühlt, als ich einmal über einen Freund einen semiprominenten Schauspieler kennenlernte, der mich gleich duzte, so als kenne er mich seit Jahren. Auch bei Friseuren habe ich schon spontan geduzt. Asymmetrisch Duzen ist gewissen Familien in gewissen Kreisen vorbehalten, wo Kinder ältere Verwandte siezen, aber von diesen geduzt werden. Oder Leuten, die ihr schwaches Selbstwertgefühl dadurch stärken, dass sie ihre angestellten Putzfrauen oder BabysitterInnen, die meist aus dem Ausland stammen, duzen und von diesen gesiezt werden wollen. In dieser Anrede schwingt ein Hauch von Beleidigung mit, ebenso wie bei Kindern, die wahllos alle Leute duzen, weil sie angeblich kein Sie lernen können. Die Schuhe habe ich übrigens gekauft. 

Kolumne Neuland
Illustration: Nadine Kappacher

Beate Hammond macht ihre Entdeckungen in Wien.

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an.sage: In Sluts We Trust? https://ansch.4lima.de/an-sage-in-sluts-we-trust/ https://ansch.4lima.de/an-sage-in-sluts-we-trust/#respond Thu, 29 Sep 2011 19:39:19 +0000 https://anschlaege.at/?p=1712 vina_yun_anschlaege_feminismus_slutwalk_kommentarEin Kommentar von VINA YUN]]> vina_yun_anschlaege_feminismus_slutwalk_kommentar

Ein Kommentar von VINA YUN

 

