VII / 2018 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de Sun, 13 Oct 2019 10:25:26 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 https://ansch.4lima.de/wp-content/uploads/2024/10/cropped-favicon-32x32.png VII / 2018 – an.schläge – Das feministische Magazin https://ansch.4lima.de 32 32 2018-07 https://ansch.4lima.de/inhalt/2018-07/ Wed, 09 Oct 2019 22:44:44 +0000 https://anschlaege.at/?post_type=inhaltsverzeichnis&p=13177 ]]> ]]> leib & leben: Wissen und fühlen https://ansch.4lima.de/leib-leben-wissen-und-fuehlen/ https://ansch.4lima.de/leib-leben-wissen-und-fuehlen/#comments Wed, 10 Oct 2018 14:46:20 +0000 https://www.anschlaege.at/feminismus/?p=10057 Illustration: Sabrina WegererVerletzungen im Film machen emotional betroffen. Von FRANZISKA KABISCH]]> Illustration: Sabrina Wegerer

Vor einiger Zeit hab ich mit zwei cis Männern zusammengelebt, die ich wirklich sehr schätze. Sie verstehen sich als feministisch und waren auch immer bereit, ihre Handlungen entsprechend infrage zu stellen. Auf der großen Leinwand in unserer WG schauten sie gerne zusammen „Game of Thrones“, und an einem Abend schaute ich mit.
In dieser Folge wurde eine Frau vergewaltigt, einer anderen Person das Gesicht mit einem Schild zerschmettert, an den Rest kann ich mich schon gar nicht mehr erinnern. Ich fühlte mich nicht gut. Noch bevor die Folge zu Ende war, ging ich aufs Klo und dann ins Bett. Einer der beiden Mitbewohner rief mir hinterher: „Wir gucken noch eine Folge, hast du Lust?“ Und jetzt fühlte ich mich nicht nur nicht gut, mir wurde auch schlecht. Lust war das Letzte, was ich hatte. Stattdessen hatte ich Albträume, in denen mich mein Bruder mit einer Gitarre erschlagen wollte und ich in rasender Panik so lange auf sein Gesicht eindrosch, bis er starb.
Am nächsten Tag traf ich meine beiden Mitbewohner in der Küche. Ich versuchte in Worte zu fassen, dass die Vergewaltigung der Frau im Film mir ziemlich nahegegangen war, dass ich mich auch sonst an keiner anderen starken Frauenrolle hatte festhalten können, dass ich Albträume hatte und dass es mir nicht möglich war, weiter mit ihnen „Game of Thrones“ zu schauen. Beide verstanden mich: Puh. Uff . Ja. Krass. Sie verurteilten die Gewalt und kritisierten die Figurenkonstellationen. Und in den nächsten Wochen schauten sie den Rest der Staffel und dann die nächste. Da wurde mir klar: Dies ist der Unterschied zwischen wissen und fühlen, zwischen finden und empfinden, zwischen „kann, aber muss nicht“ und „muss, aber kann nicht“. Uns war allen drei klar, dass diese Gewalt gar nicht ging. Wir waren alle drei einer Meinung. Aber ich war die Einzige, die eine Verletzung empfunden hatte. Zuerst war es nur die Verletzung der Frau im Film. Danach war es auch die Verletzung vom „Game of Thrones“-Fanclub in meiner WG, bei dem ich nicht mehr dabei sein konnte_wollte. Ich war nicht sauer und habe sie nicht kritisiert. Aber ich war traurig über das mir vorgelebte Privileg, emotional nicht betroffen zu sein.

 

Sozialisiert mit Filmen wie der „Sissi“-Trilogie schaut Franziska Kabisch lieber Liebesfilme – für einen Instant-24-hour-Liebesrausch. Zusammen mit Sofi Utikal hat sie die YouTube-Serie „Bauch, Beine, Pommes“ konzipiert.

 

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Glückliche Krüppel https://ansch.4lima.de/glueckliche-krueppel/ https://ansch.4lima.de/glueckliche-krueppel/#respond Wed, 10 Oct 2018 14:33:36 +0000 https://www.anschlaege.at/feminismus/?p=10053 © Clara Fridolin BillerKrankheit, Be_hinderung & Glück. Von KATHARINA PAYK]]> © Clara Fridolin Biller

Behindertes Glück gibt es nicht. Glückliche be_hinderte und chronisch kranke Menschen hingegen schon. Von KATHARINA PAYK

 

