6 / 2015 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de Wed, 29 Jul 2020 21:00:10 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://ansch.4lima.de/wp-content/uploads/2024/10/cropped-favicon-32x32.png 6 / 2015 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de 32 32 „Gender is just a lie“ https://ansch.4lima.de/gender-is-just-a-lie/ https://ansch.4lima.de/gender-is-just-a-lie/#respond Wed, 09 Sep 2015 16:15:53 +0000 https://anschlaege.at/?p=6535 Interview: planningtorock unterläuft Geschlechterkategorien. Von EVA DEUTSCH und IRMI WUTSCHER]]>

planningtorock plädiert dafür, mit Gender zu spielen. Und macht es gleich vor, indem sie* mit tief gepitchter Stimme über tanzbaren Beats singt. Interview: EVA DEUTSCH und IRMI WUTSCHER

 

Die Musiker_in planningtorock weist jede Zuweisung in die Zweigeschlechter-Ordnung zurück. Mit ihrer Musik, in der sie* mit künstlicher, tiefer Stimme singt, dass Gender nur eine Lüge und jede Liebe erlaubt sei. Auch in ihren Foto- oder bei ihrer Bühnenperformances präsentiert sie* keinen „natürlichen“ Körper, sondern verändert diesen mit Prothesen oder entzieht ihn dem Blick. Hinter planningtorock steht die Künstler_in Jam Rostron. Auch sie versucht, jenseits von binären Geschlechterzuschreibungen zu leben.

an.schläge: Ich habe dich schon ein paar Mal live gesehen, du warst immer ganz alleine auf der Bühne. Warum hast du dich entschieden, alleine zu arbeiten?

planningtorock: Als ich begann Musik zu machen, habe ich mit anderen Musiker_innen zusammengearbeitet, aber nicht besonders gute Erfahrungen gemacht – auch aus Gendergründen. Ich wurde diskriminiert. Deswegen habe ich beschlossen, einfach alles selbst zu machen und total unabhängig zu werden. Damals war das sehr heilsam. Aber ich habe mich immer danach gesehnt, Menschen zu treffen, mit denen ich zusammenarbeiten kann, denn alleine zu touren und zu performen ist sehr einsam. Und die Erfahrungen zu teilen ist sehr erfüllend. Nach einiger Zeit begann ich, Freundschaften zu schließen und Leute zu treffen, mit denen ich zusammenarbeiten kann – ohne dass große Egos im Weg stehen. Derzeit toure ich gemeinsam mit Hermione aka ROXYMORE und es macht sehr viel Freude!

Auf deinem Album „W“ gibt es einen Song namens „Jam“. Du nennst dich seit einiger Zeit auch so. Warum hast du dich entschlossen, Jam zu sein?

Meinen Namen habe ich geändert, weil die meisten meiner Freund_innen sowieso Jam zu mir sagen. Und ich wollte auch einen Namen, der genderneutral ist. Um mehr zu dem zu werden, was ich glaube zu sein.
Jetzt, mit Abstand zu meinem zweiten Album, kann ich sagen, dass ich bei den Songs „Jam“ und „Janine“ die Musik verwendet habe, um zu spielen, zu erforschen, zu verstehen. Es ist so lustig, mich darüber singen zu hören, was für ein großer, starker Mann ich bin! Ich habe das „er“ und das „sie“ erforscht, was es jeweils für mich bedeutet. Derzeit würde ich sagen, fühle ich mich als Weder-noch, ich bin immer in der Mitte, ein bisschen von beidem.

Als Sänger_in veränderst du auch deinen Körper mit Prothesen und verzerrst deine Stimme elektronisch. Warum?

Also erstens macht es mir wirklich Spaß, ich finde es klingt cool. Und zweitens passiert etwas mit dem Sound. Der Aufnahmeprozess läuft folgendermaßen: Ich singe alles höher, als ich eigentlich kann, und dann pitche ich es hinunter. Wenn ich den Sound tiefer mache, bekommt er eine andere Beschaffenheit, es entstehen zusätzliche Emotionen. Das mag ich sehr. Dieser vermeintliche „Fehler“ drückt viel mehr aus, als würde ich „richtig“ singen. Ich glaube außerdem nicht an eine natürliche Stimme. Die Stimme verändert sich ja das ganze Leben lang und das hängt ganz stark damit zusammen, wie es dir geht. Seit ich begonnen habe Musik zu machen, ist meine Stimme viel tiefer geworden.

© Bang On PR
© Bang On PR

Warum müssen wir über Gender reden, wie es einer der Songtitel deines letzten Albums fordert?

Weil ich das Gefühl habe, wir sind alle so stark gegendert. Das wäre ja okay, wäre Gender ein flexibles und selbstbestimmtes Konzept. Aber das ist es nicht, wir werden davon stark beeinflusst und unterdrückt. Ich bin daran interessiert, Gender auszudehnen, damit zu spielen. Und die Menschen mit Gender machen zu lassen, was sie wollen. Im Gegensatz dazu, was die Gesellschaft uns sagt.

Du sagst auch, dass Gender nur eine Lüge sei. Glaubst du, wir können Gender überwinden?

Dieser Songtext ist eine bewusste Provokation. Und stellt auch eine Frage: Was würde wohl passieren, wenn wir alle sagen: „Ach Gender, das ist ja nur eine Lüge. Man hat uns angelogen!“ Oder: „Es ist nur ein Spiel.“ Denken wir mal darüber nach: Es ist einfach nur ein Konstrukt!

Glaubst du, dass Gender eine stärkere Kategorie ist als Ethnizität, Klasse oder Behinderung?

Ich würde nicht eins gegen das andere ausspielen. Im Konzept der Intersektionalität sind alle diese Merkmale sehr stark miteinander verwoben. Das Bewusstsein dafür zu haben, das ist entscheidend. Und auch: Wer spricht über diese Unterscheidungen, wer kontrolliert die Sprache darüber?

Wie hältst du es mit den Pronomen, verwendest du „es“ statt „er/sie“ – oder etwas anderes?

Ich persönlich mag „they“ ganz gerne (Plural „sie“, kann im Englischen auch als genderneutrales Pronomen verwendet werden, Anm.). Ich mag aber auch einfach „Jam“. In meinem Pass zum Beispiel würde ich als Geschlecht einfach J angeben und sagen: Mein Gender ist Jam. In Schweden gibt es ja mittlerweile auch „hen“ – hoffen wir also, dass bald alle diese Option haben.

Glaubst du, irgendwann könnten wir „es“ zurückerobern, als positive Kategorie? So wie „queer“?

Wenn man das möchte: Klar! Oder wir kreieren etwas ganz Neues!

Als Musiker_in singst du über Feminismus und gegen das Patriarchat. Das bringt ja nicht unbedingt Airtime im Radio oder lässt sich gut für Plattenverkäufe vermarkten. Ist es überhaupt eine „kluge“ Idee, im Musikbusiness so politisch zu sein?