Seit im April dieses Jahres der erste Slutwalk in Toronto initiiert wurde, sind die „Schlampenmärsche“ zu einem globalen Phänomen herangewachsen: Von Berlin bis Neu Delhi versammeln sich Feminist_innen auf der Straße, um „gegen Sexismus, sexualisierte Gewalt, Vergewaltigungsmythen und -verharmlosungen“ zu protestieren, wie es etwa in den Demo-Aufrufen aus Deutschland heißt. Wir erinnern uns: Auslöser für den Slutwalk in Toronto war der „Ratschlag“ eines Sprechers der kanadischen Polizei, sich „nicht wie Schlampen anzuziehen, um nicht Opfer sexueller Gewalt zu werden“. Für die wohlbekannte Strategie, die Betroffenen selbst für die Übergriffe verantwortlich zu machen, gibt es im Englischen eine eigene Bezeichnung: Victim Blaming. Ganz oben auf der Liste der „Selber Schuld“-Mythen: „aufreizende“ Kleidung. In „provokanter“ Aufmachung erscheinen daher auch zahlreiche Demonstrant_innen zu den Schlampendemos – was die deutschen Slutwalk-Orga- nisator_innen wiederholt dazu veranlasst, den „performativen“ Charakter einer solchen Selbstdarstellung zu betonen. Noch schwieriger stellt sich die (teils selbst forcierte) mediale Inszenierung als neue feministische Protestkultur dar: Da wird etwa deren dezentrale Organisationsform bestaunt, und einige genieren sich nicht, die junge feministische Generation einmal mehr in Opposition zur angeblich männerhassenden und verschnarchten Frauenbewegung der Mütter zu stellen. Was die (un-)mögliche Aneignung des Begriffs „Slut“ angeht, beziehen sich viele Aktivist_innen im deutschsprachigen Raum auf die Riot-Grrrl-Bewegung der 1990er Jahre. Doch die Strategie dieses Reclaimings ist noch älter – lange vor den Riot Grrrls rappte etwa Roxanne Shanté 1984: „I am one bad bitch.“ Anfang der 1990er gingen afroamerikanische female Rap-Crews wie Bitches with Problems oder Hoes with Attitude in die Offensive und präsentierten sich selbst als „Superschlampen“ – eine Hardcore-Tradition, wie sie später von Lil’ Kim, Foxy Brown und anderen fortgeführt wurde. Von „Performativität“ war/ist hier allerdings nie die Rede, lieber wurde ihre Hypersexualisierung essenzialisiert. „Schlampen“ nannten sich übrigens auch die lesbischen Aktivist_innen der „Schlampagne“, die sich in Deutschland Ende der 1990er als Kritik an der „Homoehe“ bildete und die Vision eines „Schlamputopia“ formulierte, in der Selbstbestimmung nicht nur Sexualität, sondern auch z.B. reproduktive Rechte und Bewegungsfreiheit umfasst. Zwar wird bei den Slutwalks pflichtbewusst auf Differenz- Kategorien wie Klasse und Race hingewiesen – eine tiefergehende Auseinandersetzung mit der Kritik von Women of Color, die der politischen Wirksamkeit des Begriffs „Schlampe“ oder „Hure“ angesichts von rassistisch-kolonialen und klassenspezifischen Implikationen eher skeptisch gegenüberstehen, ist bislang jedoch ausgeblieben. Während weiße Mittelschicht-Frauen mit der ironisch-hedonistischen Affirmation des Schimpfwortes „Slut“ versuchen, gängige Weiblichkeitsbilder zu stören, sind z.B. Schwarze oder Roma-Frauen bereits von vornherein mit der Zuschreibung einer „wilden“, devianten Sexualität konfrontiert. Die Grenzüberschreitung des „Anständigen“ bleibt daher vornehmlich privilegierten (weißen, heterosexuellen) Frauen vorbehalten, die, wie es etwa eine Blog-Autorin des „Crunk Feminist Collective“ formuliert, „nach wie vor damit rechnen können, mit Würde und Respekt behandelt zu werden“. Auch zahlreiche Aktivist_innen aus der Sexarbeiter_innen-Bewegung formulieren Kritik: „In dieser Bewegung spielen konkrete Forderungen für die Rechte von Prostituierten bisher keine Rolle – obwohl doch der Begriff ‚Schlampe‘ seit Jahrhunderten sexuell selbstbestimmte und durch Promiskuität oder Kleidung aus der Rolle fallende Frauen in die Nähe der stigmatisierten Prostituierten rücken soll“, erklärte etwa Juanita Henning vor kurzem in der „Jungle World“. Ob Sluts, Bitches oder Hoes – Subjektpositionen, die sich vornehmlich über eine sexuelle Selbstdefinition in den herrschenden Diskurs einzuschreiben versuchen, sind schon immer zweischneidig gewesen. Denn sie sind nicht entweder hegemonial oder subversiv – sondern beides zugleich. Dass sich einige Mainstream-Medien mit Freude auf die Miniröcke und Dekolletés bei den Slutwalks stürzen, widerspricht demnach nicht unbedingt der Tatsache, dass das Anliegen durchwegs angekommen ist. „Slut“ ist keine universelle Erfahrungskategorie, weil ihr sowohl befreiende als auch repressive Momente innewohnen – für unterschiedliche Personengruppen. An diesem Wider- spruch weiterzuarbeiten, wäre eine Herausforderung für die kommenden – auch in Wien geplanten – Schlampen-Demos.

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an.künden: Mitmach-Revolutionen https://ansch.4lima.de/an-kunden-mitmach-revolutionen/ https://ansch.4lima.de/an-kunden-mitmach-revolutionen/#respond Thu, 29 Sep 2011 19:28:10 +0000 https://anschlaege.at/?p=1709 an.kuenden_okt_2011_feminismus_Blog„DIY. Die Mitmach-Revolution“ nennt sich eine Ausstellung, die derzeit in Frankfurt zu sehen ist.]]> an.kuenden_okt_2011_feminismus_Blog

„DIY. Die Mitmach-Revolution“ nennt sich eine Ausstellung, die derzeit in Frankfurt zu sehen ist. „Do It Yourself“ war auch schon vor dem aktuellen feministischen Handarbeits-Hype eine wichtige politische Strategie, etwa bei der Gründung von Medien. Die Schau bietet also bestimmt auch für Feminist_innen die eine oder andere nützliche Anregung, wie Revolutionen im Eigenbau funktionieren können.