An Gründen fürs Unglücklichsein mangelt es im Allgemeinen nicht. Be_hinderten (1) und kranken Menschen kommt da ungefragt die Aufgabe zu, Menschen wieder an ihr Glück zu erinnern. Denn sie sehen dann jemanden, der „noch ärmer dran“ ist als sie selbst. Glücklicher als die Frau mit Chemo-Glatze oder die im Rollstuhl ist man ja allemal! „Oh Gott, die Arme, das ist echt ein Unglück, so ein Schicksal“, hört man da nicht selten, „das kann doch kein schönes Leben (mehr) sein!“
Doch, kann es. Denn Glück wird nicht grundsätzlich behindert oder eingeschränkt, nur weil ein Mensch mit einer Be_hinderung aufwächst oder mit einer (chronischen) Erkrankung leben muss. Aber ein Mensch wird unglücklich durch den Umgang, den er erfährt: Ausgrenzung, Spott, Ignoranz.
Wo Angst und Ärger sind, kann Glück sich schlecht ausbreiten. Viele Menschen mit Be_hinderungen müssen sich im hohen Erwachsenenalter noch immer mit den Schmerzen, die ihnen in der Kindheit und Jugend zugefügt wurden, auseinandersetzen – neben dem täglichen Überwinden von physischen Barrieren im Alltag. Das macht unglücklich.

Die Tragödie. Be_hinderung wird zudem als etwas gesehen, das es zu überwinden, zu heilen gilt. Das beeinflusst Glücklichsein als be_hinderter Mensch, erklärt Elisabeth Magdlener, Kulturwissenschaftlerin und Queer-DisAbility-Aktivistin, im an.schläge-Interview. „Die gesellschaftlich gemachte Tragödie der Be_hinderung wird uns Menschen mit DisAbility als Makel angehaftet und als individuelles Schicksal zugeschoben. Wir dürfen, sollen nicht glücklich sein, weil wir be_hindert und deshalb ja ‚so arm‘ sind. Glücklich zu sein ist für uns also nicht vorgesehen.“ Diese Zuschreibungen müsse man sich erst einmal bewusst machen, so Magdlener.
Auch Menschen mit (chronischen) Erkrankungen sind oft mit solchen Unglückszuschreibungen konfrontiert. Und sicherlich nicht ganz zu Unrecht: Chronische Schmerzen etwa beeinträchtigen das Lebensglück sehr vieler Menschen ganz beträchtlich, wie Studien zeigen. Eine schwere Erkrankung heilen zu wollen, ist deshalb durchaus verständlich. Aber manchmal ist das eben leider nicht möglich. Die 41-jährige Sabrina A. hat irgendwann angefangen, ihre mittlerweile als nahezu austherapiert geltende Krebserkrankung zu akzeptieren. Nach zweijährigem Kampf gegen den Krebs verbringt sie die vielleicht nur noch kurze Zeit, die ihr bleibt, am liebsten mit dem Genießen alltäglicher Dinge. „Es macht mich glücklich, wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe, wenn ich morgens meine Tochter in Ruhe für die Schule fertig mache und mir meine warme Zitrone mache. Sport in der Natur zu machen, soweit es noch geht, macht mich ebenfalls glücklich.“ Nicht die Tatsache, dass sie bald sterben wird, mache sie unglücklich, erzählt sie. „Wenn ich andere trösten muss wegen meiner eigenen Situation, dann macht mich das unglücklich. Menschen denken auch oft, sie müssten mich beschäftigen und ablenken. Viele denken, dass man in so einer palliativen Situation, wo man dem Sterben sehr nahe ist, nicht glücklich sein kann. Das macht mich auch unglücklich.“ Die Angst, die schon Wochen vor einer medizinischen Untersuchung aufkommt, raube ihr Kraft und mache sie unglücklich. „Wenn ich von den Ärzt_innen nichts höre, geht’s mir eigentlich sehr gut. Das verstehen manche nicht.“

Ständige Anpassung. Wer früh oder von Geburt an z. B. körperbe_hindert ist, kämpft besonders im jungen Erwachsenenalter um eines: möglichst normal zu sein, möglichst nicht aufzufallen. Diese ständige Anpassungsleistung kostet Energie und macht oft einsam, denn man fällt auf und ist in gewisser Weise anders. So erleben (junge) Menschen mit Be_hinderungen Liebesbeziehungen und Sexualität oft erst spät – oder gar nicht. Jedenfalls kostet es sie meist viel mehr Kraftaufwand. Denn wie soll man sich glücklich binden und jemandem vertrauen, wenn man am Schulhof und in der Öffentlichkeit Beleidigungen oder gar Gewalt ausgesetzt war oder ist, und den Stempel des hässlichen Entleins aufgedrückt bekam?
Auch können viele Menschen mit körperlichen, kognitiven oder seelischen Be_hinderungen oder Erkrankungen nicht in dem Ausmaß am Arbeitsleben teilnehmen wie nichtbe_hinderte oder gesunde, Frauen mit Be_hinderungen haben am Arbeitsmarkt die schlechtesten Chancen, so eine Studie des österreichischen Sozialministeriums aus dem Jahr 2009. Manche werden in sogenannte Tagesstruktureinrichtungen gesteckt, auch gegen ihren Willen, manche kämpfen um Nachteilausgleiche wie besondere Infrastrukturen und Assistenzen am Arbeitsplatz, andere trauen sich nicht, diese einzufordern. Wer einen Job hat, kann diesen oft nur in Teilzeit ausüben. Gerade Menschen mit Be_hinderungen und chronischen Erkrankungen leiden oft unter dem sogenannten Perfektionismus – der Mangel, der dem be_hinderten Menschen permanent unterstellt wird und der verinnerlicht wurde, wird damit auszugleichen versucht. Die Folge dieser massiven Anpassungsleistung sind Selbstausbeutung und Erschöpfungszustände – und das oft bei Armutsgefährdung und geringen Pensionen. Häufig können medizinische, psychotherapeutische oder prothetische Aufwendungen nicht (ausreichend) bezahlt werden; Krankenkassen decken diese meist nicht vollständig oder gar nicht ab.
Eltern und vor allem Mütter be_hinderter Kinder, die auf bestimmte Hilfsmittel und Assistenzen angewiesen sind, sehen sich oft alleine gelassen – als wäre Be_hinderung ein individuelles Schicksal, doch Menschen werden erst durch die gesellschaftlichen Umstände be_hindert. Nicht das be_hinderte Kind macht die Eltern also unglücklich, sondern die Art, wie eine Gesellschaft wie unsere damit umgeht.