Für mich als Künstler_in stand recht früh fest, was ich will und was nicht. Ich bin einfach an diesen Fragen interessiert. Ich möchte aber auch betonen, dass ich nichts dagegen habe, beliebt zu sein. Tatsächlich hätte ich gerne, dass viele Leute meine Musik hören! Aber natürlich, auf der Business-Ebene gilt meine Musik als Ladenhüter. Was ich mache, ist eigenfinanziert und erhält sich selbst. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich tatsächlich davon leben kann. Sehr vorsichtig zwar, aber es geht! Ich will aber kein total unzugängliches Werk machen, das niemand versteht. Eigentlich hoffe ich, dass man mich sehr gut versteht! Denn ich will so viele Menschen wie möglich erreichen – darüber denke ich sehr viel nach.

Im Dokumentarfilm „The Punk Singer“ über Kathleen Hanna berichtet sie, welcher Hass ihr als Musikerin, die Diskriminierung und Feminismus offen anspricht, entgegengeschlagen ist. Vor allem von männlichem Publikum. Spürst du diese Feindseligkeit auch?

Solche Erfahrungen wie Kathleen Hanna habe ich nicht gemacht. Ich habe ja verschiedene Bühnenpersönlichkeiten, meine Präsenz ist sehr eigenartig. Daher ist es in gewisser Weise auch nicht so einfach, mich anzugreifen. Aber immer wieder kommen Männer zu mir und sagen: „Du bist so einschüchternd.“ Was ich großartig finde. Es kommen auch Frauen, die sagen: „Wow, ich wusste nicht, dass Frauen auf der Bühne so stark sein können.“ Das ist sehr erschütternd, aber auch lehrreich. Aber ich kenne viele weibliche Performer_innen und Producer_innen, die von anderen Erfahrungen berichten. Paula Temple zum Beispiel, sie arbeitet im sehr männlich dominierten Bereich Techno, hat viele extremere Erfahrungen gemacht. Ich schwimme ja irgendwo zwischen Dance und Performance, da gibt es vielleicht auch mehr Frauen.

Ich finde auch, dass du auf der Bühne sehr mächtig wirkst. Beim Soundframe-Festival waren sechs Typen vor dir auf der Bühne, die Sofa Surfers. Danach kamst du alleine und hast sie einfach weggeblasen! Woher kommt diese Power?

Es ist vielleicht einfach mein Drive? Ich fühle mich so privilegiert, auf der Bühne zu stehen und mit den Leuten kommunizieren zu können. Es ist auch wichtig zu zeigen, dass Frauen viel Raum einnehmen können – auch alleine! Ich nehme mir den Raum.

 

planningtorock ist die Musiker_in Jam Roston. Ihr aktuelles Album „All Love is Legal“ ist bei DFA Records erschienen.

Eva Deutsch und Irmi Wutscher sind mindestens seit dem Album „W“ große Fans von planningtorock und trafen sie* beim Donaufestival 2015 in Krems. Übersetzung: Irmi Wutscher

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Teach me! Love me! Pity me! https://ansch.4lima.de/teach-me-love-me-pity-me/ https://ansch.4lima.de/teach-me-love-me-pity-me/#comments Wed, 09 Sep 2015 16:13:15 +0000 https://anschlaege.at/?p=6533 Rassistische Weißheiten in der Szene. Von JAQUELINE EJIJI und VINA YUN]]>

Rassistische Scheiße, die weiße Feministinnen des Öfteren von sich geben. Acht Episoden, nacherzählt von JAQUELINE EJIJI und VINA YUN.

 

Sei doch nicht so empfindlich!

Was stellt die sich so an? Ich habe doch nur ihre Haare angefasst. Ich bin ein bisschen angetrunken, und jetzt ist es halt passiert. Hihi. Die Haare fühlen sich aber auch interessant an. Wie … wie Wolle! Ups. Hihi, das kam jetzt einfach so. Ich meine, das ist doch auch so! Das ist keine Beleidigung! Ich will auch solche Haare haben. Mmh. Das ist aber bestimmt nicht so einfach, die zu pflegen … Ach, bla, bla, bla. Sie tut ja gerade so, als hätte ich ihr an den Hintern gegriffen. Es sind doch nur Haare. Sie soll hier mal nicht so ein Gewese machen. Tut ja so, als wäre ich die Oberrassistin. Bin ich natürlich nicht. Die anderen gucken schon ganz doof … Mensch, die lässt nicht mit sich reden. Mmh, so, ich glaube, es wird Zeit für ein neues Bier.

Du bist ja nicht auf den Mund gefallen.

Wow, ich packe das hier gerade echt gar nicht. Aber sie wird sich schon wehren, wenn ihr das rassistische Gelaber am Arsch geht. Soll ich dazu was sagen? Ich weiß ja nicht. Nachher will sie gar nicht, dass ich dazwischengehe, und fühlt sich bevormundet. Ich meine, ich muss mich da doch nicht einmischen. Oder? Der Spruch war aber schon unterste Schublade … Ich weiß nicht … Ich sage ihr einfach, dass sie sich nicht aufregen soll. Sie soll’s nicht so persönlich nehmen. Das ist es echt nicht wert. Trottel gibt es überall.

Hör. Mir. Zu.

Waaaas? Das ist sooo furchtbar, was dir passiert ist. Ich kann das voll nachvollziehen. Ich verstehe total, wie du dich fühlst. Kack-Rassisten! Das ist wie die Sache mit meinem aufgeblasenen Chef. Der alte Sexist ist sowas von elitär. Denkt, dass er was Besseres ist, nur weil er es schon immer stecken hatte. Ich finde den sooo nervig. Mir geht das echt an die Nieren, weißt du? Neulich hat er wieder vor versammelter Mannschaft seine doofen sexistischen Witzchen gemacht. Frauen dies, Frauen das. Kotz. Ich kann den nicht mehr hören. Ich wollte mich mal beim Betriebsrat beschweren, aber meine Kolleg_innen sind da nicht so … naja, nicht so sensibel, weißt du. Ist doch echt ätzend, dass so einer ausgerechnet auf so einem Posten landet. Aber das ist echt typisch. Männerbünde allerorten. Ich weiß manchmal echt nicht, was ich machen soll. Was denkst du, was sollte ich tun?

Du Opfer! (Just kidding)

Jetzt sei doch nicht beleidigt, das war doch nur ein Scherz. So habe ich es ja gar nicht gemeint – ich bin doch keine Rassistin! Da könntest du mir ruhig mehr vertrauen. Du müsstest mich doch besser kennen, als deine Freundin/ Partnerin. Ich finde es wirklich nicht fair, dass Du mir gegenüber so aggressiv bist. Du kannst doch mit mir über alles reden, auch, wenn es um deine Rassismus-Erfahrungen geht. Aber wenn wir schon beim Thema sind: Ich finde halt, dass du dich schon etwas sehr in deinen „Opferstatus“ reinkniest – dabei bist du doch selbst recht privilegiert, nicht? Hast einen österreichischen Pass und studierst an der Uni. Du bist ja nicht einmal eine „wirkliche“ Migrantin, wo du doch hier geboren bist … da machst du es dir jetzt schon bisschen einfach. Sprichst du jetzt etwa für alle Migrantinnen?