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Do It yourself. Die Mitmach-Revolution.
Bis 19.2.2012, Museum für Kommunikation Frankfurt, 60596 Frankfurt, Schaumainkai 53 (Museumsufer), Di– Fr 9–18.00, Sa+So 11–19.00, www.diy-ausstellung.de

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an.sprüche: Gleichberechtigung und andere Ausflüchte https://ansch.4lima.de/an-spruche-gleichberechtigung-und-andere-ausfluchte/ https://ansch.4lima.de/an-spruche-gleichberechtigung-und-andere-ausfluchte/#comments Wed, 28 Sep 2011 13:51:24 +0000 https://anschlaege.at/?p=1636 ansprueche_anschlaege_Oktober_2011_.feminismus_oesterreichIm Frühjahr 2011 habe ich meine Kinder verlassen. Das hatte persönliche und berufliche Gründe. Von MYRIAM LEVOY]]> ansprueche_anschlaege_Oktober_2011_.feminismus_oesterreich

MYRIAM LEVOY ist für einen Job vorübergehend ins Ausland gegangen. Doch offenbar dürfen das nur Väter.

 

Im Frühjahr 2011 habe ich meine Kinder verlassen. Das hatte persönliche und berufliche Gründe: Das Verhältnis zu meinen Ex-Mann, von dem ich zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Jahr getrennt war und mit dem ich mir die Betreuung der Kinder von Anfang an geteilt hatte, war noch immer katastrophal. Zudem musste ich nach Jahren der Unabhängigkeit wieder meine Eltern um Geld fragen, weil es vorn und hinten nicht reichte. Dann bot sich mir überraschend die Möglichkeit, im Ausland eine Zeit lang genau den Job zu machen, den ich immer machen wollte, und bei dem ich mich darüber hinaus genau dafür einsetzen konnte, was mir politisch wichtig war. Ich dachte viel nach, drei, vier Wochen lang. Ich habe eine Entscheidung getroffen. Ich habe sie mir gut überlegt, ich finde bis heute, dass sie richtig ist und bin glücklich dort, wo ich bin.

Ich hatte mich mit dem Thema Mutterschaft und den damit verbundenen gesellschaftlichen Ansprüchen schon die Jahre zuvor herumgeschlagen, war jung und unbekümmert Mutter geworden, ohne jede Ahnung, mit welch eisernem Griff einen die gesellschaftlichen Normen, Rollenbilder, eigene und fremde Ansprüche packen, wenn man das unbeschwerte Studentinnenleben verlässt und nicht mehr länger eine Frau ist, die Rechte hat, sondern eine Mutter, die Pflichten erfüllen muss. Die Erfahrungen der Jahre zuvor waren allerdings harmlos im Vergleich mit den Reaktionen, die ich bekam, als ich Familie und FreundInnen meine Entscheidung mitteilte, zumindest vorübergehend ins Ausland zu gehen – und die Kinder, von denen ich wusste, dass es ihnen bei meinem Ex-Mann und in ihrem gewohnten Umfeld besser gehen würde, nicht mitzunehmen. Ich war auf Diskussionen und Kontroversen gefasst gewesen, aber nie hätte ich gedacht, was für ungebändigte Emotionen, ja welcher Hass mir aufgrund dieser Entscheidung entgegenschlagen würden. Schließlich kannte ich genug Männer, die verheiratet oder getrennt, für einige Monate zum Arbeiten ins Ausland gingen oder von Anfang an ihre Kinder aufgrund einer Arbeit in einer anderen Stadt – oder auch schlicht wegen zu viel Arbeit – nur am Wochenende sahen, ohne dass irgendjemand die Beziehung zu ihren Kindern oder ihre „Vaterschaft“ infrage stellte. Meine Eltern, die mich mein Leben lang ermuntert hatten, auch als Frau selbstständig meinen Weg zu gehen, brachen den Kontakt zu mir ab, nachdem sie mich als „Schande der Familie“ und „furchtbare Egoistin“ bezeichnet und beschimpft hatten.

Noch geschockter war ich jedoch darüber, wie mein (größtenteils linksradikales) Umfeld reagierte: nämlich kein bisschen anders. FreundInnen, die mich bisher immer unterstützt hatten, weigerten sich, mit mir über „dieses Thema“ oder überhaupt weiter zu reden: Dies sei einfach eine absolut unmoralische und egoistische Entscheidung, und ich solle mich nicht vor meiner Verantwortung drücken, indem ich immer mit „Gleichberechtigung“ oder ähnlichen Ausflüchten käme. Leute, die ich kaum kannte, die aber von meinen Plänen gehört hatten, schrieben mir E-Mails, in denen sie mich dazu aufriefen, diese Entscheidung noch mal zu überdenken und an die Kinder zu denken. Manche andere brachen vor mir in Tränen aus und baten mich, bei den „armen Kindern“ zu bleiben. Die Anschuldigungen gingen bis hin zu „geisteskrank“ und „gestört“.

