Kommentare zu: an.sage: Papakind https://ansch.4lima.de/an-sage-papakind/ Tue, 04 Nov 2014 09:19:58 +0000 hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Von: Antonia https://ansch.4lima.de/an-sage-papakind/#comment-655 Tue, 04 Nov 2014 09:19:58 +0000 https://anschlaege.at/?p=5608#comment-655 Danke für diesen Text! Das Thema beschäftigt mich auch sehr. Bei uns hat sich die Situation bei vielleicht ähnlicher Ausgangslage (das kann ich nur vermuten) ganz anders entwickelt. Unsere Tochter ist jetzt drei Jahre alt und ich würde sagen wir als Eltern sind unserem Ideal von gleichverteilter Beziehungs- und Elternarbeit bisher sehr nahe gekommen. Wir haben die Betreuungszeiten, die wir alleine mit dem Kind verbringen, aufgeteilt und es ist uns wichtig, dass Mama und Papa für die verschiedensten Bereiche da sein können. Stichwort, Papas sind auch zum Trösten und Kuscheln da und mit Mama kann eins auch wild herumtoben. Dennoch ist das Kind in vielen Situationen, genau genommen in den klassischen von dir auch angesprochenen, mehr ein Mamakind als ein Papakind. Es will lieber von mir getröstet werden und lieber von mir ins Bett gebracht werden, wenn ich denn da bin. Wenn ich nicht da bin ist auch Papa gut. Ja, diese Entwicklung macht mir Kopfzerbrechen, weil sie überspitzt gesagt, den Biologist*innen in die Hände spielt. Und solche Reaktionen kommen auch aus unserem Umfeld: „Na seht ihr, egal wie ihr es dreht oder wendet, eine Mama ist eben eine Mama. Kinder brauchen die Mama nun einmal mehr als den Papa.“ „Sie war schließlich 9 Monate in deinem Bauch, natürlich bist du ihr näher.“
Was soll ich nun sagen? Mein Feministinnenherz weint und mein Mutterherz lacht? Ich fürchte es ist komplizierter. Ich würde sagen mein feministisches Mutterherz ist irritiert. Bin ich doch davon ausgegangen, dass wenn wir die Beziehungs- und Betreuungsarbeit aufteilen und reflektiert damit umgehen, das Kind zwei erste Bezugspersonen haben wird und wir uns dieses Matching, dass ich so unschön finde, ersparen.
Und ich bin auch nach wie vor davon überzeugt, dass nach der Mama- eine Papaphase kommen wird und sich diese Phasen im Laufe der nächsten Jahre die Waage halten werden und sie irgendwann ganz vorbei sein werden.
Die Mutter-Kind Darstellungen in Tierbüchern und am schlimmsten diese Inszenierungen von „ein Tierkind vermisst und sucht seine Mutter“, finde ich oft so furchtbar und wir sagen dann auch „Schau, ein Papa mit seinen Kindern.“ Das Kind übernimmt das gerne was mir gut gefällt und ich eine wichtige Strategie finde Zuschreibungen aufzubrechen.

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