Jetzt verallgemeinerst du aber …

Ob ich je rassistisch gehandelt oder geredet habe? Das fiele mir nicht ein. Mit weißer Kultur kann und will ich mich nicht identifizieren. Ich meine, ist doch kein Zufall, dass ich mich total unwohl fühle in dieser Stadt. Wien ist echt weiß, es sind einfach zu viele Whities hier. Gut, ich bin vielleicht weiß – aber auch ich werde diskriminiert. Da muss man schon differenzieren. Ich komme aus einer Arbeiter_innen-Familie, definiere mich als queer und entspreche außerdem nicht dem gängigen Schönheitsbild. Gerade in Bezug auf Körpernormen und Rassismus funktionieren Diskriminierungen doch ganz ähnlich. Mit dem bürgerlichen Hetero-Cis-Mann von der Straße habe ich jedenfalls nichts gemeinsam. Aber echt!

Illustration: Lenz
Illustration: Lenz

Hast du schon XYZ gelesen?

Es ist ja wohl klar, dass Sexualität und Sexualitäten, Geschlecht und Geschlechter und Begehren radikal dekonstruiert werden müssen. Nur so können die Konstruktion hierarchischer Differenz und ihre Verbindungen zu Begehrlichkeit aufgedeckt werden. Die … wo habe ich das neulich noch so schön scharf und pointiert gelesen? Bei der … wie hieß diese Autorin nochmal? Ach, ist ja auch egal. Wenn ich so überlege, hat ihr Text so stark zu mir gesprochen, weil ich es latent immer schon gewusst habe. Nur die richtigen Worte fehlten mir. Ja, meine eigenen Privilegien sehe ich schon sehr kritisch. Ich war schon immer sehr, sehr sensibel gegenüber diesen feinen Hierarchisierungen und der Verschränktheit von Kategorisierungen im Alltagsleben von Marginalisierten, Gering-Privilegierten, Unterdrückten und Ausgebeuteten. Da habe ich keine für gebraucht, die mir das erklären musste.

Warum seid ihr so misstrauisch?

Schwarze Frauen und Women of Color grenzen sich immer wieder stark von weißen Feministinnen ab. Ich verstehe ja, dass sie spezielle Anliegen haben – aber schwächt das nicht die feministische Bewegung, wenn Differenzen so stark betont werden? Identitätspolitik ist doch schon lange out. Es wird so viel darüber geredet, wie wichtig Bündnisse sind. Allerdings machen es sich Schwarze/of Color Aktivistinnen mit ihrem Separatismus selbst schwer. Die sehen in erster Linie nur sich. Und hey, es sind doch nicht alle weißen Feministinnen ignorante Kartoffeln. Letztlich unterstützt das nur eine patriarchale „Teile und herrsche“-Logik. Dabei geben wir uns so viel Mühe, alle Positionen mitzudenken. Gender Pay Gap, Gewalt gegen Mädchen und Frauen, das Recht auf Abtreibung – es gibt noch so viele Missstände. Sollten wir da nicht zusammenhalten und gemeinsam für die eine feministische Sache kämpfen?

Erklärt uns das doch bitte mal.

Ich bin interessiert an Bündnissen, weil ich schon immer irgendetwas mit Schwarzen Frauen und Frauen of Color machen wollte. Das ist oft nicht leicht. Die feministische Gruppe, in der ich aktiv bin, hat schon mehrmals versucht, Schwarze Aktivistinnen einzuladen und zu involvieren, zum Beispiel, indem sie sich zu besonderen Anlässen mit Vorträgen, Workshops, Textbeiträgen etc. einbringen. Schließlich wollen wir auch von ihnen lernen. Leider haben bisher nur wenige unser Angebot angenommen. Deshalb kennen wir leider auch nicht so viele Schwarze Aktivistinnen/ Aktivistinnen of Color persönlich. Dass so wenige mitmachen wollen, liegt vielleicht auch daran, dass wir fast keine Honorare anbieten können. Aber: In diesem Projekt arbeiten wir alle für kein bis wenig Geld, wir haben es alle schwer! Wir bemühen uns wirklich und greifen die Themen Migration, Rassismus usw. ständig auf. Ich frage mich: Wie sollen wir (bessere) Verbündete werden, wenn uns die anderen nicht sagen, was sie von uns brauchen?

Jaqueline Ejiji ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Vina Yun arbeitet als freie Journalistin. Beide sind bei der Gruppe Women* of Color* in Wien aktiv.

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Solidarität als Mittel zum Kampf https://ansch.4lima.de/solidaritaet-als-mittel-zum-kampf/ https://ansch.4lima.de/solidaritaet-als-mittel-zum-kampf/#respond Wed, 09 Sep 2015 16:06:12 +0000 https://anschlaege.at/?p=6529 Feministische Initiativen in Griechenland. Von MANUELA BANOŽA]]>

Seit 2010 wird die griechische Bevölkerung durch die Krisen- und Austeritätspolitik massiv belastet. Besonders Frauen leiden unter den Sparmaßnahmen. Hilfe bieten solidarische Initiativen und kämpferische Kollektive. Eine Reportage von MANUELA BANOŽA

 

Ich sitze mit Voula in ihrer Wohnung in einem Vorort von Thessaloniki. Sie hat handgemachte griechische Süßigkeiten und Espresso Freddo aufgetischt. Die 54-Jährige ist Mitbegründerin der Women’s Initiative Against Debt and Austerity Measures, die sich gegen die unsoziale Sparpolitik richtet, und bereits seit ihrer Jugend politische Aktivistin und Feministin. „Frauen sind die ersten, die von Sparmaßnahmen betroffen sind, und die Situation wird jedes Jahr immer schlimmer und schlimmer. Wir leben wie Gefangene“, sagt Voula. Es sind vor allem Frauen, die sich aufgrund der Kürzungen im Care-Bereich nun unentgeltlich um Kinder, Kranke und Alte kümmern – was sich natürlich auch auf ihr soziales Leben auswirkt.