Mitleid und Exklusion. Altsein, Krankheit und Be_hinderung werden in unserer Gesellschaft als Unglück definiert. Die_der Betroffene erfährt als „vom Schicksal Gebeutelte_r“ gleichermaßen Mitleid wie Exklusion. Das Anstößige dabei ist, dass jeder Mensch eigentlich jederzeit krank oder be_hindert werden kann. Diese Erkenntnis könnte den Umgang mit Krankheit und Be_hinderung normalisieren, enttabuisieren und damit einen großen Teil zum Glück der Betroffenen beitragen. Doch die Abgrenzung von „mangelhaften“ Be_hinderten, „bedrohlichen“ Sterbenden und „nutzlosen“ Alten erschwert auch das Lebensglück nichtbetroffener Menschen: Zu begreifen, dass das alles zum Leben dazugehört, kann auch das Erleben nichtbe_hinderter oder gesunder Menschen in einer neoliberalen Gesellschaft ändern – kein Mensch kann und muss über alle Maßen perfekt, funktionstüchtig und effizient sein.

Akzeptanz statt Beschönigung. Ein positiver Umgang mit Be_hinderung und Krankheit meint nicht zwangsläufig, alles zu beschönigen. Viele Kalendersprüche und Selbsthilfebücher spiritualisieren und euphemisieren die schmerzhaften Erfahrungen, die man als be_hinderter oder kranker Mensch macht, indem sie etwa Be_hinderung als „besondere Gabe“ oder Krankheit als „Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen“ stilisieren. Stattdessen braucht es einfach die Akzeptanz, mit der eigenen (schweren) Erkrankung oder Be_hinderung umzugehen, sie ist für Betroffene oft der einzige Weg, gut zu leben. Die mit der Be_hinderung oder Erkrankung in Zusammenhang stehenden positiven Erfahrungen, die eine_n selbst glücklich machen, zu extrahieren, kann dabei ein echter Gewinn sein: „Vielleicht wissen manche Menschen mit DisAbility manche Dinge oder Möglichkeiten im Leben mehr zu schätzen. Viele sehr, sehr schöne Dinge hätte ich ohne meine Be_hinderung nicht erlebt“, erklärt Elisabeth Magdlener. Ganz sicher ist sie sich mittlerweile, dass „es nicht unbedingt glücklich macht, krampfhaft irgendwelchen gesellschaftlichen Normen zu entsprechen“. Auch Sabrina A. zieht klare Schlüsse aus ihrer Situation: „Mit der beschissenen Diagnose, die meine Erkrankung nun einmal ist, macht es mich heute glücklich, wenn ich auf mich höre. Ich weiß, was mir guttut. Vor der Erkrankung lief das meiste so nebenbei, im Stress. Seit der Erkrankung hat sich vieles entschleunigt, ich mache die Dinge in Ruhe und bewusster. Ich wünsche das eigentlich allen Menschen in dieser heutigen getriebenen Welt. Ich bin früher von einem Termin zum anderen gehetzt, heute mache ich die Dinge mit Bedacht. Jede_r sollte jederzeit sagen können: Du, das ist mir jetzt zu viel. Ich glaube, viele wären dann glücklicher.“

 

(1) Die Schreibweise Be_hinderung verweist auf das Problem des Behindertwerdens.