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Illustration von Bianca Tschaikner

Niemand hörte mir zu, fragte mich nach Gründen, niemand unterstützte mich oder respektierte zumindest meine Entscheidung, niemand konnte sachlich mit mir darüber reden. Ich fühlte mich, als hätte ich jemanden umgebracht und nicht, als wäre ich zum Arbeiten für eine Weile weggegangen, in der Sicherheit, dass es meinen Kindern gut ging, sie liebevoll betreut waren und ich regelmäßig Kontakt mit ihnen hatte. Niemand glaubte mir, dass diese Entscheidung auch für mich nicht leicht war, dass ich die Kinder sehr liebe und manchmal schrecklich vermisse. Wenn ich sie lieben würde, wenn ich sie vermissen würde, hieß es, dann wäre ich bei ihnen.

Diese Anschuldigungen, ich würde meine Kinder nicht lieben, haben mich über Monate furchtbar gequält, und sie tun das teils heute noch. Aber ich bin ein politischer Mensch, ich habe mich viele Jahre intensiv mit Rollenmustern, mit Frauen- und Mutterbildern auseinandergesetzt. Und aus diesem Blickwinkel war es erschreckend zu erkennen, was für ein unglaublich konservatives Frauen- und Familienbild in meinem theoretisch so progressiven Umfeld herrschte. Die Mutter hat bei den Kindern zu sein. Dass das Wohlergehen der Kinder nicht an die physische Präsenz der Mutter geknüpft ist, dass es vielleicht andere Familienkonstellationen gibt, die ebenfalls denk- und lebbar sind, stand nicht mehr zur Debatte.

Das Argument „Kindswohl“ macht jeden Versuch, alternative Rollenmuster zu leben oder auch nur zu diskutieren, unmöglich. Haben Frauen sich nicht mühevoll über Jahrzehnte hinweg von einem Verständnis von Mutterschaft befreit, das Liebe mit Selbstaufopferung gleichsetzt? Ich weiß aus eigener Erfahrung, was für belastende psychische Folgen eine solche permanente Unterdrückung eigener Bedürfnisse „für die Kinder“ auf eben diese hat.

Feministinnen, scheint es, dürfen nicht Mutter werden, oder wenn sie Mutter sind, sind sie keine Feministinnen mehr. Muss nicht genau dieser Bruch zum Thema für alle Linken (Frauen) werden?

 

Myriam Levoy arbeitet seit mehreren Jahren als freie Journalistin.
Illustration: Bianca Tschaikner

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heimspiel: Wie machst du das eigentlich? https://ansch.4lima.de/babyschwimmen/ https://ansch.4lima.de/babyschwimmen/#respond Wed, 28 Sep 2011 13:43:47 +0000 https://anschlaege.at/?p=1632 Als Alleinerzieherin eines mittlerweile Zweijährigen falle ich weiterhin nicht auf. Von ALICE LUDVIG]]>