Zurück in alte Rollen. Auch Nasia, die mit 27 Jahren eines der jüngsten Mitglieder der Fraueninitiative gegen die Austeritätspolitik ist, bestätigt diesen Befund: „Frauen arbeiten oft in prekären und schlechter bezahlten Jobs. Sie sind sehr stark von der Zerstörung des Wohlfahrtsstaates betroffen. Aber der zentrale Punkt dabei ist: Welche Frauenrollen werden durch diese Politik gefördert? Welche Möglichkeiten bleiben jungen Frauen? Entweder zurück an den Herd oder ins Ausland.“ Sie selbst lebt seit letztem Jahr in Deutschland, viel lieber wäre sie aber in Griechenland geblieben. Doch seit der Krise scheint Migration für viele junge Griech_innen die einzige Option zu sein.
„Wenn die Armut durch die Türe tritt, springt die Liebe aus dem Fenster“, lautet ein griechisches Sprichwort. Neben Arbeitslosigkeit, Kürzungen im öffentlichen Sektor, Privatisierungen und einem desaströsen Gesundheitssystem kommt es zu einem weiteren Problem: Seit der Krise steigen die Fälle von häuslicher Gewalt an Frauen, aber auch an Kindern. Gleichzeitig können Hilfsorganisationen durch die finanziellen Kürzungen kaum überleben. In Griechenland wurde erst 2006 ein Gesetz eingeführt, das häusliche Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe kriminalisiert. Ohne Unterstützung und mit zunehmender finanzieller Unsicherheit wird es für Frauen immer schwieriger, gewalttätige Beziehungen zu beenden.
Die Arbeitslosenrate beträgt in Griechenland 25 Prozent, laut Eurostat der höchste Wert in der EU. Rund 22 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen sind betroffen, wobei der höchste Anteil mit knapp 56 Prozent auf Frauen unter 25 Jahren entfällt (Stand Mai 2015). In Griechenland haben über zwei Millionen Menschen keine Krankenversicherung – bei elf Millionen Einwohner_innen. Für sie sind selbstverwaltete Solidaritätskliniken der einzige Zugang zu ärztlicher Versorgung. Viele Menschen ziehen mit dreißig oder vierzig Jahren wieder bei ihren Eltern ein, weil sie sich ein eigenständiges Leben nicht mehr leisten können. Das ist insbesondere für LGBTIQs sehr problematisch, wie eine Aktivistin betont. Etliche Familien leben von den – ohnehin stark gekürzten – Pensionen der Großeltern. „Wenn unsere Großeltern sterben, können wir nicht einmal richtig trauern, weil uns auch der finanzielle Verlust belastet“, erzählt eine junge Psychologin aus Athen.

Tatkräftige Systemkritik. Seit Ausbruch der Krise und vor allem seit der Besetzung des Syntagma-Platzes (1) in Athen im Jahr 2011 sind unzählige selbstverwaltete Kollektive, solidarische Projekte und Initiativen entstanden. Diese Strukturen sind heute für viele Griech_innen nicht nur überlebensnotwendig, sie zeigen auch eine mögliche Alternative auf: einen Weg in eine solidarische, antikapitalistische Gesellschaft. Nicht alle der Initiativen haben diesen Anspruch, doch viele heben das antikapitalistische und systemkritische Element hervor. So auch Areti, die gemeinsam mit anderen Aktivist_innen, die sich dem linken und anarchistischen Spektrum zuordnen, seit 17 Jahren ein soziales Zentrum betreibt. Seit der Krise wird in diesem Zentrum einmal wöchentlich eine kollektive Küche angeboten, in der Menschen aus der Nachbarschaft essen, aber auch mitkochen können. „Seit der Krise haben unsere Strukturen nicht nur politische Bedeutung, sondern sind zu einer Notwendigkeit geworden“, meint Areti. Sie betont, dass es dabei nicht um Charity geht. Hier will man nicht für andere Menschen, sondern mit ihnen gemeinsam handeln. Angst vor der Zukunft hat die 47-Jährige nicht: „Ich betrachte mich als Überlebende, mein Überlebensinstinkt ist sehr stark“, sagt sie lachend, „in meiner Jugend war ich viel pessimistischer.“

Women’s Initiative Against Debt and Austerity Measures © Manuela Banoža
Women’s Initiative Against Debt and Austerity Measures © Manuela Banoža

Feministische Kollektivität. „Solidarität statt Charity“ wird auch bei der Women’s Initiative Against Debt and Austerity Measures in Thessaloniki großgeschrieben. Es geht darum, einen selbstverwalteten Raum für kollektives Handeln und Widerstand gegen die neoliberale Politik zu schaffen. „Für uns ist das keine abstrakte Diskussion, die neoliberale Politik beeinflusst unser tagtägliches Leben und Überleben“, so Voula.
Seit Jänner 2014 hat die Initiative auch einen fixen Raum, in dem sich die Frauen treffen können. Das ehemalige Café wurde ihnen kostenlos von der Besitzerin zur Verfügung gestellt, die nun selbst ebenfalls bei der Initiative aktiv ist. Die wichtigsten Ziele der Fraueninitiative sind einerseits die Solidarität unter den Frauen und andererseits die Emanzipation der Frauen. Psychologisch sei es für die Frauen wichtig zu wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine sind. Nasia sagt: „Kollektivität ist unser Mittel zum Kampf. Aber auch die Emanzipation von Frauen ist sehr wichtig. Es ist notwendig, dass wir die Zusammenhänge und die uns zugewiesenen Rollen durchschauen. Nur dadurch können neue Wege eingeschlagen werden – gemeinsam mit anderen sozialen Bewegungen.“
Die Frauen, die sich in der Initiative engagieren, haben unterschiedliche Hintergründe. Einige waren schon vor der Krise politisch aktiv, andere nahmen erst danach zum ersten Mal an einer Demonstration teil. Die meisten Mitglieder sind alleinstehend oder alleinerziehende Mütter. Fast alle sind arbeitslos und kommen nur sehr schwer über die Runden. „Wir möchten jeder Frau Raum für ihre eigene Stimme und ihre eigene Geschichte geben“, betont Voula. In der Fraueninitiative werden persönliche Erfahrungen ausgetauscht und Probleme besprochen. Voula hält das für sehr wichtig: „Sonst würde jede von uns alleine zu Hause sitzen.“

Oxi. Der Raum ist täglich geöffnet und bietet verschiedene Veranstaltungen an, wie etwa gemeinsames Kochen oder Filmvorführungen. Es gibt Mal- und Theatergruppen sowie eine Gruppe, die sich mit feministischer Theorie auseinandersetzt. Die Fraueninitiative bietet Frauen jedoch nicht nur eine psychologische Stütze, sondern auch materielle Hilfe an. Jeden Freitag wird gespendete Nahrung verteilt. Oft aber reichen die Spenden nicht aus, es fehlt an finanziellen Mitteln. Die Angst vor der Zukunft ist bei vielen groß. Doch allen Drohungen der EU zum Trotz stimmte die Mehrheit der Griech_innen gegen die Weiterführung der Austeritätsmaßnahmen und damit gegen die neoliberale Krisen- und Sparpolitik. Für viele überraschend war, dass Frauen mit 62,3 Prozent sogar häufiger mit „Nein“ abstimmten als Männer. Ungeachtet des Referendums wurde kurz darauf das dritte Memorandum beschlossen: Trotz ihres bisherigen Versagens wird die Austeritätspolitik also sogar in verschärfter Form weitergeführt. „Es ist schwierig zu kämpfen, wenn du hungrig bist und nicht weißt, wie lange du noch ein Dach über dem Kopf haben wirst“, sagt die 55-jährige Katerina, „aber ich versuche trotzdem weiterzumachen und Lösungen zu finden.“

(1) Die Besetzung des Syntagma-Platzes war Ausdruck des Protests gegen die Sparpolitik und kann mit dem Aufbegehren der spanischen „Indignados“ verglichen werden.

 

Manuela Banoža schreibt ihre Masterarbeit über die genderspezifischen Aspekte der Krisen- und Austeritätspolitik in Griechen- land am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie in Wien.