 

 

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an.sehen: Gesellschaft aus dem Takt https://ansch.4lima.de/an-sehen-gesellschaft-aus-dem-takt/ https://ansch.4lima.de/an-sehen-gesellschaft-aus-dem-takt/#respond Wed, 10 Oct 2018 13:26:48 +0000 https://www.anschlaege.at/feminismus/?p=10055 Waldheims Walzer © Ruth Beckermann FilmproduktionDer Politthriller „Waldheims Walzer“. Von MAXI BRAUN]]> Waldheims Walzer © Ruth Beckermann Filmproduktion

„Waldheims Walzer“ legt spannend montiert wie ein Politthriller die Mechanismen von Fake News und Populismus offen. Von MAXI BRAUN

 

Geschichte wiederholt sich nicht. Bestimmte gesellschaftliche Muster schon, wenn auch unter anderen Vorzeichen. Seit 2015 sind es anti-muslimische Ressentiments, mit denen rechte Bewegungen und Parteien in Österreich, Ungarn oder Deutschland gegen Geflüchtete und Migrant*innen mobilisieren. Als Ex-UN-Generalsekretär Kurt Waldheim 1986 für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten kandidierte, waren es längst überwunden geglaubte antisemitische Vorurteile, die plötzlich wieder laut ausgesprochen wurden. Es sind vor allem jene Szenen in „Waldheims Walzer“, die offenen Antisemitismus in den Straßen Wiens Ende der 1980er dokumentieren, die uns daran erinnern, wie dünn die Membran ist, die unsere demokratische Zivilisation umgibt.
Während des Wahlkampfs traten Lücken in der Kriegsbiografie Waldheims zwischen 1941 und 1945 zutage, die dieser nicht erklären konnte und wollte. Österreichische Medien und der Jüdische Weltkongress in New York recherchierten und legten Beweise vor, dass Waldheim im Zweiten Weltkrieg mehr gesehen und getan hatte, als er öffentlich zugab. Konfrontiert mit Vorwürfen zu seiner Beteiligung bzw. Mitwisserschaft an NS-Kriegsverbrechen, verstrickte er sich in Widersprüche. Er inszenierte sich als Opfer einer Verschwörung und zog sich auf die Position soldatischer Pflichterfüllung zurück. Es kam zu heftigen Protesten gegen Waldheim, andererseits schien er vielen Österreicher*innen aus der Seele zu sprechen. Die Vorwürfe gegen ihren Kandidaten empfanden sie als ungerechtfertigte Einmischung von außen und standen gemäß dem Motto „Jetzt erst recht!“ umso vehementer hinter ihm.

Fesselnder Politkrimi. Dokumentarfilmerin Ruth Beckermann erzählt diese Ereignisse, die als „Waldheim-Affäre“ in die Geschichte eingegangen sind, chronologisch zuspitzend wie einen Politthriller. Die Wienerin war 1986 selbst „halb dokumentierend, halb demonstrierend“, wie sie im Film erwähnt, vor Ort an den Anti-Waldheim-Protesten beteiligt. Auf eine historische Rückschau mit klassischen Talking Heads verzichtet sie bewusst. Stattdessen kompiliert sie ihr eigenes Filmmaterial und solches, das sie in akribischen Recherchen in den Archiven des ORF sowie in den USA, Großbritannien und Israel aufspüren konnte. Derart verdichtet liefert sie nicht nur eine Analyse der Affäre und eines Generationenkonfliktes, sondern legt auch die Charakterstudie eines für seine Generation typischen Mannes vor.
Für „Jenseits des Krieges“ (1996) interviewte Beckermann Besucher*innen und Zeitzeug*innen auf der viel diskutierten Wehrmachts-Ausstellung unter direktem Eindruck der Exponate, um individueller Erinnerung nachzuspüren. In „Waldheims Walzer“ geht es ihr dagegen um kollektive Verdrängung und die Rekonstruktion von Vergangenheit. Das von Editor Dieter Pichler in perfektem Rhythmus montierte Bildmaterial bringt in Kombination mit dem Off-Kommentar der Regisseurin Objektivität und Subjektivität, aber auch Vergangenheit und Gegenwart in ein fesselndes Spannungsverhältnis. So behandelt der Kompilationsfilm zwar ein abgeschlossenes historisches Ereignis, ist aber zugleich ein Lehrstück über die universellen Mechanismen von Fake News, Populismus und das Schüren von Ressentiments. Diese waren auch schon vor Social Media wirkmächtig und sie sind es noch heute. 2018 denkt dabei niemand mehr an Waldheim. Dafür aber an Trump, Orban oder die menschenverachtenden Ausfälle der FPÖ oder AfD.

Beginn historischer Aufarbeitung. Kurt Waldheim wurde in einem zweiten Wahlgang dennoch gewählt. Aber der „Österreicher, dem die Welt vertraut“ blieb während seiner gesamten Amtszeit international isoliert und landete 1987 sogar auf der Watchlist der USA für mutmaßliche Kriegsverbrecher. Die Waldheim-Affäre markierte jedoch den Beginn eines Aufarbeitungsprozesses: Die bis dato gültige und für viele Österreicher* innen bequeme Lebenslüge, ihr Land sei das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen, wurde erstmals kritisch hinterfragt. Ein wichtiger Film über eine historische Zäsur, der viel über unsere Gegenwart aussagt und beweist, wie viel gesellschaftlicher Druck bewirken kann.