leben mit kindern

Als Alleinerzieherin eines mittlerweile Zweijährigen falle ich weiterhin nicht auf. Wochentags in einem stark frequentierten Wiener Schwimmbad kann ich die amtlich bestätigten 14 Prozent nicht ausfindig machen, die sogenannten „Ein- Eltern-Familien“ mit Kindern unter 15. Ich sehe jedenfalls bis zum Badeschluss eine ganze Masse von mindestens 98 Prozent Frauen im Kinderbereich. Ich werde auch nur noch selten gefragt: „Sag, wie machst du das eigentlich?“, denn die Mütter in meinem Bekanntenkreis sind selbst sehr beschäftigt. Zugegeben, ich spreche hier über AkademikerInnen mit Wohnsitz innerhalb des Gürtels bzw. in gentrifizierten Bezirken. Also echt nicht der Durchschnitt. Von dieser Gruppe bekommen jene, die bisher ohne Job nur ihr Kind betreuten, demnächst das zweite oder haben begonnen, wieder zwei, drei Tage die Woche zu arbeiten. Ich habe mich schon öfters gefragt, wie machen die das eigentlich? Nur Kind wäre mir nämlich viel zu anstrengend gewesen, wenn ich sehe, wie ausgebucht diese Mütter waren: Die Termine führten sie von der Osteopathin über die Beikostberatung in die Elternabende der Pikler-Gruppe und zurück. (Emmi Pikler war die Gründerin einer Bewegungsphilosophie im Ungarn der 1950er Jahre.) Dazwischen gab es noch Baby- Schwimmkurse, und die aktivsten meiner Bekannten haben zudem sogar Gehörlosensprachkurse besucht. Ehrlich, das ist jetzt total in, damit kann frau nämlich mit dem Nachwuchs schon vor der Spracherlernung kommunizieren!
Für den Baby-Schwimmkurs war ich zugegeben zu faul, außerdem fand ich ihn unverschämt teuer. Und wie mache ich das eigentlich? Ich arbeite 31 Stunden, mein Sohn ist im Kindergarten und lebt jeweils zwei Tage pro Woche bei meinen Eltern. Die restliche Zeit ist „quality-time“ für uns, womit ich sehr zufrieden bin. Einige meiner Freundinnen aus „Zwei-Eltern-Familien“ waren unlängst zum ersten Mal abends wieder im Kino. In diesen Kreisen aber eine Frage der Prioritäten und nicht des Geldes. 

heimspiel_illus_01_oktober_2011_feminismus_oesterreich_deutschland
Ilustration von Nadine Kappacher

Alice Ludvig ist seit über zwei Jahren aus freien Stücken Alleinerzieherin und lebt in Wien.

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lesbennest: Meet Ze (green eyed) Monsta https://ansch.4lima.de/meet-ze-green-eyed-monsta-queer-feminism/ https://ansch.4lima.de/meet-ze-green-eyed-monsta-queer-feminism/#respond Wed, 28 Sep 2011 13:34:27 +0000 https://anschlaege.at/?p=1624 LesbennestI have a chronic disease; I am suffering from hard-core envy of cool people. Von DENICE]]> Lesbennest

the fabulous life of a queer femme in action

I have a chronic disease; I am suffering from hard-core envy of cool people. The symptoms are belly-aches, shaking, panic and sudden attacks of crying heavily and feeling sorry for myself as soon as I think that somebody is much cooler than I could ever be. I get a strong compulsive need to grab whatever it is that the person in question possesses and run like hell, screaming, “it’s MINE now!! AAALL MINE!!” Luckily this never works out since the things I so desperately WANT are of a non-grabbable nature. So I start whining, which takes me onto the next level where I feel ashamed and hate myself for not DOING instead of COMPLAINING. And I should use all the potential that I have; but hey! Wait a minute; what if I actually suck?? What if it all turns out to be poop?? Ok. It’s better to not even try at all. At least I don’t have to live with the humilitation of public failure, and it’s safer to just fantasize about all the greatness that I really will achieve one day. And times goes by, and BOOM! One day I stand there at some public event and see all these talented people doing great stuff and I wantwantwantwant, face green and boiling with envy. Just the past month I have experienced severe pain from envy- ing the following people: girlsrockcamp-participants for being younger and better, creative queer people in Berlin in general, two friends leaving for a South America-trip that I’ve always wanted to go on, a friend publishing a really great book, the band Austra, ambitious and good looking 21-year old hipster queer-dykes who make my 20ies look like a commercial for XXXLutz, Beth Ditto, all the feminist artists who sit in the Fett & Zucker-café working on their new awesome projects, my sister for doing great political work and, finally, to put the icing on the self-pity-cake: Madonna’s daughter Lourdes. I “read” her blog and started crying because she HAS EVERYTHING and on top of it all lives in New York. That is when I did realize that I really have a problem.

Kolumne Lesbennest Österreich Deutschland Feminismus
Illustration: Nadine Kappacher

Denice truly enjoys it when other people succeed and promises that she has no voodoo dolls. At least not that many.

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