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Ein neuer Anlauf https://ansch.4lima.de/ein-neuer-anlauf/ https://ansch.4lima.de/ein-neuer-anlauf/#comments Wed, 09 Sep 2015 16:02:16 +0000 https://anschlaege.at/?p=6531 Interview: ANGELA SCHWARZ über Gewalt in lesbischen Beziehungen. Von BETTINA ENZENHOFER]]>

Gewalt kommt in lesbischen Beziehungen genauso häufig vor wie in heterosexuellen, wird aber weitaus stärker tabuisiert. BETTINA ENZENHOFER sprach mit ANGELA SCHWARZ von der WASt über Nestbeschmutzung und hartnäckige Klischees.

 

an.schläge: Die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) hat 2010 die Konferenz „Tabu2: Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen“ veranstaltet. Worin besteht das doppelte Tabu bei Gewalt in lesbischen Beziehungen?

Angela Schwarz: Gewalt in Beziehungen ist an und für sich schon ein Tabu, weil man ja Zweierbeziehungen nicht mit dem Ziel eingeht, dass es irgendeiner darin schlecht geht. Der Umgebung einzugestehen, dass es in der Beziehung Gewalt gibt – ich übe Gewalt aus oder ich erlebe Gewalt –, ist nicht leicht. Bei lesbischen Beziehungen kommt dazu, dass es immer noch ein bisschen tabuisiert ist, überhaupt gleichgeschlechtliche Beziehungen zu haben. Das ist in den letzten zwanzig, dreißig Jahren etwas besser geworden, aber gerade der Anspruch, „wenn schon eine lesbische Beziehung, dann soll sie zumindest super sein“, macht eine zusätzliche Hürde aus. Als wir Mitte der 1990er-Jahre in der Villa (Community-Zentrum für Lesben, Schwule und Trans*Personen in Wien, Anm.) mit anderen Gruppen über Gewalt in der Szene und Gewalt in Beziehungen diskutiert haben, haben wir ganz lange darüber gesprochen, ob man das überhaupt thematisieren soll. Die Sorge der Nestbeschmutzung gehört zum doppelten Tabu dazu.

Wenn man es aus dieser Sorge heraus aber gar nicht thematisiert, tut man den lesbischen Frauen, die in ihrer Beziehung Gewalt erleben, nichts Gutes.

Genau. Das ist der Grund, warum es notwendig ist, es zu tun. Weil Gewalt auch in lesbischen Beziehungen vorkommt, das aber wenig, ganz wenig besprochen wird. Das Ausmaß der Beziehungsgewalt ist zwar ähnlich wie in Hetero-Beziehungen, aber dort suchen circa zwanzig bis 24 Prozent der Frauen in irgendeiner Form Unterstützung, in lesbischen Beziehungen machen das gerade mal drei bis fünf Prozent. Das zeigt auch die Hilflosigkeit dem Thema gegenüber und die mangelnden Angebote.
Neben der Angst vor Nestbeschmutzung gibt es noch weitere Hemmnisse: die Sorge, dass einer nicht geglaubt wird, weil „die ist doch eh nett, sei nicht so“. Oder dass man die Konsequenzen fürchtet: „Das könnte vielleicht Trennung heißen, das will ich aber nicht.“ Oder die Ansicht, dass Konflikte normal wären und dazugehören würden. Ich bin die Letzte, die jeden Konflikt als Gewalt bezeichnen würde, aber es muss klar sein, wo die Grenzen sind. Gleichzeitig herrscht weiterhin der Glaube vor, dass es in Frauenbeziehungen keine Gewalt gäbe.

Wie lässt sich der Mythos erklären, lesbische Beziehungen wären gewaltfrei?

Ich glaube, das kommt schon auch aus der Gewaltschutzbewegung, in der es um Männergewalt gegen Frauen ging, und wo die Rollen klar waren: Männer sind Täter, Frauen sind Opfer. Es stimmt schon, dass das hauptsächlich so ist. Aber wenn es in einer Beziehung keinen Mann gibt, fällt die Gewalt weg? Es gibt ein gesellschaftliches Bild, vor dem wir ja auch nicht gefeit sind, nämlich, dass Frauen keine Gewalt ausüben.

Weil Frauen so lieb und sanft sind.

Genau, das ist das Klischeebild. Gleichzeitig gibt es das Klischee von Lesben mit Bierflasche in der Hand und rauem Umgangston – und „bei denen gehört es halt dazu“, diese Lastwagenfahrerinnen-Typen, die es so eh nicht gibt. Diese beiden Klischees halten sich: In Frauenbeziehungen kommt Gewalt nicht vor, und wenn, dann geht sie von denen aus, die männlich wirken.

Constance Ohms hat viel zum Thema gearbeitet und sagt, dass sich heterosexuell dominierte Frauenbewegungen nach wie vor schwer damit tun, Frauen als Täterinnen wahrzunehmen. Wenn Gewalt in lesbischen Beziehungen innerhalb der Community aber auch nicht thematisiert wird – würde das in lesbisch dominierten Frauenbewegungen anders sein?

Nein. Ich kenne Constance gut, aber ganz unterstütze ich das nicht. Ich weiß, was sie meint, aber in den Frauenbewegungen sind seit den 1970er-Jahren immer sehr viele Lesben gewesen. Von daher ist das Bild für mich nicht ganz stimmig, dass Frauenbewegungen heterosexuell dominiert sind. Ganz vom Tisch wischen mag ich es nicht, aber ich glaube eher, dass beim Thema Männergewalt gegen Frauen Lesben weniger zu Wort kommen, weil sie ja in Frauenbeziehungen leben. Wie gesagt, es braucht seine Zeit. Auch in der Lesbenberatung in der Villa hat es Zeit gebraucht, bis eine gesagt hat: Wir müssen uns damit auseinandersetzen.

Illustration: Lenz
Illustration: Lenz

 

Zu den sogenannten Tabuisierungsmechanismen gehört auch, dass LGBT-Medien kaum Artikel zum Thema publizieren. Die WASt hat in einem einjährigen Beobachtungszeitraum verschiedener feministischer und LGBT-Medien (unter anderem auch der an.schläge) keinen einzigen Artikel zum Thema gefunden.

Ja, in dem einen Jahr nicht, aber es ist durch die an.schläge davor schon thematisiert worden. Aber da dachte ich auch: Ich muss mich selbst an der Nase nehmen! Medien brauchen ein vis-à-vis, um es thematisieren zu können.

Als an.schläge-Redakteurin befinde ich mich allerdings in einer Ambivalenz: Es ist wichtig, dass wir Gewalt in lesbischen Beziehungen endlich thematisieren. Weil aber lesbische Beziehungen an sich sonst nicht so prominent im Heft vorkommen, finde ich es auch problematisch, sie nun genau unter dem Gewalt-Aspekt zu thematisieren.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Vorwurf kommen wird: „Sie schreiben eh nicht so viel zu lesbischen Themen und jetzt machen sie einen großen Artikel zu Gewalt.“ Ich finde es wirklich wichtig, dass ihr das macht. Und dass nicht nur Beziehungsgewalt angesprochen wird, wobei diese sicher am meisten tabuisiert ist, sondern auch sexualisierte Gewalt in der Szene, wenn man es Szene nennen kann. Denn auch das ist ein Thema, das nicht sehr gern gesehen wird.