 

Maxi Braun arbeitet als freiberufliche Journalistin mit den Schwerpunkten Film und Feminismus im Ruhrgebiet.

 

Waldheims Walzer
Regie: Ruth Beckermann
Österreich 2018
ab 5. Oktober im Kino

 

 

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Her mit dem schönen Leben https://ansch.4lima.de/her-mit-dem-schoenen-leben/ https://ansch.4lima.de/her-mit-dem-schoenen-leben/#respond Wed, 10 Oct 2018 13:07:10 +0000 https://www.anschlaege.at/feminismus/?p=10050 © Clara Fridolin BillerOhne gesellschaftliche Gerechtigkeit gibt’s auch kein Glück. Von LEA SUSEMICHEL]]> © Clara Fridolin Biller

Waldbaden, Lachyoga, Hygge oder Dankbarkeitsmeditationen – Glücksrezepte gibt’s zuhauf. Doch ohne gesellschaftliche Gerechtigkeit ist kein dauerhaftes Glück zu haben, zeigt die sozialwissenschaftliche Forschung. Von LEA SUSEMICHEL

 

Die Antidepressiva haben mit Abstand am besten gewirkt. Für seinen „Happy Film“ hat Stefan Sagmeister drei große Glücksversprechen im Selbstversuch getestet: Psychopharmaka, Meditation und Verhaltenstherapie. Doch der Promi-Grafikdesigner, dem nicht nur mit dem Film, sondern auch als Kurator einer durchdesignten Happy-Ausstellung – die Lieblingspralinen ebenso wie politisch fragwürdige Lebensweisheiten à la „jeder ist seines Glückes Schmied“ versammelte – ein enormer Publikumserfolg gelungen ist, zieht eine ernüchterte Bilanz. Nach Absetzen des Medikaments rasselte seine Stimmung wieder in den Keller, selbst mit einer rauschhaften Verliebtheit war es vorbei. In Sagmeisters Film über emotionale Selbstoptimierung kommt deshalb auch der prominente US-Professor für Psychologie Jonathan Haidt zu Wort, der drei andere Wege zum Glück vorschlägt. Seiner Ansicht nach gilt es, die richtigen Beziehungen zu führen: zu anderen Menschen, zur eigenen Arbeit und zu etwas, das größer ist als man selbst, also einem, nicht unweigerlich religiösen, Sinn im Leben.
Sagmeister ist nicht der Einzige, der mit Glück Geld macht. Die Vielzahl der Glücksratgeber, die wahlweise esoterische, philosophische oder psychologische Patentrezepte liefern, ist unüberschaubar. Sie greifen gerne auf positive Psychologie und Hirnforschung zurück, oft gebrauchte Vokabeln in Bestsellern wie z. B. „The World Book of Happiness“ sind Achtsamkeit und Dankbarkeit, empfohlen wird überdies die Freude an den kleinen Dingen oder das Führen von Glückstagebüchern.
Doch worauf zielen all diese Glücksrezepte ab? Wie wird Glück überhaupt definiert? Wodurch unterscheidet sich stabiles Lebensglück von vergänglicheren Phasen der Euphorie? Und wie wird es gemessen?

Glück 1 + 2. „Her mit dem schönen Leben!“ Die durchaus feministische Forderung zielt auf einen Zustand, der in der Glücksforschung als Maximalvariante gilt. Das „schöne Leben“ wird als „Glück 2“ definiert, doch bereits das bescheidenere „Glück 1“ fällt unter die Kategorie Lebensglück und wird als Zustand ohne Mangel und Leid verstanden. Diese Formen fortdauernden Glückes, die mit allgemeiner Lebenszufriedenheit wohl besser umschrieben sind, zu erfassen und zu vergleichen, ist allerdings schwierig, gilt Glück doch zugleich als höchst individuelle und komplexe Angelegenheit. Erhebungen wie der von der UN jährlich veröffentlichte „World Happiness Report“ versuchen trotz der Schwierigkeit, ein adäquates Studiendesign für solch eine umfassende Fragestellung zu entwickeln, Voraussetzungen für subjektives Wohlbefinden zu ermitteln. Sie vergleichen dafür 155 Länder nach Kriterien wie Lebenserwartung, Gesundheit, Arbeitslosenrate, Bruttoinlandsprodukt, sozialem Zusammenhalt, Freiheitsgefühl, Zuversicht oder Vertrauen in politische Stabilität und befragen dabei jeweils mehr als 3000 Menschen. Das wenig überraschende Resultat: Länder, in denen Krieg und Armut herrschen, schneiden sehr schlecht ab. So befindet sich Syrien gemeinsam mit vielen südafrikanischen Staaten ganz am Ende der Liste auf Platz 152. Staaten, in denen es Sicherheit und Wohlstand gibt, rangieren oben, so findet sich Österreich auf Platz 13, Deutschland knapp dahinter auf Platz 16. An der absoluten Spitze jedoch stehen regelmäßig nordische Länder wie Norwegen, Finnland, Dänemark und Island, die es allesamt unter die Top Fünf schaffen.

