filmlöwin – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de Mon, 19 Feb 2024 17:50:16 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://ansch.4lima.de/wp-content/uploads/2024/10/cropped-favicon-32x32.png filmlöwin – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de 32 32 FILMLÖWIN https://ansch.4lima.de/filmloewin-2/ https://ansch.4lima.de/filmloewin-2/#respond Mon, 19 Feb 2024 17:50:14 +0000 https://anschlaege.at/?p=116108 Die FILMLÖWIN empfiehlt:OLFAS TÖCHTER Vier Töchter brachte die alleinerziehende Olfa Hamrouni zur Welt, zwei davon verschwanden im Alter von 15 und 16 Jahren spurlos: ein Fall, der in den tunesischen Nachrichten im Jahr 2016 großes Aufsehen erregte. Olfa und die beiden jüngeren Töchter Eya und Tayssir kämpfen damit, diesen Verlust zu verarbeiten. In Kaouther Ben […]]]>

Die FILMLÖWIN empfiehlt:
OLFAS TÖCHTER

Vier Töchter brachte die alleinerziehende Olfa Hamrouni zur Welt, zwei davon verschwanden im Alter von 15 und 16 Jahren spurlos: ein Fall, der in den tunesischen Nachrichten im Jahr 2016 großes Aufsehen erregte. Olfa und die beiden jüngeren Töchter Eya und Tayssir kämpfen damit, diesen Verlust zu verarbeiten. In Kaouther Ben Hanias Mischung aus Dokumentation und Spielfilm spielen sie Szenen aus der gemeinsamen Vergangenheit mit zwei Schauspielerinnen (als verschwundene Töchter) und einem Schauspieler (als Vater bzw. danach Geliebter der Mutter) nach. Mit lachenden und weinenden Augen berichten und reinszenieren die „echten“ Darstellerinnen die gewaltvollen, aber auch lustigen und schönen Momente, die sie gemeinsam erlebt haben. Auch die Einordnung der Familiendynamik vor dem Hintergrund
von patriarchalen Strukturen, der tunesischen Revolution und dem Aufkommen von Radikalismus begleiten die Geschichte.

Wenn Personen vor der Kamera ihr eigenes Leben nachstellen, welche Art von Film sehen wir dann? Wo beginnen und enden Fiktion und „Spiel“? Metaebenen sorgen für eine noch komplexere Vielschichtigkeit des Films. Ben Hania findet einen Weg, von Gewalt und Manipulation zu erzählen, ohne diese Darstellung für den Spannungsaufbau der Story zu funktionalisieren oder voyeuristisch zu werden.

BIANCA JASMINA RAUCH
Kinostart: 23.2.2024

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FILMLÖWIN https://ansch.4lima.de/filmloewin/ https://ansch.4lima.de/filmloewin/#respond Mon, 04 Sep 2023 04:27:55 +0000 https://anschlaege.at/?p=111803 Die FILMLÖWIN empfiehlt:„Past Lives“ Was wäre gewesen, wenn? Denken wir an eine alte, unerfüllte oder einfach durch äußere Umstände verunmöglichte Liebe zurück, lässt sich diese Frage schon mal stellen. In Celine Songs berührendem Debütfilm sind es Nora und Hae Sung, deren Leben nach der Auswanderung von Noras Familie getrennt wird. Als Zwölfjährige zieht Nora von […]]]>

Die FILMLÖWIN empfiehlt:
„Past Lives“

Was wäre gewesen, wenn? Denken wir an eine alte, unerfüllte oder einfach durch äußere Umstände verunmöglichte Liebe zurück, lässt sich diese Frage schon mal stellen. In Celine Songs berührendem Debütfilm sind es Nora und Hae Sung, deren Leben nach der Auswanderung von Noras Familie getrennt wird. Als Zwölfjährige zieht Nora von Seoul nach Toronto, erst viele Jahre später treffen die beiden online wieder aufeinander, bevor der Kontakt erneut abbricht. Doch eines Tages beschließt Hae Sung nach New York zu reisen, um seine alte Liebe wiederzusehen. Nora ist inzwischen glücklich verheiratet. Doch die Begegnung mit Hae Sung wird zu einer emotionalen Reise in die vertraute Vergangenheit. Was die meisten Geschichten zu einem Love-Triangle-Eifersuchtsdrama machen würde, inszeniert Celine Song in „Past Lives“ als offene, herzerwärmende Ausverhandlung der Gefühle aller drei Personen und ihrer sehr unterschiedlichen Positionen. Die Sensibilität seiner Figuren und ihr bedachter Umgang miteinander bildet die große Stärke des Films. Nora und ihr Mann Arthur leisten in ihrer Beziehung beide viel emotionale Arbeit. Sie nehmen Verunsicherung nicht als Schwäche wahr, sondern betrachten sie als Anlass zum offenen Gespräch und zeigen den Mut, sich gegenseitig zu vertrauen.

Bianca Rauch

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Filmlöwin: „Rafiki“ https://ansch.4lima.de/filmloewin-rafiki/ https://ansch.4lima.de/filmloewin-rafiki/#respond Fri, 01 Feb 2019 11:25:25 +0000 https://www.anschlaege.at/feminismus/?p=10184 Über die jugendliche Liebe zwei junger Frauen. Von SOPHIE CHARLOTTE RIEGER]]>

Das feministische Filmmagazin empfiehlt. Von SOPHIE CHARLOTTE RIEGER

Kena und Ziki, zwei junge Frauen, deren Väter gerade im Wahlkampf gegeneinander antreten, verlieben sich unsterblich ineinander. Dabei ist die Familienfehde noch das kleinere, das gesetzliche Verbot sowie die gesellschaftliche Ächtung von Homosexualität das weit größere Problem der beiden. Die kenianische Filmemacherin Wanuri Kahiu findet für diese Geschichte eine farben- und lebensfrohe Bildsprache, die – ohne dabei Probleme kleinzureden – keinen Raum für schwere Trübsal lässt. „Rafiki“ ist eine junge Romanze im besten Sinne. Mit ihrer bunten, aber niemals artifiziellen Farbgebung und der passgenauen Dosis rosa Kitsch vermittelt Kahiu nicht nur ein lebendiges Bild ihres Heimatlandes, sondern vor allem das Gefühl jugendlicher Liebe. Die Montage belässt Momente körperlicher Intimität in der Andeutung und entwirft zugleich in enger Zusammenarbeit mit dem Sound Design vor dem inneren Auge des Publikums ein aussagekräftiges Bild der Ereignisse. So wie sich Kena und Ziki einander mit der gebotenen Vorsicht annähern, so bleibt auch Kahius Film zaghaft und entwickelt dadurch eine ganz eigene Magie. Nicht zuletzt ist „Rafiki“ auch ein Film über zwei junge Frauen im Kampf gegen eine restriktive Gesellschaft. Und selbst wenn dieser (noch) nicht zu gewinnen ist, so lässt Wanuri Kahiu doch viel Raum für Hoffnung.

Rafiki
Regie: Wanuri Kahiu, K/ZAF/F/NL/D 2018
(Ab Ende Jänner in deutschen Kinos.)

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