Sie haben bereits angesprochen, dass in Wien Ende der 1990er-Jahre Gewalt innerhalb der lesbischen Community viel diskutiert wurde. Es gab eine Reihe von Workshops und Diskussionen zum Thema, ein Buch wurde veröffentlicht1, die WASt hat bei zwei EU-Projekten mitgearbeitet und 2011 die Broschüre „Gegen Gewalt in lesbischen Beziehungen“ herausgegeben. Inwieweit haben all diese Bemühungen gefruchtet? Konnten auch Einrichtungen, an die sich Lesben wenden könnten, sensibilisiert werden?

Ich glaube schon, dass es durch verschiedene Maßnahmen in den letzten fünf bis sieben Jahren besser geworden ist, aber es ist nicht nachhaltig. Es hat einen Peak gegeben und der ist wieder weg. Die größeren Gewaltschutz-Einrichtungen sagen alle: „Ja, wir haben lesbische Klientinnen“, aber die lassen sich an einer Hand abzählen. Wichtig ist mir: Es braucht beides, einerseits die Offenheit in der Szene, aber auch die Offenheit von Gewaltschutzeinrichtungen. Die Frage ist: Wie formuliere ich mein Angebot? Viele Gewaltschutzeinrichtungen sagen einfach: „Wir sind für alle Opfer von Gewalt da“, das reicht aber nicht.

Illustration: Lenz
Illustration: Lenz

Lesbische Frauen bräuchten ein spezifisches Angebot.

Ja, genau, und sie müssen auch spezifisch angesprochen werden. Vielleicht gibt es die Sorge, dass dadurch bestimmte Bilder entstehen, oder dass die anderen Klientinnen sagen: „Das ist eine Lesbenpartie, da gehe ich nicht hin.“ Und deshalb planen wir jetzt ein weiteres EU-Projekt – das aber noch nicht gesichert ist –, das sich mit diesen zwei Bereichen beschäftigt: Wie kann man lesbische Frauen, die in Beziehungen Gewalt ausüben oder Gewalt erleben, stärken, und wie kann man Einrichtungen dazu bringen, dass sie sich zuständig fühlen und das nötige Know-how entwickeln. Das sind die zwei Dinge, die nicht gut funktionieren.
Ich habe den Eindruck, dass es in anderen Ländern, zum Beispiel in Schweden, mehr und deutlicher Thema ist. Auch in London gibt es ganz spezifische Vereine, die Anlaufstellen für Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen sind. Dort ist es nicht so, dass man das als Thema platzieren müsste, sondern Gewalt in gleichgeschlechtlichen und Trans-Beziehungen ist Thema. Vielleicht liegt das aber auch an der Größe Londons.
Wenn sich die eingesessenen Opferschutzeinrichtungen für alle Gewaltopfer öffnen, ist allerdings die große Frage: Fühlen sie sich nur zuständig für Gewaltopfer beziehungsweise für die Personen, die Gewalt erfahren? Oder auch für die Personen, die Gewalt ausüben? Und ist es überhaupt immer hundertprozentig abgrenzbar? Viele sagen ganz klar: „Wir sind eine Opferschutzeinrichtung“, was auch legitim ist, oder sogar: „Wir sind eine Opferschutzeinrichtung, die sich mit Frauen, die Opfer von Männergewalt sind, beschäftigt.“ Aber dadurch entstehen Raster, durch die lesbische Frauen, Trans-Frauen sowieso, fallen.

Eine 2010 durchgeführte WASt-Umfrage brachte das Ergebnis, dass etwas mehr als die Hälfte aller befragten lesbischen Frauen nicht weiß, wohin sie sich bei häuslicher Gewalt wenden können. Im Bericht zur Umfrage heißt es, dass die Möglichkeiten bei dieser Frage nicht einmal konkretisiert waren – man kann sich ja auch an Freundinnen wenden. Wissen gewaltbetroffene Lesben heute besser über ihre Möglichkeiten Bescheid?

Das hat mich auch ein bisschen erschreckt, aber vielleicht haben die Teilnehmerinnen der Umfrage Freundinnen nicht als Ressource gesehen, was sie hoffentlich schon tun. Das war damals eine Blitzabfrage und das Thema müssen wir wieder mehr forcieren. Wenn man nicht dran bleibt, flacht es wieder ab, und darum überlegen wir, ob wir mit anderen zusammen dieses EU-Projekt konzipieren. Auch der 24h-Frauennotruf wird mehr auf das Thema fokussieren. Ich habe das Gefühl, da wird jetzt wieder ein neuer Anlauf gestartet. Auf dass es nicht fünfzig, sondern irgendwann nur zwanzig Prozent sind! Es reicht nicht, 2011 eine Broschüre gemacht zu haben. Es braucht alle paar Jahre Initiativen, die Gewalt in lesbischen Beziehungen mehr thematisieren, publik machen, und zum Beispiel auch einen Artikel der an.schläge.

 

PDF der Broschüre „Gegen Gewalt in lesbischen Beziehungen: Information – Bestärkung – Auseinandersetzung “

(1) Michaela Ebner, Claudi Coutre, Maria Newald: Entscheidend einschneidend. Mit Gewalt unter Frauen in lesbischen und feministischen Zusammenhängen umgehen, Milena Verlag

 

Angela Schwarz ist stellvertretende Leiterin der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt).

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heimspiel: Die strengsten Babys der Welt https://ansch.4lima.de/heimspiel-die-strengsten-babys-der-welt/ https://ansch.4lima.de/heimspiel-die-strengsten-babys-der-welt/#respond Wed, 09 Sep 2015 15:25:25 +0000 https://anschlaege.at/?p=6537 HeimspielGetrieben von der ständigen Angst, etwas zu versäumen, hetzt er von einer Aktivität zur anderen. Von BEAT WEBER]]> Heimspiel