Hygge & Happiness. Bei der medialen Interpretation dieser Ergebnisse wird allerdings auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nur am Rande eingegangen. Dass beispielsweise Island nicht nur beim Glücksranking unter den ersten dreien ist, sondern auch hinsichtlich Geschlechtergleichheit und sozialer Gerechtigkeit an erster Stelle steht, findet erstaunlicherweise kaum Erwähnung. Allgegenwärtig hingegen ist der Verweis darauf, dass es wohl an „Hygge“ liegen müsse, dass die DänInnen trotz ständiger Dunkelheit und schlechten Wetters so gut drauf seien. Dieser „Hygge“-Trend, den Glücksforscher Meik Wiking vom dänischen Happiness Research Institute mit seinem Bestseller zum Thema begründet hat, ist seither ungebrochen, das Wort hat es inzwischen sogar in den Duden geschafft und wird dort als Lebensprinzip der Gemütlichkeit und Heimeligkeit definiert.
Seither explodiert der Ratgebermarkt mit skandinavischen Einrichtungs- und Beleuchtungstipps, die ihren LeserInnen mit Keks- und Bastelrezepten zum Lebensglück verhelfen wollen.
Was in diesen Ratgebern steht, ist nun freilich nicht alles falsch. Eine heiße Schokolade auf einem kuscheligen Sofa in einem behaglich eingerichteten Raum kann ganz bestimmt ziemlich zufrieden machen. Hilfreich ist sicherlich auch, die Wahrnehmung zu verändern und sich in Selbstfürsorge und Stressreduktion zu üben, um unser tägliches Glückslevel zu erhöhen, wie es auch jenseits des Hygge-Trends gerne empfohlen wird.
Allerdings wird dabei der wichtige Aspekt sozialer Beziehungen meist lediglich auf der Mikroebene verhandelt, es wird also stets nur die große Wichtigkeit guter Freundschaften und gelingender Partnerschaften betont. Der größere gesamtgesellschaftliche Zusammenhang, wie wichtig also das Solidarprinzip im Großen ist, das in skandinavischen Ländern für bessere Gesundheitsversorgung sowie größere Bildungsgerechtigkeit und soziale Sicherheit sorgt, wird in der populärwissenschaftlichen Glücksforschung weitgehend ignoriert.

Gleichheit ist Glück. Mit ihrem Buch „Gleichheit ist Glück: Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind“ legen die beiden SozialwissenschaftlerInnen Kate Pickett und Richard Wilkinson den Fokus genau auf diesen zentralen Aspekt. Und sie belegen darin überzeugend, dass es in erster Linie die Faktoren Gleichheit und Gerechtigkeit sind, die gesund und glücklich machen. Oder, um es im Umkehrschluss mit Richard Wilkinson drastischer zu formulieren: „Ungleichheit bringt uns um. Je ungleicher eine Gesellschaft ist, desto größer sind die sozialen Probleme. Ungleiche Gesellschaften schneiden bei der Lebenserwartung schlechter ab, es gibt mehr Drogensüchtige, mehr psychische Erkrankungen wie Depression, mehr Kriminalität“, wie der Gesundheitswissenschaftler im „Standard“-Interview sagt. Und das Entscheidende daran: „In einer sozial gleicheren Gesellschaft geht es nicht nur den Ärmsten der Armen besser, sondern es profitieren neunzig Prozent der Bevölkerung.“
Denn während in ungleichen Gesellschaften wie den USA die sozial am schlechtesten gestellten Schichten zweifellos am meisten unter den Nachteilen zu leiden haben, können von den Vorteilen gleicherer Gesellschaften wie Sicherheit, Stabilität und hohen Bildungsstandards alle profitieren, auch die privilegierten Milieus. Ungleichheit zerstöre zudem die Qualität von sozialen Beziehungen, so Pickett und Wilkinson, doch gerade diese seien wesentliche Faktoren für Zufriedenheit, Gesundheit und Glück. Denn die Qualität der sozialen Beziehungen, ob wir also respektiert und gemocht werden, sei für das persönliche Stress- und damit Gesundheitsniveau und Glücksempfinden am wichtigsten. Gelingende Beziehungen seien für die Gesundheit letztlich sogar relevanter als z. B. die Frage, ob wir rauchen, so Wilkinson.
In extrem ungleichen Gesellschaften wie Südafrika mit seinen „Gated Communities“, abgeriegelten Wohnkomplexen mit eigener Infrastruktur, in denen sich Wohlhabende vom Rest der Gesellschaft abschotten, sei hingegen das Gemeinschaftsleben sowie das gesamte Sozialgefüge in Mitleidenschaft gezogen. Misstrauen, Statusangst und Narzissmus seien weit verbreitet. Dieser psychosoziale Stress führe zu einem signifikant höheren Prozentsatz von Menschen, die an Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen leiden.