leben mit kindern

Beat W. hat ein Problem: Getrieben von der ständigen Angst, etwas zu versäumen, hetzt er von einer Aktivität zur anderen, kann keine fünf Minuten bei etwas verweilen. W. ist kein Einzelfall: Der moderne Mensch geht in einer Flut von Angeboten unter, die permanent um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren. Chronische Konzentrationsschwäche ist die Folge. Und niemand leistet Hilfe. Weitergereicht von den gesellschaftlichen Institutionen Elternhaus, Schule und Büro wie eine heiße Kartoff el, setzen schwere Fälle wie W. ihre letzte Hoff nung auf uns: die strengsten Babys der Welt. „Elternkarenz“ mag als Name für unser Programm wie ein irreführender Euphemismus klingen, aber wer hier einzieht, dem bzw. der sind die Regeln schnell klar: Untertags ist kein Handy, keine Fernbedienung, kein Buch in die Hand zu nehmen. Andernfalls schreiten wir ein – laut und körperlich. Kochen? Hat zügig und schlicht zu erfolgen – wir überwachen den Zeitplan und halten dabei stets einen Arm in Beschlag, um Extratouren zu unterbinden. Klopausen? Wir durchschauen diese Fluchtversuche – Babys schaff en es schließlich auch mit Windel. Einkaufen? Ein inszenierter Wutanfall gleich vor dem Obstregal schaff t die richtige Atmosphäre und unterbindet ziellos konsumistisches Flanieren. Zuhören und Konzentration auf das Wesentliche sind Eigenschaften, die am besten durch Warten erlernt werden – einer Fähigkeit, die den aufmerksamkeitsdefi zitären Konsumjunkies von heute völlig abhanden gekommen ist. Deshalb lassen wir uns besonders mit dem Einschlafen gerne Zeit. Das diszipliniert die InsassInnen, die dadurch verkürzte Zeit gut einzuteilen, mit der sie hinter unserem Rücken dann wieder ihren alten Gewohnheiten nachhetzen. Der jetzt vielleicht entstehende Eindruck, bei uns würde Bootcamp-mäßig nur gestraft, wäre aber verfehlt: Bei guter Führung wird gekuschelt und ein bisschen gespielt. Damit kann kein teures Digital-Detox-Resort konkurrieren!

Beat Weber ist eine Autorenleihgabe der Zeitschrift „MALMOE“.

Heimspiel. Leben mit Kindern
Illustration: Nadine Kappacher
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lebenslauf: Lebensfragen https://ansch.4lima.de/lebenslauf-lebensfragen/ https://ansch.4lima.de/lebenslauf-lebensfragen/#respond Wed, 09 Sep 2015 15:19:25 +0000 https://anschlaege.at/?p=6539 LebenslaufLöcher in Betonwände bohren konnte ich noch nie gut. Von CHRISTINE HARTMANN]]> Lebenslauf

auch feministinnen altern

Löcher in Betonwände bohren konnte ich sowohl maschinenausstattungsmäßig als auch muskelbedingt noch nie gut, mit den Jahren kam dazu noch Unlust. FreundInnen geht es ähnlich, ich kenne leider keine begeisterten HeimwerkerInnen, weshalb auch Freundschaftsdienste nicht infrage kommen. Auch ein Handwerker, der für zehn bis zwanzig Bohrlöcher freudig herbeieilt, findet sich schwer. Doch hier im Westen verfügt nahezu jede Region, Talschaft oder Stadt über SeniorInnendienste, die zur großen Freude von GemeinwesenarbeiterInnen und PolitikerInnen freiwillig bestens organisiert sind. Informelles Ehrenamt ist bekanntlich weit häufiger und bringt angeblich auch dreimal höheren wirtschaftlichen Nutzen als formelles. Wegen der Löcher in den Betonwänden bin ich jetzt also bei der „Seniorenbörse“ mitorganisiert. Ich entrichte den marginalen Jahresbeitrag und kreuze in einer langen Liste von gefragten Tätigkeiten an, was ich denn so könnte und anböte. Neben Diensten, die Haus, Hof, Garten und Haustiere betreffen, wird offensichtlich auch weniger Zeitaufwändiges und Kräftezehrendes nachgefragt.
Ich gebe an, dass ich zwar keine Spaziergänge begleiten möchte, jedoch gerne Kulturbegleitungen übernehme. Auch mache ich öffentlich, dass ich mich mit Formularen und Büroorganisation auskenne, mich zwar nicht an Kurzweiligem wie Spielen, Vorlesen oder Gesprächen, aber gerne an sonstigem Austausch beteilige. Eines sticht mir dabei besonders ins Auge: Lebensfragen! Diesen Punkt kreuze ich begeistert an! Lebensfragen habe
ich ja weit mehr, als ich selber benötige, die würde ich mit Freuden abgeben oder tauschen. Vielleicht treffe ich durch die „Seniorenbörse“ auf Lebensfragen, die mir noch nie in den Sinn gekommen sind, wundersame, völlig überraschende Fragen! Ich befürchte fast, dass meine Lebensfragen im Austausch mit denen anderer Menschen vielleicht abgegriffen und mickrig ausschauen könnten. Hoffentlich werde ich in naher Zukunft dafür angefragt!

Christine Hartmann ist hochzufrieden und dankbar über nunmehr stabil montierte Wandregale.

 

Kolumne Lebenslauf
Illustration: Nadine Kappacher
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an.sage: Pack und Zivilgesellschaft https://ansch.4lima.de/an-sage-pack-und-zivilgesellschaft/ https://ansch.4lima.de/an-sage-pack-und-zivilgesellschaft/#respond Wed, 09 Sep 2015 15:08:34 +0000 https://anschlaege.at/?p=6543 Beim Umgang mit Geflüchteten versagt die Politik. Von FIONA SARA SCHMIDT ]]>

Ein Kommentar von FIONA SARA SCHMIDT

 

Es ist Ende August, beinahe täglich gibt es neue Schreckensnachrichten: Wieder ertrinken Hunderte Flüchtende im Mittelmeer, 71 tote Menschen werden weniger als fünfzig Kilometer von Wien zusammengepfercht in einem LKW gefunden, deutsche Flüchtlingsunterkünfte brennen, Neonazis marschieren auf.
Die Zahl von 800.000 Geflüchteten, die dieses Jahr in Deutschland erwartet werden, ist keine Überraschung. Doch es sind Freiwillige, die vor dem Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales über Wochen Wasser und Nahrungsmittel verteilen, täglich warten dort über tausend Menschen in der Hitze. Im österreichischen Erstaufnahmezentrum Traiskirchen fehlt das Nötigste, sogar Toilettenpapier.
Ein Besuch von Amnesty International war nötig, damit Sichtschutz zwischen gemischten Duschen aufgehängt wurde. Damit NGO-Ärzt_innen ein „Feldspital“ errichten durften. Damit eine zentrale Annahmestelle für Spenden eingerichtet wurde.
Diese Zustände sind gewollt. Die Fotos aus Traiskirchen und anderswo sagen: Wir haben keinen Platz, das mitteleuropäische Boot ist voll, die reichsten Nationen der Erde haben keine Ressourcen mehr. Vonseiten der Politik
ist Betroffenheit über Tote auf österreichischem Boden zu hören, zusammen mit der Forderung nach strengen Grenzkontrollen, um „Schleppern das Handwerk zu legen“. Doch diese sind nur das Symptom einer Politik, die eine legale und vergleichsweise sichere Flucht verhindert.
Die schlechte Versorgung und fehlende Betreuung der Geflüchteten hängen außerdem mit der Privatisierung im sozialen Sektor zusammen. Diese Entwicklung wird von der ÖVP im Innenministerium seit Jahren als „schlanker Staat“ vorangetrieben, wodurch erfahrene NGOs verdrängt werden. „Die Menschen, die hier sind, haben es nicht leicht“, sagte Bundeskanzler Faymann angesichts der Obdachlosigkeit im überfüllten Erstaufnahmezentrum und trieb damit stellvertretend all die leeren Statements auf die Spitze. Der deutsche Vizekanzler Gabriel wollte deutliche Worte finden und nannte rassistische Demonstrant_innen „Pack“. Die Angesprochenen konterten beim Besuch der Bundeskanzlerin in Heidenau – viel zu spät und nur auf öffentlichen Druck zustande gekommen – mit „Wir sind das Pack“. Doch diese Menschen sind Teil von Deutschland und müssen von Politiker_innen jenseits der NPD adressiert werden, wenn noch Schlimmeres verhindert werden soll. Auf der anderen Seite zeigen Menschen große Solidarität mit Geflüchteten: Spenden, Demonstrationen und Aktionen. Doch – so gut und wichtig privates Engagement ist, es ist auch Ausdruck eines Abbaus staatlicher Verantwortlichkeit. Es sind nicht nur Sachspenden und Unterkünfte, sondern inzwischen auch Infrastruktur, die zivilgesellschaftliche Initiativen organisieren müssen.