Gender Hapiness Gap. Was allerdings auch bei Pickett und Wilkinson wenig Beachtung findet, ist das Thema Geschlechtergerechtigkeit. Doch die Glücksforschung nennt als wichtiges Kriterium für allgemeine Lebenszufriedenheit auch die Freiheit für eigene Lebensentscheidungen, also etwas, dem einengende Geschlechterrollen diametral entgegenstehen. Es wird also kein Zufall sein, dass die Länder, die das Glücksranking anführen, auch in Sachen Gleichstellung im Spitzenfeld liegen. Schließlich dürfte auch der sogenannte „Gender Happiness Gap“ andernorts das allgemeine Glücksniveau drücken. Dieser Gap besagt, dass Männer mit fortschreitendem Alter tendenziell glücklicher werden, Frauen jedoch unglücklicher, wie eine Untersuchung zeigt, die 2008 im „Journal of Happiness Studies“ erschien. Laut dieser Langzeitstudie sind Frauen seit den 1970ern durchschnittlich unglücklicher geworden und sie leiden auch häufiger unter psychischen Erkrankungen als Männer. „Gains in women’s rights haven’t made women happier. Why is that?“, wird diese Entwicklung im „Guardian“ kommentiert. Eine wichtige Erklärung dafür ist, dass die Realität den frauenpolitischen Forderungen deutlich hinterherhinkt und Frauen extrem unter der Doppelbelastung von Beruf und Familie leiden. Mit zunehmendem Alter sind sie deshalb oft gezwungen, ihre Ambitionen mehr und mehr aufzugeben, während Männer ihre Pläne und Zukunftswünsche hingegen häufiger realisieren können. Dazu passt die Studie des Stanford-Soziologen Michael Rosenfeld, die zeigt, dass verheiratete Frauen unglücklicher sind als verheiratete Männer. Denn durch die klassische Aufgabenverteilung bei der Familienarbeit profitieren Männer weiterhin von der Ehe – während Frauen meist bloß Freiheiten verlieren und zusätzliche Pflichten bekommen.

Das gute Leben. Es trifft also auch, aber beileibe nicht nur auf das Geschlechterverhältnis zu: Wer über Glück nachdenkt, sollte unbedingt auch über Gleichheit und Gerechtigkeit sprechen. Vielleicht wäre es deshalb sogar ganz grundsätzlich angeraten, statt des allgemeinen, hochindividualistischen Glückshypes mit seiner Suche nach dem glücklichen, schönen Leben doch lieber zur alten philosophischen Frage nach dem guten Leben zurückzukehren. Denn das gute Leben für alle wäre wohl definitiv das größte Glück.

 

 

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an.sage: Vom rechten Rand in die Mitte https://ansch.4lima.de/an-sage-vom-rechten-rand-in-die-mitte/ https://ansch.4lima.de/an-sage-vom-rechten-rand-in-die-mitte/#respond Wed, 10 Oct 2018 12:33:00 +0000 https://www.anschlaege.at/feminismus/?p=10045 Menschenverachtende Politik in Österreich. Von KATHARINA FISCHER]]>

Ein Kommentar von KATHARINA FISCHER

 

Es ist viel faul im Staate Österreich. Das gerät leicht aus dem Blick, denn medial dominiert ganz klar ein Thema: Nicht nur Türkis-Blau und andere rechte und rechtspopulistische Gruppierungen werden nicht müde über Migration zu sprechen, auch auf EU-Ebene hat sie sich zum alles bestimmenden Thema entwickelt. Längst hat sich dabei das Sprechen über Menschen in Mengenangaben gewandelt. Auch von „westlichen Werten“ wird viel gesprochen, während zentrale Menschenrechte missachtet werden. Immer weniger Menschen treten die Reise über das Mittelmeer an und trotzdem steigt die Zahl der Ertrinkenden. Immer mehr Menschen werden in Lagern in Libyen, auf Lesbos und anderswo eingesperrt. Folter, menschenunwürdige Bedingungen, ja selbst Sklavenarbeit werden dabei ignoriert, in Kauf genommen, Hauptsache die Zahl der Asylansuchenden sinkt. Ob eine Partei Erfolg hat, hängt inzwischen beinahe davon ab, wie gut sie gegen jene Personen hetzen kann, die nicht das Privileg haben, EU-Bürger_innen zu sein, und einfach nur in Flugzeuge oder Züge steigen müssen, um sich überall auf der Welt frei zu bewegen. Menschen wird die diffuse Angst eingeredet, sie könnten den Überfluss, den sie haben, verlieren, nur weil andere Menschen auf der Suche nach einem Ort ohne Krieg oder Hunger nach Europa kommen. Und noch etwas kann das viel bemühte Thema Migration: Es beherrscht den politischen Diskurs so sehr, dass viele in Österreich glauben, es sei das einzige Problem dieses Landes, dass Frauen Kopftücher tragen. Was dabei vergessen wird: Nicht mal drei Wochen nach Vorlage des Gesetzesentwurfs wurde der Zwölf-Stunden-Tag und somit eine 60-Stunden-Woche beschlossen. Etwa 100.000 Menschen gingen dagegen auf die Straße, die Gewerkschaft zeigte sich anfangs ungewohnt kämpferisch. Die Regierung beeindruckte das wenig. Angeblich sind die elfte und zwölfte Arbeitsstunde freiwillig, doch was bedeutet diese Freiwilligkeit bei drohendem Jobverlust. Im Eiltempo wurde das Gesetz beschlossen, während medial vor allem interessierte, ob Dreijährige im Kindergarten ein Kopftuch tragen dürfen oder nicht. Sozialabbau, übermäßige Ausgaben für unnötige Polizeipferde und steigende gewalttätige Übergriffe auf Frauen*, die in der Öffentlichkeit Hijab tragen, lassen sich mit dem Sicherheits-Migrations-Mix sehr gut an den diskursiven Rand schieben. Dass es um Menschen geht, dass Menschen, ja alle Menschen, Rechte haben, wird derzeit gerne vergessen.