Und auch wenn etwa in Syrien häufig Männer Flucht auf sich nehmen, um ihre Familien später nachzuholen: Achtzig Prozent der Flüchtenden weltweit sind Frauen und Kinder, sie brauchen besonderen Schutz. Es wurde von unzureichender Versorgung Schwangerer berichtet, Kinder, um die sich niemand kümmert, irren über das Gelände, Familien werden getrennt. Maria Rösslhumer vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser sagte gegenüber der „APA“, immer wieder sei von Dolmetscher_innen oder Hilfsorganisationen zu hören, in Traiskirchen käme es zu sexualisierter Gewalt. Auch International Women Space sieht die Sicherheit von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften nicht gewährleistet. „Seitdem Amnesty im Lager war, sind viele Flüchtlinge aufs Land in Zeltlager gebracht worden. Die Zustände dort sind ähnlich arg“, so die Initiative Frauen* auf der Flucht. Sie fordert die Anerkennung frauen*spezifischer Fluchtgründe (wie Vergewaltigung als Mittel der Kriegsführung, Genitalbeschneidung, Zwangsverheiratung oder -prostitution), die häufig nicht berücksichtigt
würden.
Für Frauen gibt es in den Sammelunterkünften keine Rückzugsräume, keine Privatsphäre. „Auch Flüchtlinge haben das Recht auf Schutz vor sexueller Gewalt. Für Frauen, die ohne familiäre Begleitung in Flüchtlingslagern ankommen, müssen eigene Wohnräume geschaffen werden“, meint auch die Grüne Frauensprecherin Berivan Aslan.
Auch für jene, die in ihrem Herkunftsland oder während der Flucht sexuelle Gewalt erfahren haben, brauche es Schutz und psychologische Betreuung. Ein positives Beispiel ist das soeben eröffnete „Haus der Frauen Baden“ für Asylsuchende und deren Kinder als „Ort des Schutzes und der Sicherheit, an dem sie ihre persönliche Situation stabilisieren und Pläne für die Zukunft schmieden können“. Wenn sie denn bleiben dürfen.

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an.künden: Frauen in Bewegung https://ansch.4lima.de/an-kuenden-frauen-in-bewegung/ https://ansch.4lima.de/an-kuenden-frauen-in-bewegung/#respond Wed, 09 Sep 2015 14:44:35 +0000 https://anschlaege.at/?p=6552 Drei neue Veranstaltungen der Reihe „Frauenbewegungen: Geschichte und Aktualität“ in Innsbruck.]]>

Für generationsübergreifenden Austausch und die Vermittlung von Wissen sorgt die Reihe „Frauenbewegungen: Geschichte und Aktualität“ in Innsbruck. Mit Workshops, Vorträgen, Performances und Ausstellungen werden Errungenschaften der Frauenbewegung vermittelt sowie aktuelle Forderungen diskutiert.

25.9., 18:00: Wir wollen nicht Menschen zweiter Klasse sein!, Vorkämpferinnen und Pionierinnen der Ersten Frauenbewegung,
AFLZ, Liebeneggstr. 15, www.frauenlesbenzentrum.at

7.10., 18:00: Das Private ist politisch!, Rückblick – Einblick – Ausblick: Die Zweite Frauenbewegung,
ArchFem, Zollerstr. 7, www.archfem.at

30.10., 19:30: 5 Frauen – 5 Bücher, Literatur und Politisierung,
AEP, Schöpfstr. 19, www.aep.at

© Washington Area Spark / flickr
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an.künden: Feinste Seife https://ansch.4lima.de/an-kuenden-feinste-seife/ https://ansch.4lima.de/an-kuenden-feinste-seife/#respond Wed, 09 Sep 2015 14:42:14 +0000 https://anschlaege.at/?p=6549 Fijuka veröffentlichen ihr zweites Album "Use My Soap".]]>

Ankathie Koi und Judith Filimonova hatten sich dem Thema „Frauen in der Popmusik“ zunächst theoretisch genähert, doch seit 2011 gibt es Fijuka: Experimentell, multi-instrumental, ironisch und stets interessiert an neuen Klangwelten. Auf ihr selbstbetiteltes Debüt folgt nun das zweite Album „Use My Soap“. Die erste Single-Auskopplung „Cold Brat“ gibt bereits einen kleinen Vorgeschmack auf intelligente Lyrics, kühle Synths und tanzbaren Pop, der sich gewaschen hat.

13.10., 20:00: Fijuka Album Release Show,
WUK, 1090 Wien, Währingerstr. 59, www.wuk.at

© Filmfestival Linz / flickr
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an.künden: Die Spuren der Stadt https://ansch.4lima.de/an-kuenden-die-spuren-der-stadt/ https://ansch.4lima.de/an-kuenden-die-spuren-der-stadt/#respond Wed, 09 Sep 2015 14:39:26 +0000 https://anschlaege.at/?p=6547 Zwei herbstliche Frauen-StadtSpaziergänge in Graz.]]>

Um Frauen- und Geschlechtergeschichte zu vermitteln und soziopolitische Themen auf die Straße zu bringen, finden seit 1991 in Graz die Frauen-StadtSpaziergänge des Vereins Frauenservice statt. Während sich der erste Spaziergang im Herbst mit gelebter Sexualität und den damit verbundenen Fragen zu Moral, (ungewollter) Schwangerschaft und Verhütung beschäftigt, setzt sich der zweite mit Prostitution und den Lebenswelten von
Sexarbeiterinnen* auseinander.

25.9.: „Geburt und Schwangerschaft“, Eingang Albert-Schweitzer-Klinik, Albert-Schweitzer-G. 36

1.10.: „Sexarbeit“, Frauenservice, Lendpl. 38

jeweils 16:00, ohne Anmeldung, www.frauenservice.at

© thisisbossi / flickr
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Pin-Ups: Off the Rokket https://ansch.4lima.de/pin-ups-off-the-rokket-4/ https://ansch.4lima.de/pin-ups-off-the-rokket-4/#respond Wed, 09 Sep 2015 12:11:55 +0000 https://anschlaege.at/?p=6541 ...]]>

Von YORI GAGARIM.

Illustration: Yori Gagarim
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