Auch auf einer anderen Ebene: Denn so schnell die Regierung den 12-Stunden-Tag beschlossen hat, so langsam ist sie mit der Gleichstellung von homosexuellen und heterosexuellen Paaren im Eherecht. Während viele andere EU-Staaten schon längst die Ehe für alle eingeführt haben, musste Österreich sich erst vom VfGH dazu zwingen lassen. Die Eingetragene Partnerschaft, die noch immer zwanzig Unterschiede zur Ehe aufweist, wurde 2010 ebenfalls erst nach einem Rechtsspruch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte eingeführt. Und so sitzt die Regierung die Umsetzung der Eherechtsreform nun bis zum 1. Jänner 2019 aus. Doch Menschen sind keine abstrakten Zahlen und auch diejenigen, gegen die gewettert wird, haben Rechte und Gefühle, auch wenn ihnen diese immer mehr abgesprochen werden. Das Argument des Schutzes der Familie beißt sich im faulen Staate Österreich sowieso selbst in den Schwanz, Kürzungen im Bildungsbereich und für Kindergärten, viel zu lange Arbeitstage und die Streichung der Gelder für Krisenpflegefamilien treffen nämlich Kinder, um die es ja angeblich im Interesse des Staates geht. Indessen feiert Kanzler Kurz sich selbst, weil er die EU nun endlich auf den „richtigen Weg“ gebracht hat. Wer in der Asyldebatte auf die Existenz von Menschenrechten verweist, ist in seinen Augen naiv. Das aktuelle Asyltrauerspiel in der Europäischen Union feiert Kurz als seinen Erfolg: „Vor drei Jahren sind meine Gedanken noch als rechtsradikal verurteilt worden, jetzt werden sie immer mehr unterstützt“, sagte er jüngst auf einer Pressekonferenz. Hat die Erosion der Demokratie bereits begonnen?

 

 

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Feminist Superheroines: Ruth Joan Bader Ginsburg https://ansch.4lima.de/feminist-superheroines-ruth-joan-bader-ginsburg/ https://ansch.4lima.de/feminist-superheroines-ruth-joan-bader-ginsburg/#respond Wed, 10 Oct 2018 12:23:32 +0000 https://www.anschlaege.at/feminismus/?p=10043 Feminist Superheroines: Ruth-Joan Bader-GinsburgDie US-amerikanische Richterin gehört seit 1993 dem Supreme Court der USA an. Von MAREN REITLER]]> Feminist Superheroines: Ruth-Joan Bader-Ginsburg

Das Recht auf weibliche* Selbstbestimmung, die Ehe für alle oder auch die Gleichstellung aller Geschlechter – das sind nur einige der Themen, für die sich die Juristin Ruth Bader Ginsburg privat und als Richterin des Obersten Gerichtshofes der USA einsetzt. Geboren 1933 in einem Arbeiter*innenviertel in Brooklyn, NY, beginnt sie 1956 als eine von wenigen Frauen* ihr Jurastudium an der Universität Harvard. Nach einem durch Frauen*diskriminierung erschwerten Berufseinstieg schreibt sie u. a. das erste juristische Lehrbuch über Geschlechterdiskriminierung. Als Beispiel für ihr feministisches Wirken gilt auch ihr Beitrag zur Abschaffung der sogenannten Sodomiegesetze, unter denen in den USA bis 2003 homosexuelle Handlungen verfolgt wurden. Seit 1993 gehört Ginsburg als Richterin dem linksliberalen Flügel des Supreme Court der USA an.

 

 

 

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